Hauptmenü öffnen

The Encyclopaedia of Islam

Nachschlagewerk für die Islamwissenschaft
(Weitergeleitet von Encyclopaedia of Islam)

The Encyclopaedia of Islam (EI; französisch Encyclopédie de l’Islam) ist eine vom Verlag Brill in Leiden herausgegebene Enzyklopädie zur Religion, Geschichte und Kultur der Islamischen Welt und das bislang umfassendste Nachschlagewerk der Islamwissenschaft. Die einzelnen Artikel sind von namhaften Islamwissenschaftlern aus aller Welt verfasst und mit Namen der Autoren gezeichnet. Das Werk erscheint mittlerweile in dritter Auflage. Da allerdings diese dritte Auflage, die im Jahre 2007 begonnen wurde, noch im Aufbau befindlich ist, muss bei vielen Themen weiter auf die zweite Auflage zurückgegriffen werden, die in der Zeit zwischen 1954 und 2005 erschien und vielfach nicht mehr den gegenwärtigen Stand der Forschung abbildet. Zusammen mit der Encyclopædia Iranica und der Encyclopaedia Aethiopica[1] gehört die Encyclopaedia of Islam zu den wichtigsten Nachschlagewerken der Orientalistik.

Die Encycopaedia of Islam ist nicht mit der ebenfalls vom Brill-Verlag veröffentlichten Encyclopaedia Islamica zu verwechseln, die gleichfalls unter wissenschaftlicher Herausgeberschaft steht, aber eine gekürzte Übersetzung der persischen Islam-Enzyklopädie Dāʾirat al-Maʿārif-i Buzurg-i Islāmī darstellt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Erste Auflage: „Enzyklopädie des Islām“Bearbeiten

Die erste Auflage Encyclopaedia of Islam, veröffentlicht in den Jahren 1913 bis 1938, erschien noch in den drei Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch. Die deutsche Version hatte den Titel Enzyklopädie des Islām. Geographisches, ethnographisches und biographisches Wörterbuch der muhammedanischen Völker. Die vier Grundbände erschienen in den Jahren 1913 bis 1934, der Ergänzungsband 1938. Auf diese erste Auflage wird in der wissenschaftlichen Literatur üblicherweise mit der Abkürzung EI1 verwiesen.

Zweite Auflage: „Encyclopaedia of Islam. New Edition“Bearbeiten

Beim 21. Internationalen Orientalistenkongress in Paris im Juli 1948 wurde die Lancierung einer neuen Ausgabe beschlossen, die nur noch in Englisch und Französisch erscheinen sollte. Die ersten Faszikel dieser zweiten Auflage mit dem Titel „Encyclopaedia of Islam. New Edition“ erschienen ab 1954, der erste Band wurde 1960 veröffentlicht. Auf diese zweite Auflage wird in der wissenschaftlichen Literatur üblicherweise mit der Abkürzung EI² verwiesen. Wie die erste Auflage ist auch diese zweite Auflage nach arabischen Stichwörtern geordnet. Wer also etwas über Sklaverei im Islam wissen will, muss unter dem Stichwort ʿAbd suchen, weil ʿabd das arabische Wort für „Sklave“ ist.

Erscheinungsjahre der Einzelbände der zweiten Auflage (englisch)Bearbeiten

 
Encyclopaedia of Islam (EI2)
  • Band 1 (I) (A–B): 1960
  • Band 2 (II) (C–G): 1965
  • Band 3 (III) (H–Iram): 1971
  • Band 4 (IV) (Iran–Kha): 1978
  • Band 5 (V) (Khe–Mahi): 1986
  • Band 6 (VI) (Mahk–Mid): 1991
  • Band 7 (VII) (Mif–Naz): 1993
  • Band 8 (VIII) (Ned–Sam): 1995
  • Band 9 (IX) (San–Sze): 1997
  • Band 10 (X) (T–U): 2000
  • Band 11 (XI) (W–Z):[3] 2002
  • Band 12 (XII) (Ergänzungsbd.): 2004

RedaktionskomiteeBearbeiten

Herausgeber
Mitarbeiter
  • Peri J. Bearman (Bände VII: 385–1058, VIII, IX)
  • John Burton-Page (Band II)
  • Emeri J. van Donzel (Band III)
  • C. Dumont (Bände I: 321–1359, II, III, IV: 1–768)
  • Fokke Theodoor Dijkema (Bände IV: 769–1188, V, VI, VII: 1–384)
  • Gerald R. Hawting (Bände III, IV: 1–256)
  • M. Lefort (Band IV: 769–1188)
  • Victor Louis Ménage (Band II)
  • S. Nurit (Bände IV: 769–1188, V, VI, VII, VIII, IX)
  • Margot Patterson (Band IV: 1–768)
  • Roger M. Savory (Band I: 321–1359)
  • Samuel M. Stern (Band I: 1–320)

