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Gordon Wild (* 16. Oktober 1995 in Leonberg) ist ein deutscher Fußballspieler auf der Position eines Stürmers. Seit 2018 steht er bei Atlanta United in der Major League Soccer, der höchsten nordamerikanischen Fußballliga, unter Vertrag.

Gordon Wild
Personalia
Geburtstag 16. Oktober 1995
Geburtsort LeonbergDeutschland
Größe 178 cm
Position Stürmer
Junioren
Jahre Station
0000–2011 Eisbachtaler Sportfreunde
2012–2013 1. FSV Mainz 05
2013–2015 SV Wehen Wiesbaden
2015 University of South Carolina Upstate
2016–2017 University of Maryland, College Park
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2014–2015 SV Wehen Wiesbaden II 5 (0)
2018– Atlanta United 0 (0)
2018 → Charleston Battery (Leihe) 32 (7)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 19. August 2018

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

Karrierebeginn in der HeimatBearbeiten

Gordon Wild wurde am 16. Oktober 1995 in der Stadt Leonberg in Baden-Württemberg als Sohn von Johnny Meyer und Irene Wild geboren und wuchs zusammen mit seinem Bruder Rene auf. In noch jungen Jahren schaffte er den Sprung von den Eisbachtaler Sportfreunden[1] in die Nachwuchsabteilung des 1. FSV Mainz 05 und durchlief bei diesem bis 2013 sämtliche Spielklassen. Zuletzt war der Rechtsfuß in der Saison 2012/13 in der Staffel Süd/Südwest der A-Junioren-Bundesliga aktiv und brachte es in dieser auf 14 für ihn persönlich torlose Meisterschaftseinsätze. In weiterer Folge wechselte Wild im Sommer 2013 in die Jugend des SV Wehen Wiesbaden und wurde von Trainer Christian Hock in der A-Junioren-Hessenliga eingesetzt, wo er als torgefährliche Offensivkraft galt. Bei insgesamt 17 Ligaeinsätzen in der Saison 2013/14 kam Wild zwölf Mal zum Torerfolg und wurde im letzten Saisonspiel auch in der von Thomas Brendel trainierten Amateurmannschaft von Wehen Wiesbaden in der Hessenliga eingesetzt. 2014/15 kam Wild, der während seiner Zeit in Mainz die IGS Mainz-Bretzenheim besuchte, ebenfalls vorrangig im vereinseigenen Nachwuchs zum Einsatz, brachte es aber auch zu vier weiteren Einsätzen in der Hessenliga 2014/15. Nachdem der SV Wehen Wiesbaden am Saisonende seine zweite Mannschaft aufgrund interner Strukturänderungen im Nachwuchsbereich zurückgezogen hatte,[2] tat sich für Wild ein Wechsel in die Vereinigten Staaten auf.

