Axel Bojanowski

Diplom-Geologe und Journalist

Axel Bojanowski (* 1971 in Hamburg) ist ein deutscher Wissenschaftsjournalist. Bojanowski schreibt häufig zu den Themen Klima, Umwelt, Geoforschung und Meereskunde.

Leben und WirkenBearbeiten

Nach seinem Diplom in Geologie war Bojanowski zunächst freiberuflich tätig für Medien in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Großbritannien und später beim Stern, bei der Süddeutschen Zeitung und beim Wissenschaftsmagazin Nature Geoscience. Von 2010 bis 2019 war er Redakteur in der Wissenschaftsredaktion von Spiegel Online.[1][2] Ab Oktober 2019 bis Januar 2020 war er Chefredakteur der Zeitschriften bild der wissenschaft und natur.[3][4][5] Seit Sommer 2020 ist er Chefreporter des Ressorts Wissen bei der Welt (Die Welt, Welt am Sonntag, Welt Digital).[6]

Bojanowski ist Dozent für Journalismus, beispielsweise an der Akademie für Publizistik in Hamburg, und für Geoforschung.

KontroversenBearbeiten

Axel Bojanowski äußert in seinen Artikeln immer wieder Kritik sowohl an Klimawissenschaftlern als auch an anderen Journalisten oder Fernsehmoderatoren, die zum Klimawandel berichten. Diese würden bei der Darstellung von Forschungsergebnissen aus politischen Gründen „unwissenschaftlich nachhelfen“.[7] Dorothee Menhart und Michael Siegel kommentierten, Axel Bojanowski gefalle es nicht, „dass viele seiner Kolleginnen und Kollegen lieber Katastrophenszenarien verbreiteten, als Klimaforschern kritisch auf die Finger zu schauen und über die Unschärfen von weitreichenden Prognosen zu berichten.“ Er sei überzeugt, dass es zu „einer gefährlichen Verhärtung der Fronten führe, wenn die Argumente von Klimaskeptikerinnen und -skeptikern außer Acht gelassen werden.“[8] Zum Beispiel warnte Bojanowski im Hitzesommer 2018 vor einer „hysterischen Debatte“, und wurde deswegen von dem Wissenschaftsjournalisten Christopher Schrader kritisiert.[9] Letzterer wolle nicht in Abrede stellen, dass es in Bezug auf Klimamodelle noch Wissenslücken gebe. Aber wir würden genug wissen, um zu handeln. Daher gelte es, die nötige gesellschaftliche Transformation zu befördern. Man müsse mit Unsicherheiten strategisch umgehen. Wenn man sage, etwas sei unsicher, dann sei das für viele Leute ein Signal abzuwarten, bis die Wissenschaft sich geeinigt hat. Aber gerade das könne man sich nicht leisten.[8]

Der Klimawissenschaftler Stefan Rahmstorf kritisierte wiederholt die Berichterstattung Bojanowskis und widersprach verschiedenen Aussagen, die er als fehlerhaft bezeichnete.[10][11]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Impressum bei spiegel.de
  2. Von wegen Klima - Wissenschaftsjournalisten wettern, von Daniel Bouhs und Carsten Pilger, NDR 21. November 2018
  3. Er kommt von Spiegel Online: Axel Bojanowski wird Chefredakteur von bild der wissenschaft und natur, von Marc Bartl, Kressköpfe 5. August 2019
  4. Axel Bojanowski wird neuer Chefredakteur von “Bild der Wissenschaft” und “Natur”, Meedia 5. August 2019
  5. Siehe Redaktion - Andrea Stegemann, Chefredakteurin. Abgerufen am 9. Dezember 2020: „[…] bis sie Anfang 2020 die Chefredaktion übernahm.“ Und: Redaktion - Andrea Stegemann, Chefredakteurin. natur, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  6. Marc Bartl (2020). Poschardt holt Bojanowski als Chefreporter zur Welt. Kress, 10. Februar 2020. https://kress.de/news/detail/beitrag/144497-poschardt-macht-bojanowski-bei-der-welt-zum-chefreporter.html
  7. So wird der Klimawandel verfälscht. In: Die Welt. 5. August 2020. Abgerufen am 16. August 2020.
  8. a b Dorothee Menhart, Michael Siegel: Kontroverse Wissenswerte. In: www.wissenschaftskommunikation.de/. 7. Dezember 2018. Abgerufen am 16. August 2020.
  9. Berichterstattung über Klimawandel: Für Leugner ist kein Platz mehr. In: Deutschlandfunk. 3. Dezember 2018. Abgerufen am 16. August 2020.
  10. Stefan Rahmstorf: Fehler im Artikel "Rüpeleien unter Klimaforschern" von Axel Bojanowski. Website des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Abgerufen am 15. August 2020.
  11. Stefan Rahmstorf: SPIEGEL zum Meeresspiegel. In: KlimaLounge auf SciLogs. 15. Juli 2011. Abgerufen am 16. August 2020.