Jordi Cruyff

niederländischer Fußballspieler, dann -trainer

Johan Jordi Cruyff (anglisiert von Cruijff; * 9. Februar 1974 in Amsterdam, Niederlande) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und Sportdirektor. Er ist der Sohn des Fußballers Johan Cruyff. Mit dem FC Barcelona gewann er den spanischen Superpokal (1996). Mit Manchester United gewann er zweimal den FA Community Shield (1996, 1997) sowie die englische Meisterschaft (1997) und den Weltpokal (1999).

Jordi Cruyff
Cruyff, Jordi.jpg
Jordi Cruyff (2009)
Personalia
Name Johan Jordi Cruyff
Geburtstag 9. Februar 1974
Geburtsort AmsterdamNiederlande
Größe 175 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1981–1988 Ajax Amsterdam
1988–1992 FC Barcelona
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1992–1995 FC Barcelona B 51 (16)
1994–1996 FC Barcelona 41 (11)
1996–2000 Manchester United 34 0(8)
1999 → Celta Vigo (Leihe) 8 0(2)
2000–2003 Deportivo Alavés 94 0(7)
2003–2004 Espanyol Barcelona 30 0(3)
2004–2006 De Volewijckers
2006–2008 Metalurh Donezk 28 0(0)
2009–2010 FC Valletta 19 (10)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1996 Niederlande 9 0(1)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2004–2006 De Volewijckers
2009–2010 FC Valletta (Co-Trainer)
2010–2012 AEK Larnaka (Sportdirektor)
2012–2017 Maccabi Tel Aviv (Sportdirektor)
2017–2018 Maccabi Tel Aviv
2018–2019 Chongqing Lifan
2020 Ecuador
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Karriere als FußballspielerBearbeiten

Jugend und Anfänge in La Masia des FC BarcelonaBearbeiten

Johan Jordi Cruyff wurde einerseits nach seinem Vater und als zweiten Namen, unter dem er bekannt ist, wurde er nach dem katalanischen Nationalheiligen Jordi benannt.[1] Nach seiner Geburt verbrachte Jordi Cruyff den Großteil seiner Kindheit in Spanien, da sein Vater beim FC Barcelona als Spieler unter Vertrag stand. Cruyff begann wie sein Vater in der Jugend von Ajax Amsterdam mit dem Fußballspielen. Im Alter von 14 Jahren zog er mit seinen Eltern nach Spanien, weil sein Vater eine Anstellung als Trainer beim FC Barcelona erhielt. Fortan spielte er in den Jugendabteilungen des spanischen Clubs.

VereinskarriereBearbeiten

FC BarcelonaBearbeiten

Seine erste Station war die B-Mannschaft des FC Barcelona, wo er nach zwei Jahren von seinem Vater die Chance für die große Fußballbühne erhielt. Neben einigen Ligaeinsätzen wurde er gegen Manchester United in der Champions League eingesetzt und bereitete gegen seinen späteren Arbeitgeber ein Tor vor. Mit dem Ende der Trainerkarriere des Vaters verließ Jordi ebenfalls den FC Barcelona.

Manchester UnitedBearbeiten

Die einzige Ablösesumme, die für ihn bezahlt wurde, kam von der englischen Insel. Für 1,3 Millionen Pfund wechselte er vom FC Barcelona zu Manchester United. Dort gewann er in seinem ersten Jahr die Meisterschaft und den Supercup. Aufgrund einer Knieverletzung spielte Cruyff, bis auf ein Spiel in der Rückrunde, nur die Hinrunde. Eine weitere Knöchelverletzung zwang ihn die Saison darauf, wieder zu pausieren. Im Januar 1999 wurde er von Manchester an Celta Vigo ausgeliehen und verpasste so das historische Triple. In Cruyffs letzter Saison wurde Manchester nochmals Meister der FA Premier League. Da Cruyff aber keine zehn Saisonspiele absolvierte, wurde er nicht ausgezeichnet.

