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Leimbach AG

Gemeinde im Kanton Aargau, Schweiz
AG ist das Kürzel für den Kanton Aargau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Leimbachf zu vermeiden.
Leimbach
Wappen von Leimbach
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Kulmw
BFS-Nr.: 4137i1f3f4
Postleitzahl: 5733
Koordinaten: 655279 / 235957Koordinaten: 47° 16′ 20″ N, 8° 10′ 9″ O; CH1903: 655279 / 235957
Höhe: 524 m ü. M.
Fläche: 1,15 km²
Einwohner: 452 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 393 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
11,1 % (31. Dezember 2018)[2]
Website: www.leimbach.swiss
Leimbach AG

Leimbach AG

Karte
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Leimbach (schweizerdeutsch: ˈlɛimˌbəχ)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Kulm, liegt im oberen Wynental und ist flächenmässig die drittkleinste Gemeinde des Kantons.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Das Dorf ist eingebettet in eine kleine Nische einer Seitenmoräne, die während der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers entstanden ist. Der grösste Teil des Gemeindegebietes bedeckt den steilen Westhang des 787 Meter hohen Hombergs, reicht jedoch nicht ganz bis zum Gipfel. Oberhalb des Dorfes befindet sich auf einer Höhe von 650 Metern der Weiler Seeberg. Ein kleiner Teil im Südwesten hingegen ist völlig flach und liegt in der Ebene der Wyna.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 115 Hektaren, davon sind 36 Hektaren bewaldet und 20 Hektaren überbaut.[5] Der höchste Punkt befindet sich auf 760 Metern am Westhang des Hombergs, der tiefste auf 510 Metern an der Wyna. Nachbargemeinden sind Zetzwil im Norden, Reinach im Osten und Süden sowie Gontenschwil im Westen.

GeschichteBearbeiten

 
Luftansicht (1964)

Die erste Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahr 1300 im Habsburger Urbar in der noch heute verwendeten Form. Der Ortsname geht auf das althochdeutsche Leimbah zurück, was «Lehmbach» bedeutet.[3] Leimbach entstand also an einem als schlammig empfundenen Gewässer. Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, übernahmen die Habsburger 1273 die Landesherrschaft und die Blutgerichtsbarkeit. Den Grundbesitz teilten sich die Herren von Reinach, die Hallwyler und verschiedene andere Ministerialengeschlechter sowie das Stift Beromünster.

1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Leimbach gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Es bildete eine Exklave des Gerichtsbezirks Seengen innerhalb des Amts Lenzburg, das den Hallwylern unterstand. 1528 führten die Berner die Reformation ein. Jahrhundertelang hatte Leimbach den Status eines autonomen Steckhofs und erhielt erst 1751 vom Rat der Stadt Bern das Gemeinderecht. Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Leimbach gehört seither zum Kanton Aargau.

Die im 19. Jahrhundert bedeutende Tabakindustrie ist schon vor Jahrzehnten verschwunden. Am 5. März 1904 wurde die Wynentalbahn eröffnet. Seitdem auch die Bedeutung der Landwirtschaft stark zurückgegangen ist, orientieren sich die Bewohner zumeist an den grösseren Regionalzentren wie Reinach oder Unterkulm. Noch heute ist Leimbach ein Teil der Kirchgemeinde Reinach und besitzt weder eine Kirche noch eine Kapelle.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Rot weisser Schräglinksfluss, im Schildhaupt begleitet von sechsstrahligem weissem Stern.» Das Wappenbild erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel und blieb seither unverändert. Die Symbolik ist nicht bekannt.[6]

BevölkerungBearbeiten

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt:[7]

Jahr 1764 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 91 170 224 238 227 249 283 336 346 381 409 446

Am 31. Dezember 2018 lebten 452 Menschen in Leimbach, der Ausländeranteil betrug 11,1 %. Bei der Volkszählung 2015 bezeichneten sich 51,7 % als reformiert und 16,0 % als römisch-katholisch; 32,3 % waren konfessionslos oder gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[8] 97,1 % gaben bei der Volkszählung 2000 Deutsch als ihre Hauptsprache an und 1,7 % Italienisch.[9]

Politik und RechtBearbeiten

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Er wird im Majorzverfahren vom Volk gewählt, seine Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm vom Kanton zugeteilt wurden. Für Rechtsstreitigkeiten ist in erster Instanz das Bezirksgericht Kulm zuständig. Leimbach gehört zum Friedensrichterkreis IX (Unterkulm).[10]

WirtschaftBearbeiten

In Leimbach gibt es gemäss der im Jahr 2015 erhobenen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) rund 120 Arbeitsplätze, davon 19 % in der Landwirtschaft, 48 % in der Industrie und 33 % im Dienstleistungsbereich.[11] Es gibt drei Industriebetriebe im Dorf: ein Blech- und Drahtwerk, eine Präzisionswerkstätte und ein Laserbeschriftungsunternehmen. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Reinach und weiteren Dörfern der Umgebung.

VerkehrBearbeiten

Durch Leimbach verläuft die Hauptstrasse 23 von Aarau über Beromünster nach Sursee. Der Anschluss an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Station der Wynentalbahn von Aarau nach Menziken. An Wochenenden verkehrt ein Nachtbus vom Bahnhof Aarau durch das Wynental nach Menziken, wobei Leimbach auf dem Rückweg bedient wird.

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulhaus, in dem die Primarschule unterrichtet wird. Sämtliche Oberstufen der obligatorischen Volksschule (Realschule, Sekundarschule und Bezirksschule) können in Reinach besucht werden. Die nächstgelegenen Gymnasien sind die Alte Kantonsschule und die Neue Kantonsschule, beide in Aarau.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Leimbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungsbestand nach Gemeinde, Nationalität und Geschlecht, per 31. Dezember 2018. (XLS, 233 kB) Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  2. Bevölkerungsbestand nach Gemeinde, Nationalität und Geschlecht, per 31. Dezember 2018. (XLS, 233 kB) Departement Finanzen und Ressourcen, Statistik Aargau, März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  3. a b Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100. Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 233–234.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1110, Swisstopo.
  5. Arealstatistik Standard – Gemeinden nach 4 Hauptbereichen. Bundesamt für Statistik, 26. November 2018, abgerufen am 25. Mai 2019.
  6. Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 199.
  7. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. (Excel) In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistik Aargau, 2001, archiviert vom Original am 8. Oktober 2018; abgerufen am 25. Mai 2019.
  8. Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit, 2015. (Excel) In: Bevölkerung und Haushalte, Gemeindetabellen 2015. Statistik Aargau, abgerufen am 25. Mai 2019.
  9. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. (Excel) Statistik Aargau, archiviert vom Original am 10. August 2018; abgerufen am 25. Mai 2019.
  10. Friedensrichterkreise. Kanton Aargau, abgerufen am 21. Juni 2019.
  11. Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT). (Excel, 157 kB) Statistik Aargau, 2016, abgerufen am 25. Mai 2019.