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Ein seltsames Paar

Film von Gene Saks (1968)

Ein seltsames Paar (The Odd Couple) ist eine US-amerikanische Filmkomödie von Gene Saks aus dem Jahr 1968 mit dem Komikerduo Jack Lemmon und Walter Matthau. Es handelt sich um die Verfilmung des gleichnamigen Bühnenstücks von Neil Simon, der auch das Drehbuch zur Filmversion verfasst hat.

Filmdaten
Deutscher TitelEin seltsames Paar
OriginaltitelThe Odd Couple
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1968
Länge101 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieGene Saks
DrehbuchNeil Simon
ProduktionHoward W. Koch
MusikNeal Hefti
KameraRobert B. Hauser
SchnittFrank Bracht
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Immer noch ein seltsames Paar

HandlungBearbeiten

Der von seiner Frau verlassene Ordnungsfanatiker und Hypochonder Felix Ungar will sich umbringen. Er mietet sich dafür in ein hochgelegenes Hotel ein, kann das Fenster aber nicht öffnen und zerrt sich dabei den Rücken. Nach einem gescheiterten Versuch landet er im Apartment seines Freundes, des schon geschiedenen Sportreporters Oscar Madison, wo gerade die regelmäßige Pokerrunde mit den gemeinsamen Freunden Vinnie, Speed und Roy stattfindet. Nachdem die Pokerfreunde Felix beruhigt haben, beschließt Oscar, Felix bei sich aufzunehmen.

Felix bringt die verwahrloste Wohnung in Ordnung und übernimmt nach und nach die Regie in der 'Beziehung' der beiden. Er kauft ein, kocht und putzt, was Oscar zunächst gefällt. Zudem sorgt Felix dafür, dass Oscar sein Geld besser verwaltet und seiner geschiedenen Frau regelmäßig Geld überweist. Zunehmend geht Oscar allerdings sein neuer Mitbewohner aber mit seinem Putz- und Sauberkeitswahn sowie seinen Eigenarten ziemlich auf die Nerven. Die Situation eskaliert, als Felix ein Rendezvous mit den beiden Schwestern Gwendolyn und Cecily Fink vermasselt. Er bringt sich und die Schwestern mit der Geschichte seiner geschiedenen Ehe zum Weinen und zerstört so die ausgelassene Stimmung.

Oscar redet kein Wort mehr mit Felix und setzt ihn schließlich vor die Tür. Doch schon bald meldet sich sein schlechtes Gewissen. Zusammen mit seinen Freunden macht er sich auf die Suche nach Felix. Es stellt sich heraus, dass der inzwischen bei den Fink-Schwestern eingezogen ist, die ihn wegen seiner erzählten Scheidungsgeschichte als einfühlsam und sympathisch empfinden. Felix und Oscar entschuldigen sich für ihr Verhalten und beteuern, in Zukunft besser miteinander umzugehen.

HintergrundBearbeiten

Ein seltsames Paar war ursprünglich eine Broadwayshow unter der Regie von Mike Nichols, ab 1965 zunächst mit Walter Matthau als Oscar und Art Carney als Felix.[1] Jack Klugman spielte später die Figur Oscar und übernahm diesen Part auch in der späteren Fernsehserie.

Die Fink-Schwestern Cecily und Gwendolyn heißen im Original mit Nachnamen Pigeon (zu deutsch Taube); ihre Darstellerinnen Monica Evans (* 1940) und Carole Shelley (1939–2018) haben ihre Rolle sowohl in der originalen Broadway-Produktion als auch in der Fernsehserie der siebziger Jahre gespielt.

Spätere Versionen und FortsetzungBearbeiten

Ab Herbst 1970 wurde die unter der Leitung von Garry Marshall entstandene Fernsehserie, in der Tony Randall Felix Unger und Jack Klugman wieder Oscar Madison spielte, ausgestrahlt. Als Titelmusik wurde dafür ebenfalls Neal Heftis Thema aus dem Kinofilm verwendet. Die Serie, die 114 Episoden in fünf Staffeln umfasst, lief von September 1970 bis Juli 1975. Im deutschen Fernsehen wurde sie unter dem Titel Männerwirtschaft gesendet.

1980 produzierte das ZDF eine sechsteilige Serie mit dem Titel Felix und Oskar. Heinz Baumann spielte den Oskar, Horst Bollmann den Felix. 1991 drehte Michael Günther für die ARD Ein seltsames Paar mit Harald Juhnke als Oscar und Eddi Arent als Felix.

Im Jahr 1998 kam der Nachfolger Immer noch ein seltsames Paar mit der klassischen Besetzung (Jack Lemmon und Walter Matthau) in die Kinos.

2002 wurde das Bühnenstück in einer von Neil Simon überarbeiteten und leicht aktualisierten Version als Oscar and Felix: A New Look at the Odd Couple in Los Angeles, 2005 bis 2006 am Broadway aufgeführt. Ab Dezember 2011 wurde diese Fassung in deutscher Sprache in Essen im Theater im Rathaus mit den Fernsehstars Leonard Lansink und Heinrich Schafmeister aufgeführt. Später ging diese Produktion auf Tournee durch Deutschland.

2003 adaptierte Doris Dörrie den Stoff mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht in den Hauptrollen für das ZDF.[2][3]

Das Stück wurde 2005 von Manfred Brümmer und Rolf Petersen unter dem Titel Een snurrig Poor ins Plattdeutsche übertragen und vom 12. November 2005 bis zum 7. Januar 2006 im Ohnsorg-Theater mit Manfred Bettinger und Till Huster in den Titelrollen aufgeführt.

Die seit 2015 gezeigte Serie The Odd Couple basiert ebenfalls auf dem zugrunde liegenden Stoff.

Auszeichnungen (Auswahl)Bearbeiten

Der Film wurde 1968 mit dem Laurel Award für die beste Komödie ausgezeichnet. Das Drehbuch erhielt den Preis der Writers Guild of America.

Außerdem waren Jack Lemmon und Walter Matthau für den Golden Globe als beste Hauptdarsteller (Komödie/Musical) nominiert. In den Kategorien Bester Schnitt und Bestes adaptiertes Drehbuch war die Produktion 1969 für den Oscar nominiert.

KritikenBearbeiten

„An Situationskomik reiche Komödie nach einem erfolgreichen Boulevard-Stück; zwar recht theaterhaft inszeniert, von Jack Lemmon und Walter Matthau aber bravourös gespielt.“

„Trotz einigen Leerlaufs als muntere, unbeschwerte und publikumswirksame Filmkomödie ab 12 zu empfehlen.“

Evangelischer Filmbeobachter (Kritik Nr. 374/1968)

LiteraturBearbeiten

  • Neil Simon: Ein seltsames Paar (Originaltitel: The Odd Couple). In ders.: Komödien. Verlag Volk und Welt, Berlin 1988, 411 S., ISBN 3-353-00217-0

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. The Broadway League: The Odd Couple – Broadway Play – Original | IBDB. Abgerufen am 28. Oktober 2018.
  2. TV Produktionen: Ziegler Film. Abgerufen am 28. Februar 2017.
  3. imdb.com: Ein seltsames Paar (2004)
  4. Ein seltsames Paar. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. Januar 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet