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Die Allgäuer Zeitung, kurz AZ, ist eine Tageszeitung für die Region Allgäu und Mittelschwaben.

Allgäuer Zeitung
Logo Allgäuer Zeitung – Ab August 2013 (PNG)
Beschreibung Allgäuer Abonnement-Tageszeitung
Fachgebiet Lokalzeitung
Sprache Deutsch
Verlag Allgäuer Zeitungsverlag GmbH,
Kempten
Erscheinungsweise montags bis samstags
Verkaufte Auflage 68.211 Exemplare
(IVW 3/2019, Mo–Sa)
Geschäftsführer Markus Brehm
Weblink ihre-az.de

Die Auflage liegt bei aktuell 68.211 Exemplaren. Die Lokalausgabe Kempten (Kempter Tagblatt) hat hierbei einen Anteil von rund 22.000 Stück.

GeschichteBearbeiten

Gleichnamige VorgängerBearbeiten

Die Gründung des ersten Blattes, das sich Allgäuer Zeitung nannte, geht auf das Jahr 1848 zurück, als Josef Huber – Inhaber der Köselschen Buchdruckerei – als Gegengewicht zur radikal eingestellten Kempter Zeitung die politische Tageszeitung Konstitutionelle Blätter aus dem Allgäu ins Leben rief. Allgäuer Zeitung nannte sich das Blatt spätestens im Jahr 1853. Sie erschien im Kösel-Verlag als „Organ katholischer Publizistik“ mit vorwiegend kirchlichen und religiösen Berichten, die sich besonders gegen Bismarcks kulturpolitische und kirchliche Bestrebungen wandten. Nach dem Sieg Preußens über Österreich 1866 und damit dem Erfolg der bismarckschen Politik stellte das Blatt sein Erscheinen ein.

1874 wurde die Allgäuer Zeitung, wiederum im Kösel-Verlag, als bewusst katholisch ausgerichtete Presse neu gegründet. Ab 1894 erschien die Allgäuer Zeitung einige Jahre zweimal täglich.

1934 wurde die Allgäuer Zeitung, in Folge der Gleichschaltung der Medien in der Zeit des Nationalsozialismus eingestellt und das seit 1933 erscheinende, regimekonforme Allgäuer Tagblatt wurde die einzige in Kempten erscheinende Zeitung. Am 27. April 1945 erschien das Allgäuer Tagblatt zum letzten Mal, als die US-amerikanischen Truppen in Kempten einmarschierten.

Die Presse im Allgäu nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mussten alle von deutschen Verlegern herausgegebenen Tageszeitungen ihr Erscheinen einstellen. Im September 1945 erteilte die US-amerikanischen Militärregierung dem aus Ellwangen stammenden Caspar Rathgeb die Lizenz Nummer 11 mit dem Auftrag, eine Tageszeitung für das gesamte Allgäu herauszugeben. Er gab dem neuen Blatt den Namen Der Allgäuer, der am 13. Dezember 1945 zum ersten Mal erschien. Die Redaktionsleitung übernahm der gebürtige Kölner Hans Falk. Gedruckt wurde das Blatt in den ersten Jahren in der Ferdinand Oechelhäuserschen Druckerei in Kempten. Die sieben Bezirksausgaben des Allgäuers erschienen nicht wie heute täglich, sondern nur zweimal pro Woche. Denn es fehlte am Anfang an Papier, an Mitarbeitern und auch an Benzin für die Verteilung der Zeitungen. Ab März 1951 erschien der „Allgäuer“ sechsmal pro Woche.

Allgäuer ZeitungBearbeiten

Trotz den Widrigkeiten der Nachkriegszeit konnte der Allgäuer Heimatverlag bereits im Jahr 1952 aus den Räumen der Ferdinand Oechelhäuserschen Druckerei in Kempten in ein eigenes Verlags- und Betriebsgebäude in der Kotterner Straße 64 umziehen. Anfang der 1960er Jahre verkaufte dann Hans Falk seinen Anteil an Georg Fürst von Waldburg zu Zeil, seinerseits Gesellschafter der Schwäbischen Zeitung und des Medienhauses Schwäbischer Verlag. Im Jahre 1967 übernahm Fürst von Waldburg zu Zeil ebenfalls die Anteile von Caspar Rathgeb und wurde alleiniger Herausgeber des Allgäuers. Franz Josef Dazert, der Generalbevollmächtigte des Fürsten, übernahm die Geschäftsführung.

Kooperation mit AugsburgBearbeiten

Der Verleger der Augsburger Allgemeinen Zeitung, Curt Frenzel, sah jetzt das Verlagsgeschehen der Region so in Bewegung, dass seiner zentralen Stellung in Schwaben Gefahr drohen könnte. Deshalb brachte er im Allgäu vier Bezirksausgaben der Augsburger Allgemeinen heraus. Beiden Seiten wurde allerdings schnell klar, dass nur eine Kooperation für beide Verlage eine erfolgreiche Zukunft haben wird. Man fasste daher die gemeinsame Herausgabe einer Zeitung ins Auge und konnte die Gespräche auch mit den Heimatverlegern, die mit dem Allgäuer Heimatverlag zusammenarbeiteten, erfolgreich abschließen. Schließlich wurde die Allgäuer Zeitungsverlag GmbH gegründet und es erschien die Allgäuer Zeitung mit dem Mantelteil der Augsburger Allgemeinen, aber mit einem eigenen Regionalteil und eigenen lokalen Teilen (Heimatzeitungen) in Buchloe, Füssen, Kaufbeuren, Kempten, Marktoberdorf und Memmingen.

Die erste „Allgäuer Zeitung“ in der heutigen Form erschien am 1. Oktober 1968.

In den folgenden Jahren entwickelte sich die Allgäuer Zeitung im Verbund mit der Augsburger Allgemeinen weiter. Einige der Heimatverlage, die als Herausgeber einzelner Lokalausgaben fungierten, gingen im Allgäuer Zeitungsverlag auf. 2001 wurden die Verlage der Allgäuer Zeitung Füssen und der Buchloer Zeitung, 2004 der Allgäuer Zeitung Marktoberdorf und schließlich 2005 der Memminger Zeitung in den Allgäuer Zeitungsverlag integriert.

Sitz des Verlages, der Redaktion, der Druckerei und der Logistik ist seit 1998 das Allgäuer Medienzentrum an der Heisinger Straße in Kempten. 1999 startete der Verlag seinen Internetauftritt www.all-in.de und 2000 den Sendebetrieb von allgäu.tv. Zur Mediengruppe Allgäuer Zeitung gehören seit 2003 die allgäu mail als regionaler Briefdienstleister und seit 2013 die Direktwerbung Allgäu sowie der Radiosender RSA Radio. Mit Radio Galaxy besteht eine mediale Partnerschaft.

AuflageBearbeiten

Die Allgäuer Zeitung hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den letzten 10 Jahren um durchschnittlich 1,5 % pro Jahr gesunken. Im letzten Jahr hat sie um 2,2 % abgenommen.[1] Sie beträgt gegenwärtig 68.211 Exemplare, diese Zahl enthält auch kostenpflichtige E-Paper und Probeabonnements. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 88,9 Prozent.

LokalteileBearbeiten

Eigene Lokalteile erscheinen in

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. laut IVW (online)