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Hellersdorf ist ein Ortsteil im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 bestand seit 1986 der Bezirk Hellersdorf. Der Ortsteil entstand aus dem Projekt einer Großwohnsiedlung in Plattenbauweise durch Ausgliederung aus dem damaligen Stadtbezirk Marzahn. Zum ehemaligen Bezirk Hellersdorf gehörten die Ortsteile Kaulsdorf, Mahlsdorf und der namensgebende Ortsteil Hellersdorf.

Hellersdorf
Ortsteil von Berlin
BerlinMarzahnHellersdorfKaulsdorfMahlsdorfBiesdorfBrandenburgHellersdorf auf der Karte von Marzahn-Hellersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 32′ 21″ N, 13° 35′ 32″ OKoordinaten: 52° 32′ 21″ N, 13° 35′ 32″ O
Fläche 8,1 km²
Einwohner 81.177 (30. Jun. 2018)
Bevölkerungsdichte 10.022 Einwohner/km²
Postleitzahlen 12619, 12627, 12629, 12621, 12623
Ortsteilnummer 1005
Gliederung
Verwaltungsbezirk Marzahn-Hellersdorf
Ortslagen
  • Hellersdorf-Nord
  • Hellersdorf-Ost
  • Hellersdorf-Süd

GeschichteBearbeiten

Von der Ersterwähnung bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

 
Hellersdorf im Jahr 1984
 
Wohnungsbau im Jahr 1986

Hellersdorf wurde wie viele andere Dörfer der Umgebung Berlins erstmals urkundlich im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt. Es trug den Namen „Helwichstorpp“, umfasste 25 Hufen und gehörte den Brüdern Dirike. Diese besaßen auch einen neun Hufen großen Ritterhof, der Pfarrer verfügte über drei freie Hufen (Wedemhof). Neben dem aufgeführten Krug arbeitete zu dieser Zeit bereits eine Mühle in der Barnim-Ortschaft. Das ebenfalls im Landbuch auftauchende „Hellwichstorf“ war der Burg Köpenick unterstellt, lag zu diesem Zeitpunkt aber „wüst“, war also unbesiedelt.[1][2]

In den Urkunden des 15. und 16. Jahrhunderts, erstmals 1416, wurde auch das zweite „Hellersdorf“ als „wuste dorff helwerstorff“ bezeichnet. Nachdem 1618 der brandenburgische Kanzler Johann von Löben Hellersdorf kaufte und seinem Gutsbezirk Blumberg angliederte, wurde nach dem Besitzerwechsel des Ortes Blumberg (und somit auch Hellersdorfs) an den Grafen von Arnim 1836 das Dorf zu einem Rittergut ausgebaut.

Im Jahr 1886 erwarb die Stadt Berlin das Gut Hellersdorf und legte östlich der Wuhle Rieselfelder an. Außerdem ließ der Berliner Magistrat die Anstalt für Epileptische Wuhlgarten zur Unterbringung und Pflege chronisch Kranker hier errichten.

Zwischen 1920 und 2001Bearbeiten

Mit der Bildung von Groß-Berlin wurde Hellersdorf 1920 eingemeindet und Teil des neuen Bezirks Lichtenberg. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es ab 1945 zum sowjetischen Sektor Berlins. 1979 wurde Hellersdorf Teil des neu gegründeten Stadtbezirks Marzahn und im Rahmen der Entstehung des Neubaugebietes 1986 Namensgeber des damals neuen Stadtbezirks Hellersdorf.

Ab 1985 begann auf dem Gebiet ehemaliger Rieselfelder der Bau einer neuen Großwohnsiedlung. Die U-Bahn-Verbindung ins Stadtzentrum wurde 1989 in Betrieb genommen. Es wurden auch Flächen bebaut, die eigentlich zur Gemeinde Hönow im Bezirk Frankfurt (Oder) gehörten und damit außerhalb der Stadtgrenze lagen, nämlich die Wohngebiete beiderseits der heutigen Louis-Lewin-Straße. Aufgrund des Viermächteabkommens über Berlin war es nicht möglich, die Stadtgrenze zu verschieben. Daher blieben diese Gebiete formal weiterhin Hönow zugehörig. Die Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Post) erfolgten allerdings von Berlin aus. Im Zuge der Vereinigung Berlins 1990 wurde die Stadtgrenze offiziell nach Osten in ihre heutige Lage verschwenkt.

Als zweitgrößtes Bauprojekt Berlins wurde am 11. September 1997 das Ortsteilzentrum Helle Mitte fertiggestellt und feierlich eröffnet. Es gilt seit den 2010er Jahren als urbanes Zentrum von Hellersdorf.

