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Gelibolu (verballhornt aus griechisch Καλλίπολις Kallipolis, lateinisch Callipolis), auch Gallipoli, ist eine türkische Hafenstadt an den Dardanellen auf der Halbinsel Gallipoli (türkisch ebenfalls Gelibolu) in der Provinz Çanakkale. Die Stadt vereint etwa zwei Drittel der Landkreisbevölkerung (2018: 67,7 %).

Gelİbolu
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Gelibolu (Türkei)
Red pog.svg
BAŞ KUMANDAN - panoramio.jpg
Denkmal für Mustafa Kemal Atatürk mit turanischen Flaggen im Zentrum
Basisdaten
Provinz (il): Çanakkale
Koordinaten: 40° 24′ N, 26° 40′ OKoordinaten: 40° 24′ 30″ N, 26° 40′ 25″ O
Einwohner: 30.341[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 286
Postleitzahl: 17 500
Kfz-Kennzeichen: 17
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 5 Mahalle
Bürgermeister: Münir Mustafa Özacar (CHP)
Postanschrift: Camikebir Mah.
Eski Hükümet cad. No:1
17500 Gelİbolu
Website:
Landkreis Gelİbolu
Einwohner: 44.809[1] (2018)
Fläche: 823 km²
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Kaymakam: Hakan Kılınçkaya
Website (Kaymakam):
Lage von Gallipoli

Die Fähre von Gelibolu nach Lapseki ist neben der Route über Eceabat-Çanakkale eine der Hauptverbindungen Istanbul/Izmir. In der Stadt gibt es einige Sardinenfabriken und auch der kleine beliebte Hamsi-Fisch (Anchovis) wird verkauft.

LandkreisBearbeiten

Der Landkreis wurde 1926, drei Jahre nach Gründung der Türkei, geschaffen. Er besteht neben der Kreisstadt noch aus einer weiteren Gemeinde (Belediye): Kavakköy mit 2.721 Einwohnern. Daneben gibt es noch 26 Dörfer (Köy) mit durchschnittlich 365 Bewohnern. Das ist der höchste Wert in der Provinz Çanakkale, der Provinzdurchschnitt liegt bei 265 Bewohnern pro Dorf. Bolayır hat die meisten Einwohner (1.141). Die Bevölkerungsdichte liegt geringfügig unterhalb des Provinzdurchschnitts von 55 Einwohnern je Quadratkilometer.

GeschichteBearbeiten

Das antike Kallipolis war das Gegenstück zum auf der Südseite des Hellesponts (Dardanellen) gelegenen Lampsakos, dem heutigen Lapseki. Die Stadt spielte vor allem in der Spätantike eine Rolle wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt Konstantinopel. Von Justinian I. wurde sie zur Festung ausgebaut.

Das Bistum Kallipolis gehörte der Kirchenprovinz Heracleia an. Von den sechs bekannten griechischen Bischöfen besuchte der erste 431 das Konzil von Ephesos und der letzte findet nach 1500 seine Erwähnung. Ebenso gab es zwischen 1208 und 1508 acht lateinische Bischöfe. Bis zur Vertreibung der Griechen aus dem Ort 1922 im Zuge des Bevölkerungsaustausches mit Griechenland blieb der Ort ein orthodoxer Bischofssitz. Die Stadt ist heute noch Titularsitz eines griechisch-orthodoxen Bischofs sowie römisch-katholisches Titularbistum (Titularbistum Callipolis).[2]

1354 wurde die Stadt durch den Osmanen Orhan I. Gazi erobert. Während der Regierungszeit des Sultans Bayezid I. (1389–1402) wurde der Hafen von Gelibolu ab 1390 als Flottenbasis mit Marinearsenal ausgebaut.[3]

Im Ersten Weltkrieg fand hier 1915 die Schlacht von Gallipoli statt, bei der unter Mustafa Kemal Pascha und Liman Pascha von Sanders ein osmanischer Sieg errungen wurde.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Schlachtfelder des ANZAC
  • Osmanische Festung

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gelibolu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Türkiye Nüfusu İl ilçe Mahalle Köy Nüfusları, abgerufen am 1. Juni 2019
  2. Raymond Janin, La hiérarchie ecclésiastique dans le diocèse de Thrace, in Revue des études byzantines, tomo 17, 1959, Seiten 148–149.
  3. Encyclopaedia of Islam, Artikel über Gelibolu (Memento vom 4. Mai 2005 im Internet Archive) (II:983a)