ExekutivkomiteeBearbeiten

Mitglieder (Band XI):

P. J. Bearman; Th. Bianquis; C. E. Bosworth; J. T. P. de Bruijn; A. Dias Farinha; E. van Donzel; Josef van Ess; W. P. Heinrichs; R. J. Kasteleijn; A. K. S. Lambton; Bernard Lewis; F. Rosenthal; F. Rundgren; A. L. Udovitch

Assoziierte Mitglieder (Band XI):

Halil İnalcık; S. H. Nasr; M. Talbi

Ehemalige Mitglieder (vor Band XI):

A. Abel; C. C. Berg; Claude Cahen; R. Ettinghausen; Francesco Gabrieli; E. García Gómez; Hamilton Alexander Rosskeen Gibb; J. H. Kramers; E. Lévi-Provençal; G. Levi Della Vida; T. Lewicki; B. Lewin; Bernard Lewis; E. Littmann; H. Massé; Fr. Meier; V. L. Ménage; G. C. Miles; H. S. Nyberg; Rudi Paret; J. Pedersen; Ch. Pellat; N. W. Posthumus; F. H. Pruijt; Joseph Schacht; F. C. Wieder

Ehemalige assoziierte Mitglieder (vor Band XI):

H. H. Abdul Wahab; A. Adnan Adivar; A. S. Bazmee Ansari; Husain Djajadiningrat; A. A. A. Fyzee; Halil Inalcik; Abd el-Aziz Khoweitir; Mehmet Fuat Köprülü; Ibrahim Madkour; Khalil Mardam Bey; Naji al-Asil; Muhammad Shafi; Mustafa al-Shihabi; Hasan Taghizade; E. Tyan

Ehemalige Ehrenmitglieder (vor Band XI):

G. Levi Della Vida; E. Littmann

Dritte Auflage: „Encyclopaedia of Islam, THREE“Bearbeiten

Eine dritte Auflage, die nur noch auf Englisch erscheint, ist seit dem Jahre 2007 unter dem Titel „Encyclopaedia of Islam, THREE“ im Aufbau. Sie wird von Kate Fleet, Gudrun Krämer, Denis Matringe, John Nawas und Everett Rowson herausgegeben.[4] Anders als die beiden ersten Auflagen ist die dritte Auflage nicht mehr nach arabischen, sondern nach englischen Stichwörtern geordnet.

Ein weiterer Unterschied ist, dass die „Encyclopaedia of Islam, THREE“ von vornherein als Online-Lexikon angelegt ist. Der Wechsel zum digitalen Medium hat den Vorteil, dass der Aufbau des Nachschlagewerks nicht mehr streng in alphabetischer Reihenfolge erfolgen muss, was den Produktionsprozess verschnellert. Wie die Online-Versionen der ersten beiden Auflagen, ist die „Encyclopaedia of Islam, THREE“ mit einer Paywall versehen. Für Personen, die kein Abonnement abgeschlossen haben, ist Zugang üblicherweise nur über Bibliotheken gegeben, die Abonnements abgeschlossen haben. Zwar wird noch immer eine gedruckte Version der dritten Auflage hergestellt, doch wird diese nur von wenigen wissenschaftlichen Bibliotheken bezogen.

Siehe auchBearbeiten

AusgabenBearbeiten

  • Martin T. Houtsma, T. W. Arnold, R. Basset, R. Hartmann (Hrsg.): Enzyklopädie des Islam. Band 1–4 + Ergänzungsband, 1913–1938. Brill, Leiden.
  • The Encyclopaedia of Islam. Brill, Leiden, OCLC 851295744 (New Edition, 1954–2004, herausgegeben von mehreren führenden Orientalisten, darunter Gibb, unter der Schirmherrschaft des Internationalen Akademienverbandes, zusammen mit J. H. Kramers und E. Levi-Provençal).
  • The Encyclopaedia of Islam. New ed.. Brill, Leiden [u. a.] 1997, ISBN 90-04-08118-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Siehe: Hatem Elliesie: Der zweite Band der Encyclopaedia Aethiopica im Vergleich. In: Orientalistische Literaturzeitung. Band 102, Nr. 4–5. Berlin 2007, S. 397–407.
  2. Online-Version
  3. Die Titelangabe des Bandes lautet „W–Z“, der Abschnitt „V“ nimmt lediglich die ersten anderthalb Seiten ein.
  4. Encyclopaedia of Islam., abgerufen am 18. Juli 2018.