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Burg AG

Gemeinde im Kanton Aargau, Schweiz
AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Burg (Begriffsklärung)ff zu vermeiden.
Burg
Wappen von Burg
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Kulmw
BFS-Nr.: 4133i1f3f4
Postleitzahl: 5736
UN/LOCODE: CH BRG
Koordinaten: 656090 / 231861Koordinaten: 47° 14′ 7″ N, 8° 10′ 46″ O; CH1903: 656090 / 231861
Höhe: 623 m ü. M.
Fläche: 0,94 km²
Einwohner: 1023 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 1088 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
33,4 % (31. Dezember 2018)[2]
Website: www.burg-ag.ch
Ortszentrum

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Karte
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Burg ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Kulm, liegt im oberen Wynental und grenzt an den Kanton Luzern. Mit einer Fläche von 0,94 km² ist sie die zweitkleinste Gemeinde des Kantons.

GeographieBearbeiten

Das Dorf liegt auf der Westseite des Tales am Abhang des Stierenbergs. Das steile Tobel des Rickenbachs, einem Zufluss der Wyna, bildet die südliche Gemeindegrenze. Im Westen steigt das Gelände zum 861 Meter hohen Stierenberg an. Die fünf Dörfer Burg, Beinwil am See, Menziken, Pfeffikon und Reinach sind zu einer zusammenhängenden Agglomeration mit rund 20'000 Einwohnern verschmolzen, die Grenzen sind zwischen den einst getrennten Siedlungen sind kaum mehr erkennbar.[3]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 94 Hektaren, davon sind 21 Hektaren bewaldet und 33 Hektaren überbaut.[4] Der höchste Punkt befindet sich auf 668 Metern, der tiefste auf 558 Metern. Burg wird fast gänzlich vom Gebiet der Gemeinde Menziken umschlossen und ist somit beinahe eine Enklave. Ganz im Südwesten grenzt Burg auf einer Länge von etwas mehr als 100 Metern an die Gemeinde Rickenbach im Kanton Luzern.

GeschichteBearbeiten

Die Ursprünge des Dorfes gehen auf die im 12. Jahrhundert erbaute Burg Unter-Rinach zurück, dem Stammsitz der Herren von Reinach. Diese waren ein Ministerialengeschlecht der Habsburger und herrschten über das obere Wynental. Während des Sempacherkriegs im Jahr 1386 zerstörten die Eidgenossen die Burg. Die über 15 Meter hohe Ruine musste 1872 dem Neubau des Schulhauses weichen.

 
Luftansicht (1954)

1412 wurden erstmals zwei Höfe «bei der Burg» erwähnt.[5] Drei Jahre später eroberten die Eidgenossen den Aargau. Burg gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Das Dorf war Bestandteil des Gerichts Reinach im Amt Lenzburg. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Jahrhundertelang hatte Burg den Status eines autonomen Steckhofs und erhielt erst 1751 vom Rat der Stadt Bern das Gemeinderecht. Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Burg gehört seither zum Kanton Aargau.

Die Industrie hielt schon früh Einzug; bereits seit etwa 1720 verarbeitete man Baumwolle in Heimarbeit. Die Textilindustrie wurde um 1860 von der Tabakindustrie verdrängt. Burg und das obere Wynental entwickelten sich zum Zentrum der schweizerischen Zigarrenherstellung und erlangten internationale Bedeutung. Neben Zigarren stellte man in Burg unter anderem Harfen, Rechen und Kachelöfen her. Auch die Goldschmiedekunst besass eine grosse Bedeutung. Im Verlaufe des 20. Jahrhunderts wanderte die Industrie langsam in die besser erschlossenen Nachbargemeinden ab und Burg wandelte sich zu einer Wohngemeinde in der Agglomeration Oberwynental. Heute arbeiten Burg, Menziken, Pfeffikon und Reinach auf zahlreichen Gebieten eng zusammen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Weiher in Burg
 
Gemeindehaus

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Weiss auf grünem Boden eintürmige gezinnte, weiss gefugte Burg mit durchbrochenem Fenster, links beseitet von grüner Tanne.» Das Wappen erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel. Die Burg, der sich eine Tanne dazugesellte, erinnert an den einstigen Stammsitz der Herren von Rinach.[6]

BevölkerungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt:[7]

Jahr 1764 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 154 298 463 563 662 883 939 1154 960 1142 991 987

Am 31. Dezember 2018 lebten 1023 Menschen in Burg, der Ausländeranteil betrug 33,4 %. Bei der Volkszählung 2015 bezeichneten sich 30,3 % als reformiert und 24,9 % als römisch-katholisch; 44,8 % waren konfessionslos oder gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 81,9 % gaben bei der Volkszählung 2000 Deutsch als ihre Hauptsprache an, 4,8 % Italienisch, 4,2 % Türkisch, 3,8 % Albanisch und 2,6 % Serbokroatisch.[9]

Politik und RechtBearbeiten

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Er wird im Majorzverfahren vom Volk gewählt, seine Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm vom Kanton zugeteilt wurden. Für Rechtsstreitigkeiten ist in erster Instanz das Bezirksgericht Kulm zuständig. Burg gehört zum Friedensrichterkreis IX (Unterkulm).[10]

WirtschaftBearbeiten

In Burg gibt es gemäss der im Jahr 2015 erhobenen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) rund 320 Arbeitsplätze, davon 3 % in der Landwirtschaft, 57 % in der Industrie und 40 % im Dienstleistungsbereich.[11] Das mit Abstand wichtigste Unternehmen ist der Zigarrenkonzern Burger Söhne. Während der Konzernsitz in Burg geblieben ist, wurde der Produktionsstandort Burg zugunsten von Brissago aufgegeben. Weitere kleinere Industriebetriebe stellen Apparate, Feinmessgeräte, Gewinde und Möbel her. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler und arbeiten in Reinach oder Menziken.

VerkehrBearbeiten

Burg liegt abseits des Durchgangsverkehrs an der Kantonsstrasse 336 zwischen Menziken und Rickenbach. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr erfolgt über eine Postautolinie, die von Beinwil am See über Menziken und Burg zum Bahnhof Sursee führt.

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulhaus, in dem die Primarschule unterrichtet wird. Alle Oberstufen (Realschule, Sekundarschule und Bezirksschule) können in Menziken besucht werden. Die nächstgelegenen Gymnasien sind die Alte Kantonsschule und die Neue Kantonsschule, beide in Aarau.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Burg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungsbestand nach Gemeinde, Nationalität und Geschlecht, per 31. Dezember 2018. (XLS, 233 kB) Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  2. Bevölkerungsbestand nach Gemeinde, Nationalität und Geschlecht, per 31. Dezember 2018. (XLS, 233 kB) Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  3. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1110, Swisstopo.
  4. Arealstatistik Standard – Gemeinden nach 4 Hauptbereichen. Bundesamt für Statistik, 26. November 2018, abgerufen am 25. Mai 2019.
  5. Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100. Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 119–121.
  6. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 136.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. (Excel) In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistik Aargau, 2001, archiviert vom Original am 8. Oktober 2018; abgerufen am 25. Mai 2019.
  8. Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit, 2015. (Excel) In: Bevölkerung und Haushalte, Gemeindetabellen 2015. Statistik Aargau, abgerufen am 25. Mai 2019.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. (Excel) Statistik Aargau, archiviert vom Original am 10. August 2018; abgerufen am 25. Mai 2019.
  10. Friedensrichterkreise. Kanton Aargau, abgerufen am 21. Juni 2019.
  11. Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT). (Excel, 157 kB) Statistik Aargau, 2016, abgerufen am 25. Mai 2019.