College-Fußball in den Vereinigten StaatenBearbeiten

Für das Studium wechselte er 2015 an die University of South Carolina Upstate nach Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina und war dort in der Herrenfußballmannschaft der Universitässportabteilung USC Upstate Spartans aktiv. Am 28. August 2015 gab er im Spiel gegen die UNC Asheville sein Mannschaftsdebüt, in dem mit mehreren Deutschen durchsetzten Team.[3] Neben ihm kamen in diesem Spieljahr unter anderem auch Leon Schwarzer, Heiko Allmendinger, Marvin Schön und Lukas Sommer zum Einsatz. Bereits ab seinem zweiten Einsatz, einem 7:0-Kantersieg im Auswärtsspiel gegen das Presbyterian College am 5. September, agierte Wild als äußerst torgefährlich und steuerte in dieser Begegnung vier Treffer bei.[4] Danach kam er unter dem langjährigen Trainer Greg Hooks noch in 13 weiteren Meisterschaftsspielen zum Einsatz und brachte es in seinem ersten Jahr bei 15 Einsätzen auf 16 Tore und zwei Torvorlagen. Beispielhaft für seine Torgefährlichkeit waren seine zwölf Treffer nach den ersten sechs absolvierten Ligapartien. In diesem Jahr schaffte es das Team erstmals ins Atlantic Sun Men’s Soccer Tournament und kam nach knappen Siegen über Jacksonville und Florida Gulf Coast bis ins Finale, wo das Team deutlich gegen North Florida mit 0:7 unterlag.[5] Aufgrund seiner Leistung wurde Wild zum A-Sun-Freshman-of-the-Year gewählt und stand im A-Sun-All-Conference-Team, sowie im A-Sun-All-Freshman-Team. Darüber hinaus war er viermaliger A-Sun-Player-of-the-Week; dieser Erfolg gelang der USC Upstate zum ersten Mal seit 1995 und zum zweiten Mal seit der Ligagründung. Des Weiteren war der deutsche Offensivakteur im NSCAA-All-Southeast-Region-First-Team, sowie im Top-Drawer-Soccer-All-American-Freshman-Team und wurde zum Hero-Sports-Division-I-Men’s-Soccer-Rookie-of-the-Year gewählt. Weitere Ehrungen, die Wild in diesem Jahr erhielt, waren unter anderem die Wahl zum College-Soccer-News-All-Freshman-American-First-Team, sowie die Wahlen zum National-Player-of-the-Week von College Soccer News und Top Drawer Soccer und dreifache Wahl ins National-Team-of-the-Week von College Soccer News und Top Drawer Soccer. In den Kategorie Tore, Tore pro Spiel, Torschüsse, Schüsse gesamt und Punkte pro Spiel führte er die Nation auf dem ersten Platz an.

Nach seinem erfolgreichen Freshman-Jahr wurde Wild von Universitäten mit erfolgreicheren Fußballprogrammen umworben und entschied sich in weiterer Folge für ein Studium an der University of Maryland, College Park, die mit den Maryland Terrapins eine der besten College-Fußballmannschaft der Vereinigten Staaten vorweisen können und bereits zahlreiche spätere Profispieler hervorgebracht haben. Als einziger Deutscher im Kader gewann er mit dem Team die Big Ten Conference Men’s Soccer 2016 und schaffte nach Siegen über Michigan, Michigan State und Wisconsin im Big Ten Conference Men’s Soccer Tournament 2016 den Einzug in die NCAA Division I Men’s Soccer Championship 2016. In dieser war jedoch bereits nach der ersten Partie, dem Zweitrundenspiel gegen die Providence College, Endstation, als man mit 4:5 unterlag.[6] Dies war zugleich auch die einzige Niederlage, die die Terrapins in diesem Spieljahr hinnehmen mussten; die Statistik nach 21 Partien lautete: 18 Siege, zwei Unentschieden und eine Niederlage. Wild war dabei in allen 21 Spielen im Einsatz und kam auf 17 Treffer, womit er die meisten Treffer für sein Team in einem Spieljahrt seit der aktiven College-Zeit von Patrick Mullins erzielte. Neben zweimaliger Wahl zum Big-Ten-Offensive-Player-of-the-Week wurde Wild auch zum Big-Ten-Offensive-Player-of-the-Year und rangierte in den Kategorien Tore und Punkte unter den Top 3 Spielern der Vereinigten Staaten in diesem Jahr. Außerdem wurde der Offensivakteur ins All-Big-Ten-First-Team und zum Big-Ten-Tournament-Most-Valuable-Offensive-Player gewählt und war einer von drei Finalisten auf den Erhalt der Hermann Trophy, die alljährlich an den besten College-Fußballspieler vergeben wird.

