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Isabelle Moret

Schweizer Politikerin
Isabelle Moret (2015)

Isabelle Moret (* 30. Dezember 1970 in Lausanne als Isabelle Zuppiger;[1] heimatberechtigt in Clarmont) ist eine Schweizer Politikerin. Sie ist seit 2006 Nationalrätin der FDP.Die Liberalen und aktuell zweite Vizepräsidentin des Nationalrates.[2]

Sie wird voraussichtlich im Jahr 2020 zur Präsidentin des Nationalrates gewählt werden.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Isabelle Moret ist in Lausanne aufgewachsen. Ihr Vater war Eisenbahner.[3] Sie hat Rechtswissenschaften an der Universität Lausanne studiert, wo sie 1992 das Lizenziat und nach einer Weiterbildung 1995 das Fachdiplom für Europarecht erlangt hat. Das Anwaltsexamen absolvierte sie in Bern.[3] Die mehrsprachige Politikerin spricht neben ihrer Muttersprache Französisch fliessend Deutsch, Schweizerdeutsch, Italienisch und Englisch.[4] Sie ist Mutter zweier Kinder und wohnt in Yens im Kanton Waadt.

KarriereBearbeiten

Isabelle Moret arbeitete mehrere Jahre als Rechtsanwältin in einer Lausanner Anwaltskanzlei. 2013 gab sie die Tätigkeit als Anwältin auf, um sich vermehrt auf ihre verschiedenen politischen und beruflichen Mandate zu konzentrieren.[5] Sie wirkt aber immer noch als juristische Beraterin. Aktuell ist Moret Präsidentin der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial) und Präsidentin des nationalen Spitzenverbands der öffentlichen und privaten Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen (H+).[6] Sie ist zudem Vizepräsidentin der Schweizer Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG.[7] Sie ist Mitglied der 2013 auf Initiative der Getränkehersteller gegründeten Lobbygruppe für Süssgetränke IG Erfrischungsgetränke.[8] Im August 2017, im Verlauf ihrer Bundesrats-Kampagne, veröffentlichte die Presse, dass sie einen Umsatz (nicht zu verwechseln mit Einkommen) von 310'000 Franken pro Jahr erzielt.[9]

Politische KarriereBearbeiten

Ihre politische Karriere beginnt 1997 in der Innenpolitischen Kommission der FDP. Von 1998 bis 2006 war sie Mitglied des Gemeinderats (Parlament) von Etoy. 1998 wurde sie sowohl Vizepräsidentin der Jungfreisinnige Schweiz als auch Mitglied der Gruppe KMU und der Wirtschaftskommission der FDP Waadt, deren Vorsitz sie 2003 übernahm.

1999 erfolgte die Wahl in den Grossrat (Legislative) des Kantons Waadt. Zudem wurde sie im gleichen Jahr Mitglied der waadtländischen verfassunggebenden Versammlung (1999 bis 2002). Im Grossrat war sie Mitglied der Finanzkommission (2002 bis 2006). 2006 trat sie aus dem Grossrat zurück.[10]

Im Dezember 2006 rückte sie für den zurückgetretenen Yves Christen in den Nationalrat nach,[11] bei den Wahlen von 2007, 2011 und 2015 wurde sie bestätigt. Mit 65'351 Stimmen bei den Wahlen 2015 erzielte sie das beste Ergebnis in der Romandie.[12]

Moret ist derzeit Mitglied der Staatspolitischen Kommission (SPK-N) und der Kommission für Soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N) des Nationalrates.[13] Ihre thematischen Schwerpunkte sind die Gesundheit, die Altersvorsorge, die Asylpolitik und die Migrationspolitik. Im Nationalrat hat sie erfolgreich für die Einführung des Steuerabzugs für die Kinderbetreuung gekämpft.[14] Der Steuerabzug beläuft sich auf 10'000 Schweizer Franken pro Jahr und pro Kind.[15]

Neben ihrem Nationalratsamt war sie zwischen 2008 und 2016 Vizepräsidentin der FDP (ab 2009: FDP.Die Liberalen).[16]

Nach dem Rücktritt von Bundesrat Didier Burkhalter 2017 kandidierte sie für den frei gewordenen Sitz in der Landesregierung. Am Wahltag im September erhielt sie von der Bundesversammlung 28 Stimmen und wurde dritte.[17]

Sie ist im Moment zweite Vizepräsidentin des Nationalrates und wird voraussichtlich im Jahr 2020 zur Präsidentin des Nationalrates gewählt werden.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Isabelle Moret – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kathrin Alder und Daniel Friedli: Isabelle Moret: Die Kandidatin, die nicht als Frau gewählt werden will | NZZ am Sonntag. In: NZZ am Sonntag. (nzz.ch [abgerufen am 17. August 2018]).
  2. Schweizer Parlament: Isabelle Moret. Abgerufen am 17. August 2018 (französisch).
  3. a b FDP-Bundesratskandidatin Isabelle Moret: «Meine Familie steht hinter mir». Abgerufen am 17. August 2018.
  4. Bauernzeitung: Isabelle Moret: Eine Anwältin für die Bauern? Abgerufen am 17. August 2018 (deutsch).
  5. Isabelle Moret ne plaidera plus. In: 24heures.ch/. (24heures.ch [abgerufen am 17. August 2018]).
  6. Comité. In: H+ Website. Abgerufen am 17. August 2018 (französisch).
  7. Swissgrid: Conseil d'aministration. Abgerufen am 17. August 2018 (französisch).
  8. Rundschau: Süsse Macht – Die Zuckerlobby im Parlament In: srf.ch, 7. März 2018, abgerufen am 8. März 2018.
  9. Philippe Reichen: Bundesratskandidaten im Lohn-Check. In: tagesanzeiger.ch/. (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 17. August 2018]).
  10. PRD: Isabelle Moret élue vice-présidente. In: rts.ch. (rts.ch [abgerufen am 17. August 2018]).
  11. Josy Gyr und Rene Vaudroz verlassen Nationalrat. In: 20 Minuten vom 20. April 2007.
  12. Canton de Vaud: Elections du Conseil national du 18 octobre 2015. Abgerufen am 21. August 2018 (französisch).
  13. Schweizer Parlament: Isabelle Moret. Abgerufen am 17. August 2018 (französisch).
  14. Isabelle Moret » Blog Archive » Famille. Abgerufen am 17. August 2018.
  15. Le Conseil fédéral: Le Conseil fédéral entend relever les déductions fiscales pour frais de garde des enfants par des tiers. Abgerufen am 17. August 2018 (französisch).
  16. Lise Baillat: Isabelle Moret quittera la vice-présidence du PLR. In: Le Temps. (letemps.ch [abgerufen am 17. August 2018]).
  17. Ignazio Cassis accède facilement au Conseil fédéral. Abgerufen am 17. August 2018 (französisch).