Dietersburg

Gemeinde im Landkreis Rottal-Inn, Bayern, Deutschland

Dietersburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Wappen Deutschlandkarte
Dietersburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dietersburg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 30′ N, 12° 55′ OKoordinaten: 48° 30′ N, 12° 55′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 55,03 km2
Einwohner: 3120 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84378
Vorwahlen: 08564, 08726, 08565, 08561
Kfz-Kennzeichen: PAN, EG, GRI, VIB
Gemeindeschlüssel: 09 2 77 114
Gemeindegliederung: 135 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Burgstr. 12
84378 Dietersburg
Website: www.dietersburg.de
Erster Bürgermeister: Stefan Hanner
Lage der Gemeinde Dietersburg im Landkreis Rottal-Inn
KarteGeratskirchenZeilarnWurmannsquickWittibreutUnterdietfurtTrifternTann (Niederbayern)Stubenberg (Niederbayern)Simbach am InnSchönau (Rottal)Roßbach (Niederbayern)Rimbach (Landkreis Rottal-Inn)ReutPostmünsterPfarrkirchenMitterskirchenMassingMalgersdorfKirchdorf am Inn (Landkreis Rottal-Inn)Julbach (Inntal)JohanniskirchenHebertsfeldenGangkofenFalkenberg (Niederbayern)EringEgglhamEggenfeldenDietersburgBad BirnbachBayerbach (Rottal-Inn)ArnstorfLandkreis LandshutLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis DeggendorfLandkreis PassauLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnÖsterreich
Karte
Ortsprospekt von der Staatsstraße 2608 (Westen) aus
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Geografie Bearbeiten

Die Streusiedlungs-Gemeinde liegt in der Region Landshut etwa sieben Kilometer nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 28 Kilometer südwestlich von Vilshofen, 32 Kilometer südöstlich von Landau und 21 Kilometer von Eggenfelden entfernt.

Gemeindegliederung Bearbeiten

Es gibt 135 Gemeindeteile:[2][3]

Gemarkungen sind Baumgarten, Dietersburg und Nöham.

Geschichte Bearbeiten

Bis zur Gemeindegründung Bearbeiten

Dietrichspurch wurde um 1130 erstmals erwähnt und hieß später Jedersburg, ab 1886 endgültig Dietersburg. Es gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Pfarrkirchen des Kurfürstentums Bayern.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

19. und 20. Jahrhundert Bearbeiten

Die Pfarrei Dietersburg wurde 1829 errichtet. Am 4. April 1886 wurde der damalige Gemeindename Jedersburg amtlich in Dietersburg geändert.[4]

Gebietsreform der 1970er Jahre Bearbeiten

Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Nöham eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Baumgarten hinzu.[4]

Im Jahr 1975 verfügte die bayerische Regierung entsprechend ihren Plänen zur Gebietsreform die Auflösung der Gemeinde Dietersburg und die Eingliederung der Gebietsteile in drei verschiedene Nachbargemeinden. Mit einem Normenkontrollantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof konnte die Gemeinde dieses Vorhaben stoppen. Es wurde lediglich zum 1. Mai 1978 eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Johanniskirchen und Egglham gebildet, die aber bereits zum 1. Januar 1980 wieder aufgelöst wurde.

Einwohnerentwicklung Bearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2769 auf 3173 Einwohner bzw. um 14,6 %. Der Hauptort hatte im Jahr 1970 lediglich 242 Einwohner.

Jahr 1880 1961 1970 1975 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohner 2455 2861 2811 2654 2749 2829 3001 3124 3192 3124 3128 3147

Politik Bearbeiten

Bürgermeister Bearbeiten

Ehrenamtlicher Erster Bürgermeister ist Stefan Hanner (CSU/Freie Wähler Baumgarten, Freie Wählergemeinschaft Dietersburg, Wählergruppe Nöham-Furth). Er ist seit 1. Mai 2014 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl 2020 wurde er im ersten Wahlgang bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 % mit einem Stimmenanteil von 92,9 % wieder gewählt.[5]

Gemeinderat Bearbeiten

Für den Gemeinderat verteilen sich die Sitze und Stimmenanteile folgendermaßen:[6]

  • FWG Dietersburg: 6 Sitze (34,80 %)
  • CSU-FW Baumgarten: 5 Sitze (32,60 %)
  • Wählergruppe Nöham-Furth: 5 Sitze (32,60 %)

Wappen Bearbeiten

 
Blasonierung: „In Blau über gesenktem silbernem Balken ein gestürzter goldener Sparren, daraus wachsend ein silberner heraldischer Lilienstängel.“[7]
Wappenbegründung: Der gestürzte Sparren ist das Wappenzeichen der Herren von Baumgarten, da Dietrich von Baumgarten als Bauherr der Dietrichsburg zählt. als Keimzelle des Gemeindehauptortes. Der silberne Balken ist vom Wappen der Grafen von Hals übernommen, der Lilienstängel als Mariensymbol erinnert an die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.

Dieses Wappen wird seit 1975 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Wirtschaft und Infrastruktur Bearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Bearbeiten

Im Jahr 2020 gab es nach der amtlichen Statistik 455 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 1073. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 97 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2540 ha, davon waren 1660 ha Ackerfläche und 863 ha Dauergrünfläche.

Bildung Bearbeiten

2021 gab es folgende Einrichtungen:

  • drei Kindertageseinrichtungen: 152 Kindergartenplätze, 133 betreute Kinder
  • eine Volksschule: fünf Lehrer, 97 Schüler

Persönlichkeiten Bearbeiten

  • Joseph Bauer (1880–1954), Reichstagsabgeordneter aus Matzöd

Weblinks Bearbeiten

Commons: Dietersburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Dietersburg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 26. November 2017.
  3. Gemeinde Dietersburg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 3. Januar 2022.
  4. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 552.
  5. Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden (Stand: 01.05.2020). (xlsx) Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 20. Juni 2020.
  6. wahl.info: Gemeinderatswahl & Bürgermeisterwahl in Dietersburg 2020 - Kandidaten & Ergebnisse. Abgerufen am 8. November 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Dietersburg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte