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Dietmar Lorenz (Judoka)

deutscher Judoka und Olympiasieger
Dietmar Lorenz (Zweiter von rechts) als Olympiadritter im Halbschwergewicht 1980

Dietmar Lorenz (* 23. September 1950 in Langenbuch) ist ein ehemaliger deutscher Leistungssportler. Er war 1980 der erste deutsche Judo-Olympiasieger.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Dietmar Lorenz begann 1965 während seine Lehre zum Kfz-Schlosser mit dem Judotraining in der SV Dynamo Schleiz und wurde 1969 zum SC Dynamo Hoppegarten delegiert, dem Sportclub der Deutschen Volkspolizei.[1] Er hatte den Dienstgrad eines Oberleutnants der VP. Von 1980 bis 1989 war er Mitglied der SED. Nach dem Ende seiner aktiven Sportlerlaufbahn im Oktober 1980 wurde er Trainer des SC Dynamo Hoppegarten. Nach der Wende war er zunächst arbeitslos. Ab 1990 unterrichtete Dietmar Lorenz als Mitarbeiter der „Sportjugend Berlin e. V.“ Kinder und Jugendliche und war ab 1992 als Sozialarbeiter im Sport- und Jugendzentrum Berlin-Neukölln tätig.

SportkarriereBearbeiten

Nachdem Dietmar Lorenz 1975 und 1977 den Europameistertitel im Halbschwergewicht errungen hatte, gehörte er 1978 zur DJV-Auswahlmannschaft, die bei den Europameisterschaften in Helsinki als Wunderteam in die EM-Historie einging. In Helsinki siegte er im Halbschwergewicht und in der Offenen Klasse. Außerdem gewann er 1978 in Tokio als erster Nichtjapaner den Jigoro Kano Cup. Als Mitglied der DDR-Olympiamannschaft nahm Dietmar Lorenz 1980 an den Olympischen Sommerspielen in Moskau teil. Diese Spiele wurden jedoch von einigen Ländern boykottiert, so fehlten unter anderem die Japaner mit Yasuhiro Yamashita, dem amtierenden Weltmeister im Schwergewicht, und Sumio Endō, dem Weltmeister in der Offenen Klasse. Zuerst kämpfte Lorenz im Halbschwergewicht und gewann die Bronzemedaille. Danach ging er als Außenseiter in der „Offenen Klasse“ an den Start. Zur Überraschung aller Judo-Experten besiegte er die favorisierten Gegner und gewann auch den Finalkampf gegen den zwölf Kilogramm schwereren Angelo Parisi aus Frankreich.

Damit ging Dietmar Lorenz als erster deutscher Judo-Olympiasieger in die Geschichte ein. Außerdem ist er bisher der erste und einzige Judoka, dem es gelang, als Halbschwergewichtler in der „Offenen Klasse“ die Goldmedaille zu erringen.

Dietmar Lorenz ist Inhaber des 7. Dan (Nanadan).

ErfolgeBearbeiten

  • 1973: WM-Dritter (Halbschwergewicht), EM-Dritter (Halbschwergewicht)
  • 1974: DDR-Meister (Halbschwergewicht)
  • 1975: Europameister (Halbschwergewicht), EM-Dritter (Offene Klasse), DDR-Meister (Halbschwergewicht und Offene Klasse)
  • 1976: Olympiafünfter (Halbschwergewicht), DDR-Meister (Halbschwergewicht und Offene Klasse)
  • 1977: Europameister (Halbschwergewicht), DDR-Meister (Halbschwergewicht)
  • 1978: Europameister (Halbschwergewicht und Offene Klasse), als erster Nichtjapaner Sieger des Jigoro Kano Cup in Tokio, DDR-Meister (Halbschwergewicht und Offene Klasse)
  • 1979: DDR-Meister (Halbschwergewicht und Offene Klasse)
  • 1980: Olympiasieger (Offene Klasse), Olympiadritter (Halbschwergewicht), DDR-Meister (Offene Klasse)

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurzporträt im Neuen Deutschland, 15. April 1975, S. 5.
  2. Berliner Zeitung, 12. Dezember 1978, S. 3
  3. Neues Deutschland, 22. August 1980, S. 3

WeblinksBearbeiten