Edward Everett Horton

US-amerikanischer Schauspieler

Edward Everett Horton (* 18. März 1886 in Brooklyn, New York; † 29. September 1970 in Encino, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler. Zwischen 1922 und 1971 spielte er in fast 150 Spielfilmen, überwiegend in komödiantischen Nebenrollen.

LebenBearbeiten

Edward Everett Horton wurde in Brooklyn geboren, seine Vorfahren waren schottischer, englischer und deutscher Herkunft. Vom Oberlin College wurde er als Student wegen rebellischen Verhaltens verwiesen, woraufhin er in einem Schülerstreich mit einer Strohpuppe vorspielte, er würde vom Schulgebäude springen.[1] Er besuchte anschließend das Brooklyn Polytechnic sowie die Columbia University. Ab 1906 trat der 20-jährige Horton als Sänger und Tänzer im US-Vaudeville auf, 1912 hatte er ein erstes Engagement am Broadway. 1919 zog er nach Hollywood, um dort beim Film zu arbeiten. Drei Jahre später hatte er eine erste größere Rolle in der Stummfilm-Komödie Too Much Business. Einen seiner bekanntesten Stummfilm-Auftritte hatte Horton im Jahre 1926 neben Lillian Gish in King Vidors Drama La Bohème. Der Umstieg zum Tonfilm Ende der 1920er Jahre stellte ihn als langjährigen Theaterschauspieler mit ausreichend Spracherfahrung vor keine Probleme. So war er auch in einigen der ersten Tonfilme der Warner Brothers zu sehen.

Im Tonfilm fand er seine Position als Darsteller von nervös wirkenden Nebenfiguren, die oft durch die sie umgebenden Situationen überfordert oder trottelig wirkten. Daher spielte er in den 1930er und 1940er Jahre auch in einer Vielzahl von Komödien und Musicals. Er wurde in einigen Filmen unter Regie von Ernst Lubitsch eingesetzt, unter anderem als erfolgloser Verehrer von Kay Francis in Ärger im Paradies (1932) sowie als französischer Marquis in Blaubarts achte Frau (1938). Für Regisseur Frank Capra spielte er einen Paläontologen im Abenteuerfilm In den Fesseln von Shangri-La (1937), den Leiter der Irrenanstalt in Arsen und Spitzenhäubchen (1944) sowie den Butler Hudgins in Die unteren Zehntausend (1961). Horton trat auch in mehreren Filmen an der Seite des Tanzpaares Fred Astaire und Ginger Rogers auf. So hatte er einen seiner bekanntesten Filmauftritte als tollpatschiger Millionär und Gönner von Astaire im Musicalklassiker Ich tanz’ mich in dein Herz hinein (1935). In dem Film Holiday (1930) und der gleichnamigen Neuverfilmung von 1938 spielte er jeweils die Rolle des liebenswerten und unkonventionallen Professors Nick Potter.

Neben seinen Filmrollen spielte Horton weiterhin in Theateraufführungen, zudem arbeitete er zwischen 1945 und 1947 als Moderator der Radioshow Kraft Music Hall. Ab Beginn der 1950er Jahre wirkte er vermehrt für das Fernsehen, neben Gastrollen in Fernsehserien wie I Love Lucy, Dennis the Menace und Batman arbeitete er als Erzähler für die Zeichentrickserie Rocky and His Friends. Bis zu seinem Tod arbeitete Horton als Film- und Fernsehdarsteller, sein letzter Film – die Komödie Der 25 Millionen Dollar Preis mit Dick Van Dyke – erschien erst nach seinem Tod in den Kinos.

Horton erlag im Alter von 84 Jahren einem Krebsleiden im kalifornischen Encino, wo er seinen Wohnsitz hatte. Der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald lebte Ende der 1930er-Jahre als Mieter eines Bungalows auf Hortons Grundstück.[2] Horton war homosexuell, er hatte unter anderem eine langjährige Beziehung mit dem Schauspieler Gavin Gordon.[3]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Stern auf dem Walk of Fame, 6427 Hollywood Boulevard

WeblinksBearbeiten

Commons: Edward Everett Horton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. JAMES R. COOLEY: Parker's Crossroads: Revenge of the Golden Lion. Trafford Publishing, 2014, ISBN 978-1-4907-4732-3 (google.de [abgerufen am 31. Juli 2019]).
  2. Stuart Lavietes: Frances Kroll Ring, Secretary to F. Scott Fitzgerald, Dies at 99. In: The New York Times. 23. Juni 2015, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 31. Juli 2019]).
  3. Anthony Slide: Eccentrics of Comedy. Scarecrow Press, 1998, ISBN 9780810835344 eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche