Historische Mitte (Berlin)

ehemaligen Stadtteile Alt-Berlin, Cölln, den Friedrichswerder sowie die Friedrichstadt und die Dorotheenstadt entlang der Straße Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor

Der Begriff Historische Mitte etablierte sich in den 1990er Jahren für die inneren Ortsteile des Berliner Stadtzentrums. Etwa seit dem Jahr 2000 fasste die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die ehemaligen Stadtteile Alt-Berlin, Alt-Kölln, den Friedrichswerder sowie die Friedrichstadt und die Dorotheenstadt entlang dem Boulevard Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor darunter zusammen, wodurch er sich zum feststehenden Begriff entwickelte.

Historische Stadtteile von Berlin (Stand 1920) innerhalb des heutigen Ortsteils Mitte.[1] Die Grenzen variierten im Lauf der Zeit.
I0000Alt-Berlin
II 000Alt-Kölln (Spreeinsel)
III000Friedrichswerder
IV000Dorotheenstadt
V 000Friedrichstadt
XI000Luisenstadt
XII 00Neu-Kölln
XIII00Stralauer Vorstadt
XIV 0 Königsstadt
XV 00Spandauer Vorstadt
XVI 0 Rosenthaler Vorstadt
XVII 0Oranienburger Vorstadt
XVIII0Friedrich-Wilhelm-Stadt
Die Stadtteile VI–X und XIX–XXI sowie große Teile der Stadtteile V, XI, XIII, XIV, XVI und XVII liegen außerhalb des heutigen Ortsteils Mitte.

Zudem wurde, unter Vorsitz von Hannes Swoboda, im Jahr 2000 die Internationale Expertenkommission Historische Mitte Berlin gegründet und beauftragt, ein Nutzungskonzept für das wiederaufzubauende Berliner Stadtschloss zu entwickeln. Unter dem von Swoboda am 17. April 2002 präsentierten Begriff „Humboldtforum“ überreichte die Kommission das von ihr erarbeitete Konzept an den Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Kurt Bodewig, und den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit.[2]

Im Kernbereich der historischen Altstadt Berlins haben lediglich 85 von 1.200 Gebäuden den Zweiten Weltkrieg und die DDR-Zeit überstanden. Altstadtähnliche Funktionen wichen später unter anderem in das kleinteilige Scheunenviertel und weitere Teile der Spandauer Vorstadt aus.[3]

BegriffsentwicklungBearbeiten

Die sich rasch nach der deutschen Wiedervereinigung und mit dem Wiederzusammenwachsen der Stadt herausprägenden Begriffe City Ost und City West erwiesen sich schnell auch als unzureichend um die Berliner Innenstadtzentren richtig zu charakterisieren.

Während unter City West allgemein und sehr zutreffend das Zentrum Charlottenburgs, der Kurfürstendamm nebst Breitscheidplatz und Tauentzienstraße verstanden wird, beschreibt der Begriff City Ost das damit gemeinte Gebiet nicht genau und ist daher missverständlich. Er wurde daher mehr und mehr durch Stadtmitte oder Historische Stadtmitte überlagert und ersetzt. Dass es seit 1908 bereits in der mitten in diesem Gebiet liegenden Friedrichstraße bereits eine U-Bahn-Station mit dem Namen Stadtmitte gab, mag diese Begriffswahl begünstigt haben.

Ergänzt um den historischen Stadtkern, also die mittelalterlichen Quartiere Alt-Berlin, Alt-Kölln und Friedrichswerder (1709 zur Stadt Berlin zusammengefasst), ist die Historische Mitte demnach die Altstadt einschließlich Friedrichstadt und Dorotheenstadt. So reicht die Historische Mitte von den ehemaligen Stadttoren am Alexanderplatz im Osten bis zum Brandenburger Tor im Westen oder vom Neuen Tor im Norden bis zum Halleschen Tor im Süden. In der Übersichtskarte des Altbezirks Mitte zählen die Viertel 7, 8, 12 und 13 also nicht zur Historischen Mitte.

WeblinksBearbeiten

Commons: Viertel der Historischen Mitte Berlins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Historische Stadttheile und Stadtbezirke. In: Berliner Adreßbuch, 1920, Teil 2, S. 73. Kartengrundlage: Bezirksamt Mitte von Berlin.
  2. 2000 – Internationale Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“. Bei: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, abgerufen am 13. Juni 2015.
  3. Scheunenviertel: Die letzte Altstadt von Berlin. Rainer Haubrich, Die Welt. 13. Dezember 2019. Abgerufen am 5. April 2022.

Koordinaten: 52° 31′ 0″ N, 13° 23′ 21″ O