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Friedrichsfelde ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Lichtenberg. Bei der Verwaltungsreform im Jahr 2001 wurde er neu zugeschnitten. Der bis dahin nördlich der Preußischen Ostbahn (Bahnstrecke Berlin–Kostrzyn) an der Rhinstraße befindliche Abschnitt gehört seitdem zum Ortsteil (Alt-)Lichtenberg.

Friedrichsfelde
Ortsteil von Berlin
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Über dieses Bild
Koordinaten 52° 30′ 21″ N, 13° 31′ 9″ OKoordinaten: 52° 30′ 21″ N, 13° 31′ 9″ O
Fläche 5,55 km²
Einwohner 52.502 (30. Jun. 2018)
Bevölkerungsdichte 9460 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 10315, 10319
Ortsteilnummer 1101
Gliederung
Verwaltungsbezirk Lichtenberg
Ortslagen
Wappen des Ortsteils Friedrichsfelde

GeschichteBearbeiten

Das Dorf Rosenfelde wurde von niederdeutschen Siedlern um 1230 gegründet. Die urkundliche Erwähnung des Pfarrers Ludwig zu Rosenfelde ist 1265 der erste Nachweis des Dorfes. Die heute nicht mehr vorhandene erste Steinkirche entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 wies für Rosenfelde 104 Hufen aus, davon 6 Pfarrhufen (Wedemhof). Diese ganz ungewöhnliche Größe umfasst etwa die doppelte Zahl von Hufen, wie sie auf dem Barnim für planmäßig angelegte deutsche Dörfer durchschnittlich üblich waren.

Rosenfelde wurde 1699 nach dem Kurfürsten Friedrich III. in Friedrichsfelde umbenannt.

Das Quartier Alt-Friedrichsfelde bildet mit dem Bereich um den ehemaligen Anger den historischen Dorfkern.

Die Colonie Friedrichsfelde an der Frankfurter Chaussee (heute: Straße Alt-Friedrichsfelde) wurde bevorzugter Wohnort für Handwerker.

Der kurbrandenburgische Generalmarinedirektor Benjamin Raule erwarb Ende des 17. Jahrhunderts Rosenfelde und errichtete dort an der Straße nach Köpenick ein Lusthaus, das spätere Schloss Friedrichsfelde.[1] Im Jahr 1717 wurde der Besitz an Markgraf Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt, einen Onkel des „Soldatenkönigs“, übereignet, der das ursprüngliche Schloss erweitern ließ. Nach seinem Tod 1731 erbte sein Sohn Carl das Schloss. Schließlich ging das Anwesen auf seinen Vetter Prinz Ferdinand von Preußen, den jüngsten Bruder des „Alten Fritz“, über. Vier seiner Kinder, unter anderem sein Sohn Louis Ferdinand Prinz von Preußen im Jahr 1772, wurden dort geboren. 1896 wurde die Kolonie Karlshorst (damals: Carlshorst) aus dem Gutsbezirk Friedrichsfelde des Sigismund von Treskow herausgelöst[2] und Teil der Gemeinde Friedrichsfelde. Karlshorst entwickelte sich danach zu einer Landhauskolonie.

Im Jahr 1920 wurde die Gemeinde Friedrichsfelde aus dem brandenburgischen Kreis Niederbarnim in Groß-Berlin eingegliedert. Im Jahr 1945 war Friedrichsfelde zeitweilig Sitz der Berliner Kommandantur der Roten Armee (Alt-Friedrichsfelde/Rosenfelder Straße). An der Kreuzung Am Tierpark/Alfred-Kowalke-Straße erinnert ein Gedenkstein an Nikolai Bersarin, den ersten Berliner Stadtkommandanten im Jahr 1945, der dort bei einem Motorradunfall tödlich verunglückte.

Politische Geschichte schrieb der seit 1984 in der Kirchgemeinde Friedrichsfelde arbeitende Friedenskreis. Er gehörte zu den aktivsten Ost-Berliner Widerstandsgruppen gegen die SED-Herrschaft.[3]

Im Jahr 2001 wurde der 1881 eingerichtete Zentralfriedhof Friedrichsfelde dem Ortsteil Lichtenberg zugeordnet. Auf ihm befindet sich die Gedenkstätte der Sozialisten.

BebauungBearbeiten

 
Schloss Friedrichsfelde
 
Zentralfriedhof Friedrichsfelde, Gedenkstätte der Sozialisten

Der Ortsteil ist geprägt von vielgeschossigen Neubauten. Die nördliche Begrenzung wird von der Bahntrasse der Ostbahn mit dem S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost gebildet, im Osten in Richtung Biesdorf (Berliner Außenring) und Süden in Richtung Karlshorst (VnK-Strecke) begrenzen ebenfalls Bahndämme den Ortsteil. Im Westen schließt sich der Ortsteil Rummelsburg an.

Historische BautenBearbeiten

Entlang der Straße Alt-Friedrichsfelde, aber vor allem im historischen Dorfkern Alt-Friedrichsfelde sind einige historische Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert erhalten, die inzwischen unter Denkmalschutz stehen. Hierzu zählt auch die Dorfkirche Friedrichsfelde. In der Kurzen Straße steht die katholische Kirche Zum Guten Hirten. Im südöstlichen Teil liegt der im früheren Schlosspark eingerichtete und 1955 eröffnete Tierpark Berlin mit dem Schloss Friedrichsfelde.

