Gisela Schäfer

deutsche Internistin, Gründungsinitiatorin der Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf

Gisela Schäfer geb. Rausch (* 23. Juli 1924 in Düsseldorf; † 23. März 2021 ebenda) war eine deutsche Internistin.

Gisela Schäfer geb. Rausch 2013

Leben und SchaffenBearbeiten

Frau Schäfer studierte an den Universitäten in Marburg, Düsseldorf und Bonn in den Fächern Medizin, Kunstgeschichte, Philosophie, Religionsgeschichte und Musikwissenschaften. Sie promovierte zum Doktor der Medizin und praktizierte als Fachärztin für Innere Medizin an der 1. Medizinischen Klinik der Universität, dem heutigen Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD).[1]

Auf ihre Initiative wurde am 20. März 1979 die Robert-Schumann-Gesellschaft e. V. in Düsseldorf gegründet.[2] Gemeinsam mit Julius Alf, Günther Schneider-Schott, Herbert Zapp, Werner Runge, Johann Völling, Dietrich Fischer-Dieskau, Günther Henle und Akio Mayeda konnte sie Ihr Vorhaben umsetzen. Die Gesellschaft hat heute ca. 500 Mitglieder.[3] Das Mitteilungsblatt der Robert-Schumann Gesellschaft, unter der Redaktion von Frau Schäfer, startete mit dem Titel Correspondenz im Jahre 1980 beim Shaker Verlag Düren. Durch ihr Engagement wurde 1986 die Robert-Schumann-Forschungsstelle e. V. in Düsseldorf gegründet. Die Stelle übernahm die Edition der Neuen Robert-Schumann-Gesamtausgabe.[4][5] 1992 erhielt Gisela Schäfer den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau.[6] 1994 fand erstmals der von ihr ins Leben gerufene 1. Internationale Concours Clara Schumann für Klavier in Düsseldorf statt.[7] Für den Wettbewerb konnte sie namhafte Pianisten und Pianistinnen gewinnen, wie Anna Gourari, Lev Vinocour und Aleksey Botvinov.[8] Der damalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Johannes Rau übernahm die Schirmherrschaft. Mit ihrer Starbesetzung der Jury konnte der Wettbewerb internationale Aufmerksamkeit erlangen. Hier gewann sie die Jurorinnen und Juroren Martha Argerich, Maria Tipo, Vladimir Ashkenazy, Alexis Weissenberg und den Musik-Kritiker Joachim Kaiser.[9] Am 26. März 1999 erhielt sie das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihre langjährige kulturelle Tätigkeit für die Stadt Düsseldorf als Robert-Schumann-Stadt aus den Händen der Düsseldorfer Oberbürgermeisterin Marlies Smeets.

„Mein Wunsch zum Abschluss: Ich würde mich freuen, wenn sich junge Menschen wieder mehr für die Schönheit und den Wert der klassischen Musik interessieren und begeistern könnten. Mit reißerischen »Musik Events« und »cross-over-Konzerten« ist das sicher nicht zu erreichen. Es bedarf einer frühzeitigen und klugen Hinführung der Jugend zu diesem Kulturerbe, auf das unser Land stolz sein darf.“

Gisela Schäfer 2001[10]

2002 wurde Frau Schäfer zusammen mit dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Zapp zur Ehrenvorsitzenden der Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf ernannt.

Frau Gisela Schäfer verstarb am 23. März 2021 im Alter von 97 Jahren. Ihr Grab befindet sich auf dem Südfriedhof in Düsseldorf.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Gisela Schäfer (Internistin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Robert Schumann gewidmet Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Robert-Schumann-Gesellschaft e. V.,Irmgard Knechtges-Obrecht Verlag Dohr, Düsseldorf 2004 ISBN 9783936655216, ISBN 3936655219 S. 40 (Snippet-Ansicht)
  2. Robert Schumann Gesellschaft: Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD: Gisela Schäfer (Feier des 90. Geburtstages am 5. November 2014). Abgerufen am 20. Mai 2018.
  3. Robert Schumann Gesellschaft, Wir über uns Allgemein
  4. Robert-Schumann-Forschungsstelle e. V. auf www.schumann-ga.de Geschichte
  5. Rheinische Post Ausgabe vom 3. April 2021 Nachruf der Robert-Schumann Gesellschaft
  6. Schumann-Portal.de: Robert Schumann Preis der Stadt Zwickau (Gisela Schäfer). Abgerufen am 21. Mai 2018.
  7. Schumann Gesellschaft: Concurs Clara Schumann. Abgerufen am 21. Mai 2018.
  8. [Robert Schumann gewidmet: Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Robert-Schumann-Gesellschaft e. V., Düsseldorf Irmgard Knechtges Dohr, 2004 S. 113]
  9. Interview mit Gisela Schäfer Westdeutsche Zeitung vom 27. April 2007 Das Interview
  10. Zeitzeugen Hrsg. Allen Peffer, Grupello Verlag Düsseldorf 2001 ISBN 3-933749-52-2