Angarsk

Stadt in Russland

Angarsk (russisch Анга́рск) ist eine 1948 gegründete Stadt in Russland mit 233.567 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Benannt ist sie nach dem Fluss Angara, an dessen Ufer sie liegt.

Stadt
Angarsk
Ангарск
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Sibirien
Oblast Irkutsk
Rajon Angarsk
Bürgermeister Leonid Georgijewitsch Michailow
Gegründet 1948
Stadt seit 1951
Fläche 209 km²
Bevölkerung 233.567 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1118 Einwohner/km²
425 430 m
Zeitzone UTC+8
Telefonvorwahl (+7) 3955
Postleitzahl 665800–665841
Kfz-Kennzeichen 38, 85, 138
OKATO 25 405
Website www.angarsk-goradm.ru
Geographische Lage
Koordinaten 52° 34′ N, 103° 55′ OKoordinaten: 52° 34′ 0″ N, 103° 55′ 0″ O
Angarsk (Russland)
(52° 34′ 0″ N, 103° 55′ 0″O)
Lage in Russland
Angarsk (Oblast Irkutsk)
(52° 34′ 0″ N, 103° 55′ 0″O)
Lage in der Oblast Irkutsk
Liste der Städte in Russland

Geographische LageBearbeiten

Die Stadt liegt im Süden der Oblast Irkutsk in Sibirien am Zusammenfluss von Angara und Kitoi, knapp 4200 km Luftlinie von Moskau entfernt; bis zur nächsten Großstadt Irkutsk sind es etwa 50 km.

GeschichteBearbeiten

Der Bau von Angarsk begann 1948. 1951 wurde der Status einer Stadt verliehen.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1959 134.390
1970 203.310
1979 238.802
1989 265.835
2002 247.118
2010 233.567
2019 225.489

Anmerkung: 1959–2010: Volkszählungsdaten; 2019:[3]

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Die Wirtschaft in Angarsk besteht vor allem aus Ölindustrie, Maschinenbau, Metallbearbeitung, Holzverarbeitung, Chemikalienherstellung und Petrochemie.

Angarsk ist einer der Standorte des russischen Atomprogramms. Außer in Nowouralsk, Sewersk und Selenogorsk wird auch im Angarsker Elektrolyse-Chemischen Kombinat abgereichertes Uran aus den Uran-Anreicherungsanlagen in Gronau und Almelo verarbeitet. Hierdurch wurde die Stadt Schauplatz von gewalttätigen Auseinandersetzungen um die russische Atompolitik, die im Juli 2007 ein Todesopfer unter demonstrierenden Atomkraftgegnern forderte. Die nukleare Anlage dient der Herstellung von Uranhexafluorid (Urankonversion), der Uran-Anreicherung und in geringfügigerem Umfang der Herstellung nichtnuklearer Chemieprodukte.[4] Das Werk gehört zum TWEL-Konzern, der der Föderalen Agentur für Atomenergie Russlands untersteht.

Angarsk ist an die Transsibirische Eisenbahn angebunden. Außerdem liegt Angarsk an der russischen Fernstraße R255, die Teil der transkontinentalen Straßenverbindung von Moskau nach Wladiwostok ist. Der öffentliche Personennahverkehr der Stadt wird unter anderem durch die Straßenbahn Angarsk durchgeführt.

Strafkolonie 15 AngarskBearbeiten

Am südlichen Stadtrand von Angarsk befindet sich die für 1302 Gefangene ausgelegte Strafkolonie 15 (Исправительная колония 15), auch IK-15 Angarsk (ИК-15 Ангарск) genannt.[5] Im April 2020 wurden dort Häftlingsproteste von den Wachmannschaften brutal niedergeschlagen. Das EU-Russia Civil Society Forum (CSF), das Forum Menschenrechte und die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) machten die Vorfälle auch im Ausland bekannt.[6][7]

Kultur und SportBearbeiten

Angarsk verfügt unter anderem über ein Uhrenmuseum sowie die Technologische Akademie Angarsk.

Im Jahre 2006 war der Baubeginn für eine neue Eishockeyhalle, die seit ihrer Eröffnung 2010 unter dem Namen „Jermak-Arena“ (russisch «Аре́на Ерма́к») bei den Heimspielen des Eishockeyvereins Jermak Angarsk 7000 Zuschauern Platz bietet.

GalerieBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Angarsk listet folgende Partnerstädte auf:

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Publik-Forum, Heft 15 v. 17. August 2007, Angarsk, wir verzeihen nicht!

WeblinksBearbeiten

Commons: Angarsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation); Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 g. po Irkutskoj oblasti (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010 für die Oblast Irkutsk). online
  2. Über die Stadt auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt; abgerufen am 29. Juni 2020 (russisch)
  3. http://pop-stat.mashke.org/russia-cities.htm
  4. Angarsker Elektrolyse-Chemisches Kombinat: Производство. Abgerufen am 1. Februar 2021 (russisch).
  5. ИК-15 Ангарск, abgerufen am 26. März 2021 (russisch).
  6. EU-Russia Civil Society Forum: The Riot in Angarsk Penal Colony, abgerufen am 26. März 2021.
  7. ACAT-Aktuell, April 2021, S. 1–2.
  8. Oleg Sukhoruchenko in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)
  9. Кочержова Анастасия Борисовна, infosport.ru (russisch)