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Fiaugères
Wappen von Fiaugères
Staat: Schweiz
Kanton: Freiburg (FR)
Bezirk: Vivisbachw
Gemeinde: Saint-Martin (FR)i2
Postleitzahl: 1609
Koordinaten: 557438 / 159269Koordinaten: 46° 35′ 0″ N, 6° 53′ 0″ O; CH1903: 557438 / 159269
Höhe: 853 m ü. M.
Einwohner: 187 (2002)
Karte
Fiaugères (Schweiz)
Fiaugères
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2004

Fiaugères (frz. [fjɔʒɛʀ]; auch Ville du Bois genannt[1], Freiburger Patois Audio-Datei / Hörbeispiel Velâ-don-bou?/i) ist eine Ortschaft und früher selbständige politische Gemeinde im Distrikt Veveyse (deutsch: Vivisbachbezirk) des Kantons Freiburg in der Schweiz. Seit 2004 gehört Fiaugères zur Gemeinde Saint-Martin.

GeographieBearbeiten

Fiaugères liegt auf 853 m ü. M., 13 km westsüdwestlich von Bulle (Luftlinie). Die Streusiedlung erstreckt sich an aussichtsreicher Lage am nördlichen Talhang der Mionna, im Molassehügelland der Haute-Veveyse östlich der oberen Broye, im südwestlichen Freiburger Mittelland. Die ehemalige Gemeindefläche betrug rund 3,9 km². Das Gebiet reichte von der Mionna nordwärts über den Hang von Fiaugères bis auf den breiten Höhenrücken, der im Haut de Fiaugères mit 922 m ü. M. gipfelt. Nördlich davon befindet sich das Moorgebiet Les Tourbières.

BevölkerungBearbeiten

Mit 187 Einwohnern (2002) zählte Fiaugères vor der Fusion zu den kleinen Gemeinden des Kantons Freiburg. 1950 hatte die Gemeinde 296 Einwohner, danach wurde durch starke Abwanderung ein deutlicher Bevölkerungsrückgang verzeichnet. Zur Streusiedlungsgemeinde Fiaugères gehörten auch der Weiler Haut de Fiaugères (922 m ü. M.) auf der gleichnamigen Höhe sowie mehrere Hofsiedlungen und Einzelhöfe.

WirtschaftBearbeiten

Fiaugères lebt noch heute von der Landwirtschaft, insbesondere von der Milchwirtschaft und der Viehzucht. Dank der attraktiven Lage sind in den letzten beiden Jahrzehnten auch Familien ins Dorf gezogen, die überwiegend auswärts erwerbstätig sind.

VerkehrBearbeiten

Das Dorf ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Es liegt an der Hauptstrasse von Bulle nach Oron-la-Ville. Durch die Buslinie, die von Oron-la-Ville nach La Verrerie verkehrt, ist Fiaugères an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

GeschichteBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte um 1150 als Felgeria und Fergeria, 1273 erscheint der Name als Fiougiere, 1488 als Villa dou bos es fyougires. Der Ortsname wird auf lat. *filicāria, eine Ableitung zu filix ‚Farnkraut‘ zurückgeführt.[1]

Auf dem Gemeindegebiet von Fiaugères hatten die Mönche der Abtei Haut-Crêt reichen Grundbesitz und betrieben eine Mühle. Seit dem Mittelalter unterstand das Dorf der Herrschaft Oron, die sich im Einflussbereich des Hauses Savoyen befand. Mit dieser Herrschaft gelangte Fiaugères im ausgehenden 14. Jahrhundert in den Besitz der Grafen von Greyerz. Nachdem der letzte Graf von Greyerz 1554 Konkurs gemacht hatte, ging der Ort 1555 in den Besitz von Freiburg über und wurde in der Folge der Vogtei Rue zugeordnet. Bis 1763 bildete Fiaugères zusammen mit dem Nachbardorf Besencens eine einzige Gemeinde. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime 1798 gehörte das Dorf während der Helvetik und der darauf folgenden Zeit zum damaligen Bezirk Rue, bevor es 1848 in den Bezirk Veveyse eingegliedert wurde.

Im Rahmen der vom Kanton Freiburg seit 2000 geförderten Gemeindefusionen votierten die Stimmberechtigten von Fiaugères am 11. Juni 2003 mit einer Ja-Mehrheit von 85 % für die Fusion ihrer Gemeinde mit Saint-Martin und Besencens. Mit Wirkung auf den 1. Januar 2004 wurde Fiaugères deshalb nach Saint-Martin eingemeindet.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Fiaugères befindet sich die Kapelle Notre-Dame de l'Immaculée, die 1884 geweiht wurde und beeindruckende Gemälde besitzt. Das Dorf gehört zur Pfarrei Saint-Martin.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Florence Cattin: Fiaugères FR (La Veveyse) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 354.