Alavés, Barcelona und De VolewijckersBearbeiten

Anschließend wechselte er zum spanischen Club Deportivo Alavés. Mit dem Verein stand er im UEFA-Pokal-Finale 2001 gegen Liverpool. Er erzielte in der 89. Minute das 4:4, das Spiel wurde aufgrund eines Eigentors in der Verlängerung aber mit 4:5 verloren. Nach dem Abstieg in der Saison 2002/03 wechselte er für eine Saison zu Espanyol Barcelona. Von 2004 bis 2006 kurierte Jordi Cruyff eine zugezogene Knieverletzung beim Amateurverein De Volewijckers aus und sammelte dort Spielpraxis.

Metalurh Donezk und FC VallettaBearbeiten

Nach der auskurierten Knieverletzung wechselte er zum ukrainischen Verein Metalurh Donezk und beendete dort offiziell seine Karriere. Er widerrief sein Karriereende dann aber und spielte eine Saison beim maltesischen Verein FC Valletta. Dort gab er sein Debüt in der ersten Qualifikationsrunde der Europa League beim 3:0-Sieg gegen den isländischen Verein Keflavík ÍF.

NationalmannschaftBearbeiten

Zwischen 1995 und 2004 erzielte er für die katalanische Fußballauswahl zwei Tore in neun Partien. Sein Debüt im Nationaldress hatte er 1996 im Freundschaftsspiel gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft. Cruyff spielte 1996 neun Mal für die niederländische Nationalmannschaft und wurde vom damaligen Trainer Guus Hiddink für die Fußball-Europameisterschaft 1996 nominiert.

Karriere als Trainer und SportdirektorBearbeiten

Während seiner Knieverletzung trainierte er den niederländischen Verein De Volewijckers von 2004 bis 2006 und sammelte dort Spielpraxis. In seiner letzten Saison als Fußballer fungierte er bei FC Valletta zusätzlich als Co-Trainer. Nach seinem Karriereende als Fußballspieler 2010 wurde er Sportdirektor beim AEK Larnaka[2].

Von der Saison 2012/13 bis zum Ende der Saison 2016/17 war er Sportdirektor bei Maccabi Tel Aviv.[3][2] Anfang 2017 entließ er dort zuerst den georgischen Cheftrainer Schota Arweladse, um sich selbst als Interimstrainer zu installieren. Am 11. Februar 2017 präsentierte er dann den Portugiesen Lito Vidigal in dieser Funktion als seinen Nachfolger, welcher am 1. Juli 2017 auch sein Vorgänger wurde, denn an diesem Datum entließ Cruyff Vidigal wieder und machte sich selbst zum Cheftrainer.[2] 2018 war er bei Chongqing Lifan in der ersten chinesischen Fußballliga tätig. Im Januar 2020 wurde Jordi Cruyff vom ecuadorianische Fußballverband als neuer Nationaltrainer präsentiert.[4] In Folge der COVID-19-Pandemie legte er im Juni 2020 sein Amt nieder, obwohl er bisher die ecuadorianische Nationalmannschaft noch bei keinen Spiel betreut hatte.[5]

Titel, Erfolge und AuszeichnungenBearbeiten

FC BarcelonaBearbeiten

Manchester UnitedBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Jordi Cruijff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fußball : Blitzableiter des Frustes – DER SPIEGEL 12/1995. Abgerufen am 29. Mai 2020.
  2. a b c Jordi Cruyff in der Datenbank von transfermarkt.de. Abgerufen am 17. August 2017.
  3. transfermarkt.de: Israel: Cruyff-Sohn wird Sportdirektor von Maccabi Tel Aviv
  4. Official: Jordi Cruyff becomes Ecuador's new head coach. 2. Januar 2020, abgerufen am 29. Mai 2020 (englisch).
  5. kicker.de: Überraschung in Ecuador: Jordi Cruyff tritt zurück . Abgerufen am 23. Juli 2020.