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Eine total, total verrückte Welt

Film von Stanley Kramer (1963)

Eine total, total verrückte Welt ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Stanley Kramer aus dem Jahre 1963 mit Spencer Tracy in einer Hauptrolle. Auffällig viele Stars bekleiden selbst kleine Nebenrollen im Film, des Weiteren finden diverse Cameo-Auftritte statt.

Filmdaten
Deutscher TitelEine total, total verrückte Welt
OriginaltitelIt’s a Mad, Mad, Mad, Mad World
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1963
Länge
  • Premiere: 193 Minuten
  • US-Fassung: 182 Minuten
  • Deutsche Fassung: 154 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieStanley Kramer
DrehbuchWilliam Rose
Tania Rose
ProduktionStanley Kramer
MusikErnest Gold
KameraErnest Laszlo
SchnittGene Fowler Jr.
Robert C. Jones
Frederic Knudtson
Besetzung
Synchronisation

HandlungBearbeiten

Smiler Grogan raubte einst eine Thunfischfabrik aus und erbeutete ein Vermögen. Er wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Versteck des Geldes gab er nie preis. Als er entlassen wird, heftet sich die Polizei an seine Fersen, in der Hoffnung, er werde sie zum Geld führen.

Auf einer bergigen, kurvenreichen Straße in Kalifornien erwischt Smiler, der den anderen Verkehrsteilnehmern schon durch seine riskante Fahrweise aufgefallen war, eine Kurve nicht mehr und stürzt mit seinem Auto einen Abhang hinunter. Mehrere hilfsbereite Autofahrer eilen an die Unfallstelle. Der im Sterben liegende Gauner kann ihnen gerade noch sagen, dass er im Park von Santa Rosita unter einem „großen W“ 350.000 Dollar vergraben hat.

Zunächst wissen die Autofahrer nicht, wie sie mit der Information umgehen sollen. Nach einigen grotesken Fahrmanövern treffen sie sich und besprechen die weitere Vorgehensweise. Man wird sich einig, dass es nicht unmoralisch wäre, das Geld zu behalten. Nach einer Diskussion über den Verteilungsschlüssel trennt man sich jedoch im Streit.

Nun beginnt eine turbulente Schatzsuche, zuerst in Form eines Straßenrennens, später kommen sogar Flugzeuge zum Einsatz. Alle Beteiligten wollen das vergrabene Geld für sich allein haben und versuchen, die Konkurrenten auszutricksen. Aber nicht nur die Unfallzeugen mutieren von friedlichen Zeitgenossen zu raffgierigen Monstern: auch Captain Culpeper vom Santa Rosita Police Department, der schon lange hinter Grogan her war, ist der Beute nicht nur aus professionellen Gründen auf der Spur.

Als die Meute das Geld schließlich findet und gerade verhandeln will, wird es von Culpeper gestohlen – nur um nach einem Handgemenge in schwindelnder Höhe vom Winde verweht zu werden. Der Film endet im Krankenhaus, in dem die Beteiligten mit schweren Verletzungen im selben Zimmer liegen und sich gegenseitig beschimpfen.

KritikenBearbeiten

„Ins Groteske übersteigertes, überlanges Abenteuerspektakel mit moralisierender Tendenz, voller absurder Komik und zynischer Seitenhiebe.“

„Das Drehbuch zu "Eine total, total verrückte Welt" schrieb William Rose gemeinsam mit Ehefrau Tania. Rose, der auch das Skript zu "Ladykillers" vorgelegt hatte, hätte ein bitterböses Feuerwerk an Gags und Pointen zünden können, wäre da nicht Kramers Zeigefingerchen. So bleibt die reine Schadenfreude leider allzu oft auf der Strecke.“

HintergrundBearbeiten

  • Der Film hat eine Intermission, eine mehrminütige Unterbrechung, bei der nur Musik zu hören ist. Sie fehlt bei manchen TV-Ausstrahlungen und Veröffentlichungen.
  • Der Film hatte bei Previews eine Länge von zunächst 210 Minuten. Er wurde für die Premiere auf 192 Minuten gekürzt. Das Studio entfernte weitere 40 Minuten. 2014 erschien eine 197 Minuten lange Version auf DVD und Blu-ray, die aufwendig aus verschiedenen Quellen rekonstruiert wurde und die an einigen Stellen nur aus Audio-Szenen mit Standbildern oder Sketchzeichnungen besteht.
  • Das American Film Institute wählte den Film auf Platz 40 der besten amerikanischen Komödien aller Zeiten.
  • Stanley Kramer stellte den Film für die United Artists her.
  • Der Film wurde in Ultra Panavision aufgenommen.
  • Ursprünglich war der Film als Cinerama-Produktion geplant. Jedoch entschied man sich aus Kostengründen für Ultra-Panavision. Eine Cinerama-Kopie (aus 1 mach 3) wurde jedoch Anfang der 1990er Jahre wiederentdeckt und zum Teil auf Laserdisc veröffentlicht.
  • Den Vorspann des Films gestaltete Saul Bass.
  • Eine Stop-Motion-Szene, das Finale auf der Feuerleiter, wurde durch Willis O’Brien und Jim Danforth ausgeführt; O’Brien erlebte die Fertigstellung des Films allerdings nicht mehr.
  • Trotz Doubles kamen einige Hauptdarsteller nicht ohne Blessuren davon.
  • Der Film Rat Race – Der nackte Wahnsinn greift die Idee des Films auf; Motiv des Rennens ist allerdings eine Wette. Ein Bollywood-Remake wurde 2007 unter dem Titel Dhamaal gedreht. Auch die zweite Staffel der Serie Prison Break wird häufig mit dem Film verglichen.[3][4][5]
  • Der James-Brown-Hit It’s a Man’s Man’s Man’s World von 1966 spielt auf den Originaltitel dieses Films an.

AuszeichnungenBearbeiten

SynchronisationBearbeiten

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1963.[6]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Cpt. T. G. Culpeper Spencer Tracy Walter Süssenguth
J. Russell Finch Milton Berle Arnold Marquis
Melville Crump Sid Caesar Curt Ackermann
Benjy Benjamin Buddy Hackett Wolfgang Gruner
Mrs. Marcus Ethel Merman Friedel Schuster
Ding „Dingy“ Bell Mickey Rooney Gerd Duwner
Sylvester Marcus Dick Shawn Michael Chevalier
Otto Meyer Phil Silvers Franz Otto Krüger
J. Algernon Hawthorne Terry-Thomas John Pauls-Harding
Lennie Pike Jonathan Winters Benno Hoffmann
Monica Crump Edie Adams Ingeborg Wellmann
Emeline Marcus-Finch Dorothy Provine Claudia Brodzinska
Zweiter Taxifahrer Eddie „Rochester“ Anderson Martin Hirthe
Dritter Taxifahrer Peter Falk Bruno W. Pantel

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eine total, total verrückte Welt. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Eine total, total verrückte Welt auf prisma.de
  3. Prison Break: Season 4. In: popmatters.com. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  4. 'Prison Break' Spots a European Gold Finch – Screener. In: screenertv.com. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  5. E Y E W E A R, THE BLOG: Review: Prison Break, Season 1. In: toddswift.blogspot.de. Abgerufen am 14. Dezember 2016.
  6. Eine total, total verrückte Welt in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 5. September 2010