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Bahnhof Arnsberg (Westfalen)

Bahnhof in Arnsberg

Der Bahnhof Arnsberg (Westf) entstand in Arnsberg mit dem Bau der Oberen Ruhrtalbahn 1870/71.[2] Das Gebäude selbst wurde 1869 im Stil der Neorenaissance errichtet.[3] Der Bahnhof wird noch heute für den Personenverkehr genutzt. Außerdem befinden sich in dem Gebäude Räume für verschiedene soziale Gruppen und Einrichtungen.

Bahnhof Arnsberg
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung EARB
IBNR 8000605
Kategorie 4
Eröffnung 1871
Lage
Stadt/Gemeinde Arnsberg
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 24′ 19″ N, 8° 4′ 0″ OKoordinaten: 51° 24′ 19″ N, 8° 4′ 0″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen

Neben den heute noch vorhandenen Anlagen gab es am Bahnhof Arnsberg eine Hauptwerkstätte, ein Bahnbetriebswerk, ein Eisenbahn-Telegrafenamt sowie ein Zollamt.

GeschichteBearbeiten

Dem Bau des Bahnhofs vorangegangen waren erhebliche Auseinandersetzungen innerhalb der Stadt sowie mit den Bahnbehörden über den Standort. Steuerrat Emmerich und andere plädierten für den Bau an der heutigen Jägerbrücke in Nähe der Altstadt. Aus Kostengründen wurde dies von den Bahnbehörden abgelehnt. Der Bahnhof wurde nun am Ausgang des Schlossbergtunnels und unterhalb des Lüsenberges errichtet. Damit lag die Station zum damaligen Zeitpunkt weit außerhalb der städtischen Bebauung. Am 1. Mai 1908 erhielt die Station den Namenszusatz „(Westf.)“.

PersonenverkehrBearbeiten

Der Bahnhof besteht aus dem zentralen Hauptgebäude sowie einem angebauten Nebengebäude mit zwei Stockwerken und einem Nebengebäude mit einem Stockwerk. Das zentrale Gebäude wurde im Stil der Neorenaissance nach Plänen des Architekten Rauh aus Elberfeld erbaut. Von der ursprünglichen Fassadengestaltung ist heute kaum etwas erhalten. Original waren die Putzflächen mit einer geritzten Quaderimitation versehen und die Ecken waren plastisch hervorgehoben.

Am 12. März 1945 wurde der Bahnhof bei einem Bombenangriff stark beschädigt, danach aber wieder aufgebaut.

GüterverkehrBearbeiten

Im Hinblick auf die Abfertigungsbefugnisse unterlag der Bahnhof keinen Einschränkungen. Zum Güterumschlag stand ein Kran, Kopf- und Seitenrampen sowie eine 40-t-Gleiswaage zur Verfügung.[4] Der Güterverkehr wurde im Jahr 1976 eingestellt. Einige Jahre später wurde allerdings erneut ein Containerumschlagplatz errichtet.

HauptwerkstätteBearbeiten

Im Jahr 1870 richtete die Staatsbahn eine Hauptwerkstätte für Lokomotiven und Wagen ein, die sich zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt entwickelte. Im Zuge von Zentralisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen schloss die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft die Hauptwerkstätte im Jahr 1926 (andere Quellen: 1927). Die Unterhaltungsaufgaben gingen an die Ausbesserungswerke Schwerte (Ruhr) und Wedau über.

BahnbetriebswerkBearbeiten

Das Bahnbetriebswerk Arnsberg hatte nur regionale Bedeutung und einen kleinen Lokomotivenbestand, der sich aus preußischen Lokomotiven der Bauarten T 12, G 10 und P 8 zusammensetzte.

Organisatorisch gehörte das Betriebswerk zum Maschinenamt Altena (Westf.), die offizielle Abkürzung lautete „Ar“. Im Jahr 1941 zählte das Betriebswerk 130 Beschäftigte.[5] Im Jahr 1953 wurde das Betriebswerk als selbständige Dienststelle aufgelöst. Die Anlagen wurden noch einige Zeit als Außenstelle des Bw Bestwig genutzt.

Zustand und EntwicklungBearbeiten

Das Bahnhofsgebäude steht heute unter Denkmalschutz. Bahnhof und Bahnhofsumfeld werden im Rahmen des Förderprogrammes „Stadtumbau West“ städteplanerisch neu gestaltet. Ziel ist es, den Bahnhof als Verkehrsknotenpunkt zu stärken und seine Funktion als Eingangstor zur Stadt hervorzuheben. Gleichzeitig wurde das zur Stadtseite gelegene Bahnhofsvorfeld mit Park & Ride-Flächen versehen. Diese sind auch für den durch eine Unterführung erschlossenen Bereich hinter dem Bahnhof vorgesehen. Das auf dem Gelände der ehemaligen Eisenbahnhauptwerkstätte gelegene Gewerbegebiet wird durch eine neue Brücke an das Fernstraßennetz angeschlossen und insgesamt weiter entwickelt.[6]

Seit einigen Jahren ist die Stadt Arnsberg Eigentümer des Bahnhofsgebäudes. Als „Bürgerbahnhof“ bezeichnet, sind in ihm neben kommunalen Dienststellen wie der Engagementförderung und einem privaten Fahrkartenverkauf Räumlichkeiten für Veranstaltungen untergebracht. In einem Seitenflügel sind verschiedene weitere soziale Einrichtungen, Selbsthilfegruppen und Verbände zu finden.[7]

Bahnhof und Bahnhofsumfeld wurden bis August 2011 grundlegend neu gestaltet. In der ehemaligen Bahnhofsschreinerei, die zu diesem Zweck umgebaut wurde, ist seit 2012 das Feuerwehrmuseum der Stadt Arnsberg untergebracht. Das Vorhaben „Haus der Geschichte“ als Ausstellungs- und Kommunikationszentrum wird unter anderem von der NRW-Stiftung bezuschusst.[8][9]

Die bahntechnischen Anlagen blieben im Besitz der Deutschen Bahn und wurden im Rahmen der Modernisierungsoffensive 2 des Landes NRW saniert. Die Bahnsteige sind seit dem 6. November 2015 barrierefrei erreichbar, u. a. wurde eine Aufzugsanlage eingebaut.[10]

BedienungsangebotBearbeiten

 
Mercedes-Benz Citaro am Bahnhof Arnsberg

Der Bahnhof Arnsberg (Westf) wird im SPNV von folgenden Linien angefahren:

Linie Linienverlauf Takt
RE 17 Sauerland-Express:
Hagen Hbf – Schwerte (Ruhr) – Fröndenberg – Wickede – Neheim-Hüsten – Arnsberg – Oeventrop – Freienohl – Meschede – Bestwig – Olsberg – Brilon Wald – Bredelar – Marsberg – Westheim – Scherfede – Warburg – Hofgeismar – Kassel-Wilhelmshöhe
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RE 57 Dortmund-Sauerland-Express:
Dortmund Hbf – Dortmund-Hörde – Fröndenberg – Wickede (Ruhr) – Neheim-Hüsten – Arnsberg (Westf) – Oeventrop – Freienohl – Meschede – Bestwig Linienast 1:Bigge – Siedlinghausen – Silbach – Winterberg (Westf) Linienast 2:Olsberg – Brilon Wald – Brilon Stadt
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min

Die RLG und die BRS bieten folgende Busverbindungen an:

  • C1 Arnsberg, Bahnhof – Neumarkt – Niedereimer – Bruchhausen – Hüsten – Neheim, Busbahnhof
  • R21 Arnsberg, Bahnhof – Neumarkt – Waldfriedhof – Ochsenkopf – Sundern – Sundern-Hagen
  • R22 Arnsberg, Bahnhof – Neumarkt – Wennigloh – Hachen – Langscheid
  • R71 Arnsberg, Bahnhof – Neumarkt – Rumbeck – Oeventrop – Glösingen – Freienohl – Wennemen – Meschede, Busbahnhof

LiteraturBearbeiten

  • Heinz Rüschenbaum: Geschichte der Eisenbahn in Arnsberg. In: Michael Gosmann (Red.): 750 Jahre Arnsberg. Zur Geschichte der Stadt und ihrer Bürger. Strobel, Arnsberg 1989, S. 277–280

WeblinksBearbeiten

  Commons: Bahnhof Arnsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thomas Vährmann, Susanne Brockfeld, Michael Funk: Quellen zur Geschichte der Eisenbahn im nördlichen Rheinland, in Westfalen
  2. Eberhard Neumann: Gedanken zur Industriearchäologie. Hildesheim 1986, S. 57
  3. Verein Mitteleuropäischer Eisenbahnverwaltungen: Stationsverzeichnis der Eisenbahnen Europas, Ausgabe 1939
  4. Deutsche Reichsbahn: Verzeichnis der Maschinenämter, Bahnbetriebswerke, Bahnbetriebswagenwerke, Lokomotivbahnhöfe, Bahnhofsschlossereien und Hilfszüge, Ausgabe 1941
  5. Stadt Arnsberg: Bahnhofumfeld Arnsberg
  6. Bürgerzentrum Bahnhof boomt In: WAZ vom 23. Mai 2015
  7. Hauptziel ist Wiederbelebung des Bahnhofs (Westfälische Rundschau vom 4. März 2009)
  8. Feuerwehr Arnsberg: NRW-Stiftung Pressemitteilung (17. August 2007)@1@2Vorlage:Toter Link/www.feuerwehr-arnsberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. Bahnhofsdaten@1@2Vorlage:Toter Link/www.bahnhof.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.