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Fürstenwald ist ein Dorf in Nordhessen im Landkreis Kassel und seit der hessischen Gebietsreform am 1. April 1972 ein Ortsteil der Gemeinde Calden.

Fürstenwald
Gemeinde Calden
Koordinaten: 51° 22′ 59″ N, 9° 21′ 58″ O
Höhe: 287 (260–430) m ü. NHN
Fläche: 6,04 km²[1]
Einwohner: 991 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 34379
Karte
Fürstenwald – Ortsansicht von Südwesten

Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Fürstenwald liegt etwa 11,5 km (Luftlinie) nordwestlich der Innenstadt von Kassel. Es befindet sich am Nordostrand des Naturparks Habichtswald nordnordöstlich des Dörnbergmassivs im Quellgebiet der Nebelbeeke. Mit einer Höhenlage zwischen etwa 260 m beim Mühlgraben an der Grenze zum Ortsteil Ehrsten, 303 m beim Bahnhof, 415 m auf dem Postenberg und 418,5 m auf dem Hangarstein ist Fürstenwald der höchstgelegene Caldener Ortsteil, wobei Postenberg und Hangarstein, die zum Dörnbergmassiv gehören, die höchsten Erhebungen des Ortsgebietes und der Gemeinde Calden sind.

GeschichteBearbeiten

Fürstenwald wird erstmals im Jahre 1332 als Forstinwalde urkundlich erwähnt. Die ursprüngliche Bebauung wurde 1883 durch eine Brandkatastrophe fast völlig zerstört und der Ort musste neu aufgebaut werden.

Die evangelische Kirche entstand in ihrer heutigen Form in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Turmhaube und das Kirchenschiff der spätgotischen Kirche (mit spätromanischem Chor) wurden im Jahre 1782 erneuert.

Der Fürstenwalder Park mit dem sogenannten Herrenhaus wurde von dem Rittmeister Julius König, einem Speditionsunternehmer aus Erfurt, um 1912 angelegt. Zudem entstanden ein Jagdhaus und eine Pförtner- und Kutscherwohnung. Die Gesamtanlage wurde 1914 fertiggestellt und umfasst ein Areal von etwa 4,5 ha. Während der Inflation 1923 verlor er sein Vermögen und musste das Anwesen verkaufen. Danach wechselten die Besitzer mehrfach bis das Diakonische Werk der evangelischen Landeskirche es in den 1970er Jahren erwarb. Im Parkgelände befindet sich heute – unter der Trägerschaft der Diakonie – die Fachklinik Fürstenwald für Suchtkranke.

Am 1. April 1972 wurde Fürstenwald in die Gemeinde Calden eingegliedert.[2]

In erhaltenen Urkunden wurde Fürstenwald unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung) [LAGIS]: Forstinwalde (1332), Furstewalt (1539) (Kasseler Salbuch), Fürstenwald.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

VerkehrsanbindungBearbeiten

Durch Fürstenwald verläuft die Kreisstraße 30, auf der man aus Richtung Calden oder Zierenberg via Ehrsten ins Dorf kommt. Auf dieser Straße ist die Ortschaft aus Richtung Kassel via Ahnatal zu erreichen.

Fürstenwald liegt an der Bahnstrecke Korbach–Kassel, wo die Linie RT4 im Stundentakt verkehrt. Die Strecke ist Teil des Netzes der nordhessischen RegioTram, die seit dem 10. Dezember 2006 zwischen Wolfhagen und Kassel verkehrt.

Der Bahnhof ist auch Endpunkt der Buslinien 46 via Ehrsten, Meimbressen und Calden nach Vellmar-Nord, der Linie 121 via Calden nach Grebenstein und der Anrufsammeltaxilinie 122 zum nahen Flughafen Kassel-Calden.

EhrenbürgerBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/Lahn 1966, S. 90
  • Carl Wilhelm Hermann Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel, S.  53
  • Heinrich Reimer, Historisches Ortslexikon für Kurhessen, S. 155

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Zahlen und Fakten in Calden. (Memento vom 16. Mai 2016 im Internet Archive) In: Webauftritt. Gemeinde Caldern. Abgerufen im Juni 2016.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.

WeblinksBearbeiten