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Franz „Bulle“ Roth (* 27. April 1946 in Memmingen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

Franz Roth
Personalia
Geburtstag 27. April 1946
Geburtsort MemmingenDeutschland
Größe 179 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
0000–1964 TSV Bertoldshofen
1964–1966 SpVgg Kaufbeuren
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1966–1978 FC Bayern München 322 (72)
1978–1979 SV Casino Salzburg 31 0(1)
1980 SV Sandhausen 8 0(0)
1980–1985 TSV Mindelheim
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1967–1968 DFB-Jugendauswahl 11 0(0)
1969 Deutschland U-23 1 0(0)
1967–1970 Deutschland 4 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Der wegen seiner kraftvollen Spielweise „Bulle“ genannte vierfache Nationalspieler verbrachte zwischen 1966 und 1978 zwölf Jahre beim FC Bayern München, mit dem er zahlreiche nationale und internationale Titel gewann. Drei Mal schoss er in Europapokalendspielen das 1:0, was Rekord ist, davon waren seine Tore zwei Mal alleinig spielentscheidend.

Inhaltsverzeichnis

KarriereBearbeiten

VereineBearbeiten

Roth begann seine Fußballer-Karriere in der C-Jugend des TSV Bertoldshofen, wechselte 1964 zur SpVgg Kaufbeuren und hinterließ bei den Spähern des FC Bayern München einen nachhaltigen Eindruck, sodass er zur Saison 1966/67 mit einem Profi-Vertrag ausgestattet wurde. Startschuss seines ersten Bundesligaspiels (von 322 Bundesligaspielen ausschließlich für den FC Bayern München) war der 27. August 1966 (2. Spieltag), als die Bayern 0:0-Unentschieden bei Fortuna Düsseldorf spielten. Sein erstes Tor (von 72) erzielte er am 10. September 1966 (4. Spieltag) zum zwischenzeitlichen 3:0 beim 6:1-Auswärtserfolg gegen den Karlsruher SC. Am 4. März 1978 (28. Spieltag) – beim 1:1-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund – lief Roth zum letzten Mal in der Bundesliga auf. Da sein Vertrag bei Bayern nicht verlängert wurde, wechselte er nach Österreich zum Zweitliga-Meister und Bundesliga-Aufsteiger Casino Salzburg, für den er eine Saison spielte, bevor er 1979 seine Karriere als Profifußballer beendete. Sein einziges Tor für die Salzburger erzielte er am 18. August 1978 (1. Spieltag) beim 2:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen den Grazer AK. Von Januar 1980 bis Juni 1980 bestritt er noch 8 Spiele für den SV Sandhausen in der Amateur-Oberliga Baden-Württemberg.[1] Danach spielte er bis 1985 noch für den TSV Mindelheim, wo er seine Karriere beendete.

Franz Roth war bekannt für seine körperbetonte Spielweise und seinen harten Schuss, was ihm den Beinamen „Bulle“ einbrachte. Er war aber auch der Mann beim FC Bayern München mit den wichtigen Toren in Europapokalendspielen. So traf er 1967 in Nürnberg beim 1:0-Endspielsieg gegen die Glasgow Rangers, 1975 im Endspiel in Paris gegen Leeds United (Endstand: 2:0) und 1976 in Glasgow gegen die AS Saint-Étienne zum 1:0-Endstand. Insgesamt markierte Franz Roth 11 Tore in 65 Europapokalspielen für den FC Bayern München.

 
Franz Roth mit dem Europapokal der Landesmeister

NationalmannschaftBearbeiten

Vom 14. Februar 1967 (0:1-Niederlage gegen England; in Mönchengladbach) bis 11. April 1968 (1:3-Niederlage gegen die Tschechoslowakei; in Monaco) spielte Roth elfmal für die A-Junioren-Auswahl U-18, davon fünf Spiele während des UEFA-Jugendturniers. Am 7. Oktober 1967 wurde Roth erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. Im Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft 1968 gelang ein 3:1-Heimsieg gegen Jugoslawien. Die nächsten Einsätze in der A-Nationalmannschaft ließen drei Jahre auf sich warten; erst 1970 waren Roths Dienste in drei Freundschaftsspielen gegen Rumänien (1:1) am 8. April, Jugoslawien (0:2 verloren) am 18. November, und Griechenland (3:1 gewonnen) am 22. November wieder gefragt.[2] Am 7. Mai 1969 spielte Roth zwischenzeitlich und nur einmal für die Junioren-Auswahl U-23, die in Graz ein 2:2-Unentschieden gegen die Auswahl Österreichs erzielte.

ErfolgeBearbeiten

AuszeichnungBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Nach seiner aktiven Laufbahn betrieb Franz Roth mit seiner Frau Sportgeschäfte in Bad Wörishofen und in Marktoberdorf, die er mit dem Eintritt ins Rentenalter aufgab bzw. an seinen Sohn übergab.[3] Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 unterstützte er das Sozialprojekt Wir helfen Afrika in Südafrika.

Über drei Jahrzehnte war Roth mit Inka verheiratet, die 2007 an einem Krebsleiden starb.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Franz Roth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Matthias Arnhold: Franz Roth - Matches and Goals in Bundesliga. RSSSF. 31. Januar 2019. Abgerufen am 1. Februar 2019.
  2. Matthias Arnhold: Franz Roth - International Appearances. RSSSF. 31. Januar 2019. Abgerufen am 1. Februar 2019.
  3. Herbert Jung: „Bulle“ Roth gibt Sportgeschäft auf. Bild.de, 12. März 2018, abgerufen am 1. Februar 2019.