Edmund Purdom

britischer Schauspieler und Synchronsprecher

Edmund Anthony Cutlar Purdom (* 19. Dezember 1924[1] in Welwyn Garden City, Hertfordshire, England; † 1. Januar 2009 in Rom, Italien) war ein britischer Schauspieler und Synchronsprecher.

Edmund Purdom, 1962

LebenBearbeiten

Purdom wurde vor dem Beginn seiner Filmkarriere von Jesuiten im St. Ignatius College und von Benediktinern erzogen. Früh begeistert vom Theater, begann er seine schauspielerische Karriere 1945 am Theater in Stücken von William Shakespeare und Molière. Aufgrund seines guten Aussehens wurden Hollywood-Produzenten auf ihn aufmerksam, und Purdom wurde durch seine Mitwirkung vor allem in Historienfilmen Hollywoodscher Prägung vorübergehend zu einem Frauenschwarm. Seine wichtigste Rolle hatte er als Hauptdarsteller in dem historischen Monumentalfilm Sinuhe der Ägypter von Michael Curtiz, bei dem er Marlon Brando ersetzte, der sich kurzfristig von dem Projekt zurückgezogen hatte. Sowohl MGM als auch 20th Century Fox gaben ihm einen Vertrag.

Nachdem seine Karriere in Hollywood ins Stocken geraten war, verlegte er ab 1957 seinen Arbeitsschwerpunkt zurück nach Europa, wo er in zahlreichen Genreproduktionen, darunter in vor allem in Italien produzierten Sandalenfilmen, später in Italowestern und danach auch in Horrorfilmen zu sehen war. Die Qualität seiner Filme ließ dabei oftmals sehr zu wünschen übrig.[2]

Purdom war viermal verheiratet, dreimal ließ er sich scheiden. Seine erste Frau, Anita Philips, ist die Mutter seiner Kinder. Es folgte Linda Christian, die Ex-Frau des Schauspielers Tyrone Power; seine dritte Ehefrau war Alicia Darr. Im Jahr 2000 heiratete er Vivienne Purdom.

Purdom lebte zuletzt in Rom. In Italien hat er in etwa 60 dort produzierten B-Filmen mitgespielt und über viele Jahre als Sprecher bei der englischen Synchronisation italienischer Filme mitgewirkt. Daneben war er auch als Filmproduzent tätig.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1953: Untergang der Titanic (Titanic)
  • 1953: Julius Caesar (Julius Caesar)
  • 1954: Sinuhe der Ägypter (The Egyptian)
  • 1954: Alt-Heidelberg (The Student Prince)
  • 1955: Tempel der Versuchung (The Prodigal)
  • 1955: Des Königs Dieb (The King’s Thief)
  • 1957: Brennpunkt Tanger (Agguato a Tangeri)
  • 1959: Herodes – Blut über Jerusalem (Erode il grande)
  • 1959: Rasputin, der Dämon von Petersburg (L’ultimo zar)
  • 1959: Malaga (Moment of Danger)
  • 1960: Aufstand der Tscherkessen (I cosacchi)
  • 1960: Aufstand der Legionen (Salambò)
  • 1960: Rache der Barbaren (La furia dei barbari)
  • 1960: Das große Wunschkonzert
  • 1961: Der junge General (La Fayette)
  • 1961: Der Letzte der Wikinger (L’ultimo dei Vikinghi)
  • 1961: Meuterei (L'ammutinamento)
  • 1961: Nofretete – Königin vom Nil (Nefertiti regina del Nilo)
  • 1961: Suleiman der Eroberer (Solimano il conquistatore)
  • 1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz
  • 1963: Einer rechnet ab (Los cuatreros)
  • 1964: Wir zeigen, was wir haben (The Beauty Jungle)
  • 1964: Der gelbe Rolls-Royce (The Yellow Rolls-Royce)
  • 1965: Vergeltung am Wichita-Paß (Gli eroi di Fort Worth)
  • 1966: Der Mann mit der goldenen Klinge (L’uomo che ride)
  • 1967: Pilluks nimmt Maß (Giurò … e li uccise ad uno ad uno (Piluk il timido))
  • 1968: Crisantemi per un branco di carogne
  • 1971: Freibeuter der Meere (Il corsaro nero)
  • 1971: Ein Schwarzer Tag für den Widder (Giornata nera per l'ariete)
  • 1973: Die ehrenwerte Familie (L’onorata famiglia, uccidere è cosa nostra)
  • 1974: Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein (Terror! Il castello delle donne maledette)
  • 1974: Die Verdächtigen (Les suspects)
  • 1976: Nina – Nur eine Frage der Zeit (A Matter of Time)
  • 1976: Zwei Supertypen räumen auf (I padroni della città)
  • 1979: Der Große Kampf des Syndikats (I contrabbandieri di Santa Lucia)
  • 1979: Das Concorde-Inferno (Concorde Affair ’79)
  • 1980: Die andere Frau (L’altra donna)
  • 1981: Absurd (Rosso sangue)
  • 1982: Ator – Herr des Feuers (Ator l’invincibile)
  • 1982: Söldner des Todes (Horror Safari)
  • 1983: Fireflash – Der Tag nach dem Ende (2019 – Dopo la caduta di New York)
  • 1984: Fröhliche Weihnachten (Don’t Open till Christmas)
  • 1985: Die Verschwörung von Assisi (The Assisi Underground)
  • 1985: Zwei Vollidioten schlagen zu (Fracchia contro Dracula)
  • 1988: Don Bosco
  • 1988: Treffpunkt Triest (Appuntamento a Trieste)
  • 1990: U1 – Tauchfahrt des Todes (The Rift)
  • 2001: Kreuzritter 4 – Das Gewand Jesu (I cavalieri che fecero l’impresa)

WeblinksBearbeiten

Commons: Edmund Purdom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ronald Bergan: Edmund Purdom. In: The Guardian, 5. Januar 2009.
  2. Enrico Lancia, Fabio Melilli: Dizionario del cinema italiano, Gli attori stranieri del nostro cinema. Gremese 2006, S. 150/151.