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Byhleguhre

Ortsteil von Byhleguhre-Byhlen, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg

Byhleguhre, niedersorbisch Běła Góra, ist ein Ortsteil der Gemeinde Byhleguhre-Byhlen im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.

Koordinaten: 51° 52′ 47″ N, 14° 10′ 45″ O
Höhe: 55 m ü. NN
Einwohner: 748 (2012)[1]
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035475
Kriegerdenkmal Byhleguhre
Kriegerdenkmal Byhleguhre

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

 
Ehemalige Kiesgrube und heutiger Badesee in Byhleguhre

Byhleguhre liegt in der Niederlausitz knapp sechs Kilometer nördlich von Burg im Spreewald und gehört zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Umliegende Ortschaften sind Byhlen im Norden, Drachhausen im Osten, der zur Gemeinde Schmogrow-Fehrow gehörende Teilort Schmogrow im Südosten, Werben im Süden, Burg im Südosten, Alt Zauche in der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk im Osten sowie Staupitz im Nordwesten.

Durch Byhleguhre verläuft die Landesstraße 51 von Straupitz nach Burg. Südlich des Ortes fließt der Nordumfluter, ein künstlich angelegter Nebenfluss der Spree. Auf dem Gebiet des Gemeindeteils Kaupen fließen zudem unter anderem die Malxe und das Kleine Fließ. Nördlich von Byhleguhre liegt der gleichnamige See, östlich liegt eine ehemalige Kiesgrube. Beide werden heute als Badesee genutzt.

Zu Byhleguhre gehört die bewohnten Gemeindeteile Am See (Pśi jazorje), Grobba (Groby), Kaupen (Kupy), Kokainz (Kokańc), Mühlendorf (Rězaki), Neu-Byhleguhre (Nowa Bĕła Góra) und Siedlung (Sedlišćo) sowie der Wohnplatz Rosenhof (Rožowy dwór).

GeschichteBearbeiten

Byhleguhre wurde erstmals im Jahr 1315 als Belgar urkundlich erwähnt. Der aus dem niedersorbischen stammende Ortsname bedeutet Weißer Berg. Der Ort soll zuvor an diesem Berg gelegen haben. Nachdem der Ort nach einer Brandstiftung durch einen Bettler abgebrannt war, wurde Byhleguhre an seiner heutigen Stelle wieder errichtet.[2]

Im Jahr 1937 wurde der Ort im Zuge der nationalsozialistischen Germanisierung sorbischstämmiger Ortsnamen in Geroburg umbenannt. Diese Benennung erfolgte, da der Ort mit dem Markgrafen Gero in Verbindung gebracht wird. Zwei Jahre später wurde diese Benennung wieder rückgängig gemacht. Byhleguhre gehört zur Kirchengemeinde Straupitz.

Nach dem Wiener Kongress kam Byhleguhre als Teil der Niederlausitz an das Königreich Preußen. Zum 1. Januar 1938 wurden Mühlendorf und Neu-Byhleguhre eingemeindet. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Lübben im Bezirk Cottbus zugeordnet. Nach der Wende lag Byhleguhre im Landkreis Lübben in Brandenburg. Am 1. Oktober 1992 schloss die Gemeinde sich dem Amt Lieberose/Oberspreewald an. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam Byhleguhre schließlich zum neu gebildeten Landkreis Dahme-Spreewald. Am 26. Oktober 2003 wurde Byhleguhre mit dem Nachbarort Byhlen zu der neuen Gemeinde Byhleguhre-Byhlen zusammengeschlossen.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Byhleguhre von 1875 bis 2002[4]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 811 1939 805 1981 743
1890 855 1946 1.230 1985 736
1910 804 1950 1.165 1989 704
1925 770 1964 930 1995 769
1933 743 1971 903 2002 725

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Lausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts für Byhleguhre eine Bevölkerungszahl von 850 Einwohnern, davon waren 450 Sorben (53 %) und 400 Deutsche.[5] Ernst Tschernik zählte im Jahr 1956 einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von nur noch 6,8 %.[6]

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Byhleguhre/Běła Góra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Byhleguhre auf der Webseite des Amtes Lieberose/Oberspreewald
  • Byhleguhre in der RBB-Sendung Landschleicher vom 27. März 2011

NachweiseBearbeiten

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33. überarb. und erw. Ausg., Walter de Gruyter, Berlin und Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, Online bei Google Books, S. 232
  2. Der Ortsteil Byhleguhre. In: lieberose-oberspreewald.de. Amt Lieberose/Oberspreewald, abgerufen am 3. Juni 2017.
  3. Byhleguhre im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 3. Juni 2017.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Dahme-Spreewald. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 3. Juni 2017.
  5. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  6. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995.