Wohnhochhäuser und GeschäftsbautenBearbeiten

Die überwiegende Anzahl der Wohngebäude bilden sechs- bis etwa zwanziggeschossige Plattenbauten, für die zwischen den 1960er und 1990er Jahren neue Flächen erschlossen wurden, und ein gänzlich neues Straßennetz entstand. Das damalige Hans-Loch-Viertel beiderseits der Sewanstraße war die erste Neubau-Großsiedlung Ost-Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg.

Unmittelbar nördlich des Tierparks befindet sich das Gelände des Bildungs- und Verwaltungszentrums, ein großer Verwaltungskomplex, in dem Standorte des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin untergebracht sind. Es entstand aus einem in der DDR-Zeit 1984 bebauten und abgeschotteten Gelände, auf dem die Bezirksverwaltung Berlin des Ministeriums für Staatssicherheit ihren Sitz hatte.

Splanemann-SiedlungBearbeiten

 
Splanemann-Siedlung, Deutschlands erste Siedlung in Plattenbauweise

Am südöstlichen Ende der Sewanstraße, fast schon am Tierpark, befindet sich die Splanemann-Siedlung. Sie wurde zwischen 1926 und 1930 als erste deutsche Plattenbausiedlung nach Plänen des damaligen Berliner Stadtbaurats Martin Wagner nach einer Idee von Wilhelm Primke errichtet. In den zwei- und dreigeschossigen Häusern entstanden ursprünglich 138 Wohnungen, von denen im Zweiten Weltkrieg ein Teil zerstört wurde.

Ihren heutigen Namen trägt die Siedlung erst seit 1951, nachdem die frühere Kriegerheimstraße in Splanemannstraße umbenannt wurde. Namensgeber ist der Widerstandskämpfer Herbert Splanemann (1912–1945).

VerkehrBearbeiten

StraßenverkehrBearbeiten

Eine der meistbefahrenen Kreuzungen Berlins befindet sich in Friedrichsfelde. Zum einen führt in West-Ost-Richtung die Straße Alt-Friedrichsfelde (1976–1992 Straße der Befreiung) als Teil der – auf gemeinsamer Trasse geführten – Bundesstraßen B 1 und B 5 vom Stadtzentrum ins östliche Berliner Umland. Sie unterquert in einem 1979 eröffneten Autotunnel die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Trasse der Rhinstraße und der Straße Am Tierpark.

Dieser Nord-Süd-Straßenzug ist ein Teilabschnitt der Tangentialverbindung, die mehrere östliche Berliner Ortsteile untereinander verbindet. Daneben existieren weitere Verkehrswege, die zum Teil noch auf den ehemaligen Verbindungen der damals selbstständigen Landgemeinden beruhen. Die Hauptverkehrsachse des Neubaugebietes in Friedrichsfelde ist die Sewanstraße (1961–1992: Hans-Loch-Straße). Sie ist gleichzeitig die Verbindung zum benachbarten Ortsteil Rummelsburg.

Öffentlicher PersonennahverkehrBearbeiten

 
Eingangsportal des U-Bahnhofs Friedrichsfelde

Der Ortsteil ist über zwei Bahnhöfe der S-Bahn (Friedrichsfelde Ost an den Linien S5, S7 und S75 und Betriebsbahnhof Rummelsburg an der S3) sowie zwei Bahnhöfe der U-Bahn (Friedrichsfelde und Tierpark an der U5) an das Berliner Schnellbahnnetz angeschlossen. Die Bahnhöfe dienen gleichzeitig als Umsteigepunkte zu mehreren Straßenbahn- und Buslinien, die den Ortsteil erschließen.

Seit Dezember 1900 ist Friedrichsfelde an das Berliner Straßenbahnnetz angeschlossen.[4]

Von 1930 bis 1973 war Friedrichsfelde Endstation der jetzigen U-Bahn-Linie U5 (damals Linie E). Die Betriebswerkstatt Friedrichsfelde wartet die Fahrzeuge der Großprofil-Linien U5, U8 und U9 der Berliner U-Bahn.[5]

Entlang der Rhinstraße und der Straße Am Tierpark führt die Straßenbahnstrecke zwischen Neu-Hohenschönhausen und Niederschöneweide. Sie wird von den Linien M17, 27 und 37 befahren.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter von FriedrichsfeldeBearbeiten

Mit Friedrichsfelde verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

 
Gedenkstein am Agnes-Kraus-Weg

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Berlin-Friedrichsfelde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wo liegt Rosenfelde? In: Berliner Woche, Ausgabe Friedrichsfelde-Karlshorst, 5. September 2018, S. 3.
  2. Karlshorster Landstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  3. Friedenskreis Friedrichsfelde auf www.www.jugendopposition.de
  4. Große Berliner Straßenbahn auf www.berliner-bahnen.de
  5. Kurzmeldungen – U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 12, 2015, S. 237.
  6. Straße erinnert an Schauspielerin Agnes Kraus. In: Der Tagesspiegel, 14. Februar 2011.
  7. Fernsprechbuch für die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik Berlin. Ausgabe 1986, S. 552
  8. Gedenktafel auf www.gedenktafeln-in-berlin.de