Im Rahmen der Berliner Bezirksreform wurde 2001 die Herauslösung der Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf aus dem 1979 entstandenen Bezirk Marzahn rückgängig gemacht. Der neue Bezirk trägt nunmehr den Namen Marzahn-Hellersdorf.

Blick auf Hellersdorf und Kaulsdorf-Nord vom Kienberg, der zum Ortsteil Marzahn gehört

Kultur, Wissenschaft, Sport, BildungBearbeiten

SchulenBearbeiten

Mit dem Zuzug vieler junger Familien kamen auch zahlreiche Kinder nach Hellersdorf. Zwischen den Wohnbauten errichtete die Verwaltung daher typisierte Kitas und Schulgebäude. Im Bereich Helle Mitte siedelten sich die Alice-Salomon-Hochschule sowie ein Oberstufenzentrum an.

Auswahl von Schulen im Ortsteil

KunstBearbeiten

In Hellersdorf gibt es eine Vielzahl von großen Skulpturen, die vor allem aus den 1990er und früher 2000er Jahren stammen. Die größte eigenständige Skulptur findet sich an der Kreuzung zwischen Hellersdorfer Straße und Gülzower Straße und ist ein rund 18 Meter hohes Windspiel von dem Künstler Rolf Lieberknecht.[3]

Auswahl von weiteren Skulpturen:

  • Balanceakt von Hubertus von Goltz auf den Hochhäusern der Eisenacher Straße 61 und 63
  • Skulptur ohne Namen von Amilcar de Castro an der Neuen Grottkauer Straße
  • Eisenholzstämme von Elisa Bracher vor dem Hellersdorfer Corso
  • Sonnenuhr von einem unbekannten Künstler auf einem Hof an der Neuen Grottkauer Straße

SportBearbeiten

In Hellersdorf gibt es zahlreiche Sportvereine und Sportanlagen. Überregionale Bedeutung besitzt der Athletik-Club Berlin (verschiedene deutsche und Berliner Meister im Bereich Leichtathletik). Eine weitere Anlage ist der „Hellersdorfer Walkout“ am Cecilienplatz. Hier können Hobbysportler zwischen zwei Routen wählen und sportliche Aufgaben erfüllen, die überall in der näheren Umgebung auf kleinen blau-weißen Schildern verteilt sind. Die „lässige Route“ hat eine Länge von rund 300 Metern und hat acht Stopps, während die „flotte Route“ etwa 1100 Meter lang ist und vierzehn Stopps hat.[4]

VerkehrBearbeiten

 
Tramlinie M6

Die Großwohnsiedlung ist durch die Linie U5 (AlexanderplatzHönow) der U-Bahn mit sieben Bahnhöfen an das Berliner Verkehrsnetz angeschlossen.

Am S- und U-Bahnhof Wuhletal halten auch die Züge der S-Bahn-Linie S5 (WestkreuzStrausberg Nord).

Die Straßenbahnlinien M6 und 18 durchqueren das nördliche und östliche Gebiet des Ortsteils. Weiterhin verkehren mehrere Omnibuslinien, u. a. die Buslinie 195 (S-Bahnhof MahlsdorfKaulsdorf, Myslowitzer Straße).

Über die Berliner Straße im Norden des Stadtteils erreicht man die am östlichen Rand des Stadtteils verlaufende Bundesautobahn 10 an deren Anschlussstelle 3 Berlin-Marzahn. Im Süden wird Hellersdorf von den Bundesstraßen B 1/ B 5 berührt, die ebenfalls die Bundesautobahn 10 an der Anschlussstelle 4 Berlin-Hellersdorf erreichen. Obwohl der Weg von Hellersdorf zur Anschlussstelle Berlin-Marzahn deutlich kürzer als zur Ausfahrt Berlin-Hellersdorf ist, sind die Ausfahrten so benannt.

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • André Gaedecke: Hellersdorf. Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Bd. 14. Stapp, Berlin 1996, ISBN 3-87776-073-2.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Berlin-Hellersdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, Barnym. Districtus Berlin. Helwichstorpp, S. 115.
  2. Johannes Schultze (Hrsg.): Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375. Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, De castris super Teltow, S. 38–41.
  3. Skulpturen in Hellersdorf (Memento des Originals vom 21. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/info-marzahn-hellersdorf.de auf info-marzahn-hellersdorf.de
  4. Der Hellersdorfer Walkout (Memento des Originals vom 21. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/info-marzahn-hellersdorf.de – kurze Beschreibung der beiden Routen mit einigen zusätzlichen Angaben