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Bahnhof Nijmegen

Größter Bahnhof in Nijmegen, Niederlande

Der Bahnhof Nijmegen ist der größte Bahnhof der niederländischen Stadt Nijmegen sowie nach dem Bahnhof Arnhem Centraal der am zweitstärksten frequentierte Bahnhof der Provinz Gelderland. Er ist zentraler Knotenpunkt im städtischen ÖPNV und nur mittels einer OV-chipkaart zugänglich. Am Bahnhof verkehren nationale Regional- und Fernverkehrszüge.

Nijmegen
Haupteingang des Bahnhofs (2019)
Haupteingang des Bahnhofs (2019)
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung Nm
IBNR 8400470
Eröffnung 9. August 1865
Webadresse NS-Infoseite
Architektonische Daten
Architekt Sybold van Ravesteyn
Lage
Stadt/Gemeinde Nijmegen
Provinz Gelderland
Staat Niederlande
Koordinaten 51° 50′ 36″ N, 5° 51′ 9″ OKoordinaten: 51° 50′ 36″ N, 5° 51′ 9″ O
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in den Niederlanden

GeschichteBearbeiten

 
Der Straßentunnel verläuft unterhalb des Bahnhofs (2008).

Am 9. August 1865 wurde der erste Bahnhof in Nijmegen als Kopfbahnhof der Bahnstrecke Köln–Nijmegen von dem lokalen Eisenbahnunternehmen Nijmeegsche Spoorwegmaatschappij eröffnet. Der Fachwerkbau befand sich westlich des heutigen Standortes auf dem Gelände des Concertgebouw de Vereeniging und auf dem Groesbeekseweg.[1] Damals existierte jedoch ausschließlich die Verbindung in die preußische Stadt Kleve. Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Arnhem–Nijmegen am 15. Juni 1879 wurde Nijmegen an das niederländische Schienennetz angeschlossen und erhielt einen provisorischen Bahnhof an der heutigen Stelle, der im Auftrag der Staatsspoorwegen gebaut worden war. In den Jahren 1881 und 1883 erfolgten die Eröffnungen der Verbindungen nach Tilburg sowie nach Venlo. Das Bahnhofsgebäude wurde im Jahr 1894 durch einen Neubau des Architekten Cornelis Peters im Stil der Neogotik ersetzt. Anschließend wurde das alte Gebäude als Fabrik im Ooijpolder genutzt. Beim Bombardement auf Nijmegen am 22. Februar 1944 während des Zweiten Weltkrieges schlugen zahlreiche Bomben in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofes ein, das Gebäude selbst wurde jedoch größtenteils verschont. Durch die Bombardierung kam jedoch der linke Flügel des Gebäudes, in dessen Bahnhofsrestaurant ein Kurs für das Personal stattfand, und ein haltender Zug auf den Gleisen zu Schaden. Ebenso war der Vorplatz betroffen, wo ein Bus sowie eine Straßenbahn von Bombensplittern schwer beschädigt wurden. Neben den 40 Toten auf dem Bahnhofsvorplatz fielen ebenfalls zahlreiche, weitere Menschen im Bahnhofsrestaurant und in dem Zug dem Bombenangriff zum Opfer. Schwere Schäden erlitt das Bahnhofsgebäude während der Operation Market Garden im September 1944, als es vollständig ausbrannte. Nur die Außenmauern, der Tunnel und das Bahnsteigdach blieben übrig.[2] Zehn Jahre später wurde das Bahnhofsgebäude nach barock und klassizistisch inspirierten Entwürfen des Architekten Sybold van Ravesteyn neugebaut.

ZukunftBearbeiten

In den 2020er Jahren soll der Bahnhof Nijmegen einer Modernisierung im Auftrag der Gemeinde Nijmegen, der Nederlandse Spoorwegen, von ProRail sowie der Provinz Gelderland unterzogen werden. Im Einzelnen ist geplant, einen zweiten Haupteingang an der Westseite des Bahnhofs zu bauen. Dort soll die Umgebung zu einem Bahnhofsvorplatz ausgebaut werden, wo ebenfalls eine Fahrradstation und eine Kiss and ride-Zone errichtet werden soll. Darüber hinaus soll ein dritter Bahnsteig angelegt werden, wodurch eine Verlängerung des unterhalb verlaufenden Fußgängertunnels notwendig wird. Im Anschluss soll dieser die beiden Haupteingänge miteinander verbinden. Dadurch wird die Unterführung, die den Fußgängertunnel an den Straßentunnel anschließt, überfällig. Das niederländische Unternehmen Arcadis soll die Bauarbeiten ausführen.[3] Die Verbesserungen sollen zwischen 2022 und 2026 fertiggestellt werden und werden im Zusammenhang mit dem Projekt Programma Hoogfrequent Spoorvervoer realisiert.[4][5] Das vom Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat initiierte Projekt verfolgt die Vision, dass im Jahr 2028 alle zehn Minuten ein Zug auf den sechs verkehrsreichsten Bahnstrecken der Niederlande verkehrt.[6]

StreckenverbindungenBearbeiten

Im Jahresfahrplan 2019 verkehren folgende Linien am Bahnhof Nijmegen:

Zugtyp Linienverlauf Frequenz
Intercity Nijmegen – Arnhem Centraal – Ede-Wageningen – Utrecht Centraal – Amsterdam Centraal – Alkmaar – Den Helder halbstündlich
Intercity Schiphol Airport – Utrecht Centraal – Ede-Wageningen – Arnhem Centraal – Nijmegen halbstündlich
Intercity Roosendaal – Breda – Tilburg – ’s-Hertogenbosch – Nijmegen – Arnhem Centraal – Zutphen – Deventer – Zwolle halbstündlich
Intercity Utrecht Centraal – Driebergen-Zeist – Veenendaal-De Klomp – Ede-Wageningen – Arnhem Centraal – Elst – Nijmegen stündlich (ausschließlicher Halt freitag- und samstagnachts)
Sprinter Dordrecht – Breda – Tilburg – ’s-Hertogenbosch – Nijmegen – Arnhem Centraal halbstündlich
Sprinter Wijchen – Nijmegen – Arnhem Centraal – Zutphen halbstündlich
Stoptrein (Arriva) Nijmegen – Venray – Venlo – Roermond halbstündlich
Stoptrein (Arriva) Nijmegen – Venray halbstündlich (abends und wochenends kein Halt)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Station spoorlijn Nijmegen-Kleef. In: huisvandenijmeegsegeschiedenis.nl. Huis van de Nijmeegse Geschiedenis, abgerufen am 15. März 2019 (niederländisch).
  2. Station Nijmegen in oorlogstijd. In: huisvandenijmeegsegeschiedenis.nl. Huis van de Nijmeegse Geschiedenis, abgerufen am 15. März 2019 (niederländisch).
  3. Marieke van Gompel: Arcadis past stationsgebied Nijmegen aan voor PHS. In: SpoorPro. ProMedia Group, 2. Oktober 2018, abgerufen am 14. März 2019 (niederländisch).
  4. Stationsgebied. In: nijmegen.nl. Gemeente Nijmegen, abgerufen am 14. März 2019 (niederländisch).
  5. Nijmegen. In: prorail.nl. ProRail, abgerufen am 14. März 2019 (niederländisch).
  6. Programma Hoogfrequent Spoorvervoer. In: prorail.nl. ProRail, abgerufen am 14. März 2019 (niederländisch).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Nijmegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien