Arnulf Thiede

deutscher Chirurg und Hochschullehrer

Arnulf Thiede (* 20. August 1942 in Berlin) ist ein deutscher Emeritus für Chirurgie in Würzburg.

LebenBearbeiten

Thiede begann an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Medizin zu studieren und wurde 1963 im Corps Holsatia aktiv.[1] 1965 wechselte er an die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, wo er sich auch dem Corps Franconia Jena anschloss.[1] Schließlich ging er an die Eberhard Karls Universität Tübingen und die Freie Universität Berlin. Nach dem Staatsexamen und der (damals noch zweijährigen) Medizinalassistentenzeit wurde er 1971 in Kiel mit einer experimentellen Doktorarbeit zum Dr. med. promoviert.[2] Thiedes chirurgische Ausbildung begann 1970 in der Chirurgischen Universitätsklinik Kiel unter Berthold Löhr. Wissenschaftlich engagierte er sich u. a. im Sonderforschungsbereich 111. Mit einer Arbeit aus der experimentellen Transplantationsforschung habilitierte er sich 1976. Unter Löhrs Nachfolger Horst Hamelmann wurde er 1985 stellvertretender Klinikdirektor. 1988 wurde Thiede Chefarzt der Chirurgie vom Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster. Drei Jahre später auf den chirurgischen Lehrstuhl der Julius-Maximilians-Universität berufen, leitete er als Nachfolger von Ernst Kern in Würzburg die Chirurgische Klinik und Poliklinik I bis zu seiner Emeritierung im August 2008.

EhrungenBearbeiten

  • Vorsitzender der Strategiekommission für Krankenhausstukturen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (2005)
  • Langenbeck-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (1976)
  • Ehrenmitglied der Vereinigung Bayerischer Chirurgen
  • Gastprofessur der Jichi-Universität, Japan
  • Professor h. c. der Universität Curitiba, Brasilien

VeröffentlichungenBearbeiten

  • mit Heinz-Jochen Gassel (Hrsg.): Krankenhaus der Zukunft. Kaden, Heidelberg 2006 ISBN 978-3-922777-73-1
  • Der Chirurg Erich Lexer (1867 - 1937). Kaden, Heidelberg 2007
  • Immuntherapie. Springer, Berlin 2005
  • mit A. Wierlemann, W. Klein-Langner und E. Deltz: The life and times of Philipp Franz von Siebold. Surgery Today 39 (2009), S. 275–280 (Digitalisat)
  • Standards in der Viszerosynthese; mit 86 Tabellen. Springer, Berlin 1994

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kösener Corpslisten 1971, 75/657; 26/847.
  2. Dissertation: Über den Einfluss kurzfristiger Cyclophosphamid-Behandlung auf Histokompatibilitätsreaktionen bei allogenetischen Rattenparabiosen. Publiziert in: Zeitschrift für die gesamte experimentelle Medizin 151 (1969)