In seinem nachfolgenden Junior-Jahr nahm seine Torgefährlichkeit ab, wobei er bei 19 Meisterschaftseinsätzen, von denen er in 18 von Beginn an am Rasen war, fünf Treffer erzielte und zwei Assists beisteuerte. In diesem Jahr stieß mit Johannes Bergmann, ein ehemaliger deutscher Nachwuchsnationalspieler, der in Deutschland bereits kurz vor seinem Profidebüt gestanden hatte, aber nur im Amateurbereich zum Einsatz gekommen war, ein Landsmann zu den Maryland Terrapins. Nach einem mittelmäßigen Abschneiden in der Big Ten Conference Men’s Soccer 2017 schied Maryland im Big Ten Conference Men’s Soccer Tournament 2017 bereits frühzeitig im Viertelfinale gegen Wisconsin aus. In der nachfolgenden NCAA Division I Men’s Soccer Championship 2017 unterlag die Mannschaft ebenfalls frühzeitig; in diesem Fall noch in der ersten Partie der Regional 4 im Elfmeterschießen gegen die University at Albany, SUNY. In der Vorsaison stand Wild auf der Hermann-Trophy-Watch-List und war ein Big-Ten-Player-to-Watch.

Erste Einsätze als ProfiBearbeiten

Anfang des Jahres 2018 gab Wild den vorzeitigen Abgang von der Universität bekannt, um eine Profilaufbahn als Fußballspieler zu verfolgen.[7] Wenige Wochen zuvor gab erst sein Mannschaftskollege Eryk Williamson ein Jahr vor Beendigung seines Studiums den vorzeitigen Abgang in den Profifußball bekannt.[8] In weiter Folge unterschrieb er einen Generation-Adidas-Vertrag mit der Major League Soccer und war zur Teilnahme am MLS SuperDraft 2018 berechtigt.[9][10] Über diesen wurde der Deutsche, nachdem er an der MLS Combine teilgenommen hatte, als 37. Pick in der zweiten Runde zum MLS-Franchise Atlanta United gedraftet.[11] Kurz daraufhin entschied man sich dafür Wild zu Charleston Battery in die zweitklassige United Soccer League (USL) zu verleihen.[12] Der Leihvertrag beinhaltet die Option Wild umgehend zurückzuholen, sollte er bei Atlanta United gebraucht werden.[12] Sein Profidebüt gab Wild daraufhin am 17. März 2018 bei einer 0:1-Heimniederlage gegen den FC Cincinnati, als ihn Trainer Michael Anhaeuser in der 80. Spielminute im Tausch für Nico Rittmeyer auf den Rasen schickte.[13] Danach setzte ihn Anhaeuser vorwiegend als Stammkraft in der Offensive ein, wobei Wild bei seinem fünften Ligaeinsatz erstmals zum Torerfolg kam. Ausgerechnet beim 3:0-Auswärtssieg über Atlanta United 2 erzielte Wild in den Minuten 51 und 85 die Tore zur 2:0- und 3:0-Führung.[14] Bis dato (Stand: 23. August 2018) kam Wild in 24 Meisterschaftsspielen zum Einsatz und erzielte dabei 6 Treffer.

Weblinks & QuellenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nicht nur Schweinsteiger, abgerufen am 11. Mai 2018
  2. SV Wehen zieht seine U21 zurück, abgerufen am 11. Mai 2018
  3. UNC Asheville at USC Upstate – August 28, 2015 (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  4. USC Upstate at Presbyterian – September 5, 2015 (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  5. Greg Hooks auf der offiziellen Webpräsenz der USC Upstate Spartans (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  6. Men’s Soccer Rallies to Defeat No. 1 Maryland In NCAA Second Round – The Friars are the only team to defeat the Terps in 2016. (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  7. Gordon Wild will leave Maryland early to pursue pro soccer career (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  8. Maryland’s Eryk Williamson turns pro, but will he sign with D.C. United? (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  9. WILD SIGNS GENERATION ADIDAS DEAL (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  10. Maryland soccer forward Gordon Wild will enter MLS draft as Generation Adidas player (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  11. Atlanta United selects Jon Gallagher, Oliver Shannon, Gordon Wild in MLS SuperDraft (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  12. a b Two Atlanta United players training with Charleston (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  13. CHARLESTON BATTERY VS FC CINCINNATI (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018
  14. Charleston Battery's Gordon Wild finding success a long way from home (englisch), abgerufen am 11. Mai 2018