Eugen Enderlen

österreichisch-deutscher Chirurg

Eugen Enderlen (* 21. Januar 1863 in Lehen (Salzburg); † 7. Juni 1940 in Stuttgart) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer in Greifswald, Basel, Würzburg und Heidelberg.[1]

Eugen Enderlen

LebenBearbeiten

Enderlen war Sohn schwäbischer Eltern.[2] Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität Medizin und wurde Mitglied des Akademischen Gesangvereins München.[3] 1888 wurde er zum Dr. med. promoviert.[4][5] 1895 habilitierte er sich an der Universität Greifswald. Durch seine Veröffentlichungen brauchte er keine Habilitationsschrift vorzulegen. 1899 wurde er a.o. Professor.

Er folgte 1904 dem Ruf der Universität Basel, wechselte aber schon 1908 an das Universitätsklinikum Würzburg. Dort veröffentlichte er klinische und tierexperimentelle Arbeiten über Gefäß- und Organtransplantation, Bluttransfusion, Ileus und Appendizitis. Im Ersten Weltkrieg war Enderlen Generalarzt und setzte sich, gestützt auf klinische Studien, für die Notfall-Laparotomie bei allen Bauchschüssen ein. 1918 wurde er Ordinarius in Heidelberg, wo ihm vertretungsweise auch bis zum 31. Januar 1919 und von Ende Mai bis Ende September 1920 die Leitung der Zahnklinik[6] oblag. Im Alter von 69 Jahren gab Enderlen den Heidelberger Lehrstuhl 1932 auf und zog (herzkrank) nach Stuttgart. Dort starb er 1940 bei einem Palliativeingriff, als ein Kolonkarzinom zu einem Darmverschluss geführt hatte. Enderlen war Lehrer und Freund von Erich von Redwitz.

Enderlen brachte die Transplantation von Gefäßen und Leichenknochen zur klinischen Anwendung. Er erarbeitete Regeln zur Operationsindikation beim Ulkus- und Gallensteinleiden, die auch heute noch Bedeutung besitzen. Auch führte er mit dem Heidelberger Internisten Ludolf von Krehl wegweisende Denervierungsoperationen am Herzen und Blockaden des Ganglion stellatum durch.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Alexander Kipnis: Enderlen, Eugen (1863-1940), Chirurg.
  2. Werner Wachsmuth: Reden und Aufsätze 1930–1984. Berlin 1985, S. 48.
  3. Verband Alter SVer (VASV): Anschriftenbuch. Mitgliederverzeichnis sämtlicher Alten Herren. Stand vom 1. Oktober 1937. Hannover 1937, S. 146.
  4. Christoph Weißer: Enderlen, Eugen. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 353.
  5. Dissertation: Durchtritt pathogener Keime durch die intakte Lungenoberflache anhand der Milzbrandsporen.
  6. Axel Bauer, Karin Langsch: Die Etablierung der Zahnmedizin an der Universität Heidelberg 1895–1945. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 9, 1991, S. 377–392, hier S. 382.