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Emil Karl Frey

deutscher Chirurg und Hochschullehrer

LebenBearbeiten

Als Sohn eines Bankiers besuchte Frey das humanistische Wilhelmsgymnasium München (Abitur 1907).[1] Er studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Christian-Albrechts-Universität. Nach Staatsexamen und Promotion im Frühjahr 1913 widmete er sich zunächst der Pathologie und der Inneren Medizin. Als Sanitätsoffizier im Ersten Weltkrieg schlug er eine operative Behandlung hirnverletzter Soldaten vor, die bald allgemeine Anerkennung fand.

Seine chirurgische Ausbildung begann Frey nach dem Krieg an der Chirurgischen Universitätsklinik München. Unter Ferdinand Sauerbruch war sie die weltweit führende Klinik für Thoraxchirurgie. Sie wurde auch Freys Spezialgebiet, dem er zahlreiche wissenschaftliche Publikationen widmete. 1924 habilitierte er sich an der LMU bei Sauerbruch und wurde Privatdozent für Chirurgie. Als eben ernannter außerordentlicher Professor ging er 1927 mit Sauerbruch an die Charité in Berlin, wo er den gefäßerweiternden körpereigenen Wirkstoff Kallikrein (das „Herz-Hormon“ Padutin)[2] entdeckte.

1930 folgte er dem Ruf als ordentlicher Professor (Lehrstuhlinhaber) und Nachfolger von Hans von Haberer an die Medizinische Akademie Düsseldorf. Dort gelangen ihm schon bald beiderseitige Lungeneingriffe, 1938 der weltweit erste Verschluss eines Ductus arteriosus Botalli und erstmals[3] die Heilung einer Rückgratverkrümmung durch Entfernung eines Keilwirbels. Von 1939 bis 1943 war er Rektor der Akademie. Frey, seit 1939 Mitglied der NSDAP, war im Zweiten Weltkrieg im Rang eines Oberfeldarztes Beratender Chirurg der Wehrmacht. Er gehörte ab August 1942 dem Wissenschaftlichen Senat des Heeressanitätswesens an. Bei dem Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen Karl Brandt war er 1944 Angehöriger des wissenschaftlichen Beirates.[4] Freys Schüler Max Madlener war in Düsseldorf sein Vertreter und Nachfolger. Er half ihm auch als Sanitätsoffizier bei der Wehrmacht. Weitere Schüler Freys waren Karl Vossschulte (Professor in Gießen) und Otto Wustmann (Professor und Chefarzt am St. Martinstift in Worms).[5]

1943 wurde Frey Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik München und Lehrstuhlinhaber ebenda. Nach den Bombenangriffen großenteils nach Tegernsee ausgelagert, wurde die Klinik im Dezember 1944 völlig zerstört. Ihrem Wiederaufbau widmete Frey die letzten Jahre seiner Amtszeit. Im Jahr 1952 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1959 wurde er emeritiert.

Freys biochemische Forschungen waren Ausgangspunkt der modernen Proteasenforschung. So hielt Adolf Butenandt die Laudatio auf Frey, als er 1975 in den Orden Pour le Mérite aufgenommen wurde.

PorträtBearbeiten

  • 1948 Bronzegussplakette, hochovalförmig, 127:114 mm. Medailleur: Heinrich Moshage. Rückseite in neun Zeilen: SEINEM VEREHRTEN LEHRER PROF. DR. E.K. FREY ZUM 60. GEBURTSTAG IN DANKBARKEIT GEWIDMET VON SEINEM SCHÜLER K.H. 27.VIII.1948

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Chirurgie des Herzens (1939)
  • mit Heinrich Kraut und Eugen Werle: Kallikrein (Padutin). Stuttgart 1950
  • Chirurgie, Forschung und Leben. Gräfelfing 1974

EhrungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jahresbericht vom K. Wilhelms-Gymnasium zu München. ZDB-ID 12448436, 1906/07
  2. Hans Rudolf Berndorff: Ein Leben für die Chirurgie. Nachruf auf Ferdinand Sauerbruch. In: Ferdinand Sauerbruch: Das war mein Leben. Kindler & Schiermeyer, Bad Wörishofen 1951; zitiert: Lizenzausgabe Bertelsmann, München 1956, S. 456–478, hier: S. 459.
  3. Hans Rudolf Berndorff: Ein Leben für die Chirurgie. Nachruf auf Ferdinand Sauerbruch. (1951), 1956, S. 459.
  4. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007, S. 164 f.
  5. Hans Rudolf Berndorff: Ein Leben für die Chirurgie. Nachruf auf Ferdinand Sauerbruch. (1951), 1956, S. 459.