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Göth während seiner Zeit in polnischer Haft (Aufnahme 1946)

Amon Leopold Göth (* 11. Dezember 1908 in Wien; † 13. September 1946 in Krakau) war ein österreichischer SS-Offizier, zuletzt im Rang eines SS-Hauptsturmführers.

Göth war bereits während seiner Jugendzeit Sympathisant rechtsnationaler Kreise und bekennender Antisemit. 1930 trat er der NSDAP bei. Nach seinem Übertritt zur Schutzstaffel stieg er rasch in der dortigen Hierarchie auf. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs fand Göth im Generalgouvernement zunächst für verschiedene Dienststellen Verwendung. 1943 zeichnete er sich neben anderer bereits begangener Kriegsverbrechen für die Liquidierung des Krakauer Ghettos und der Ermordung tausender jüdischer Bewohner verantwortlich.

Bekanntheit erlangte Göth als Kommandant und „Bestie von Płaszów“ des gleichnamigen Konzentrationslagers sowie seiner Bekanntschaft zu dem Industriellen Oskar Schindler. 1946 wurde er wegen Massenmordes durch ein polnisches Gericht zum Tode verurteilt und wenige Tage nach der Urteilsverkündung gehängt.

Kindheit und Jugend

Amon Göth wurde am 11. Dezember 1908 in Wiener Bezirksteil Gumpendorf als einziger Nachkomme von Amon Franz (* 1880) und dessen Ehefrau Bertha Göth, gebürtige Schwendt (1877–1936) im elterlichen Haus der Morizgasse 5 geboren. Die Taufe des Kindes erfolgte am 18. Dezember des gleichen Jahres in der Gumpendorfer Pfarrkirche. Göths Eltern betrieben zu jener Zeit ein gemeinsames Buch- und Kunsthandelsgeschäft, welches sich überwiegend auf den Vertrieb von religiösen Schriften und militärischen Werken spezialisiert hatte. Dessen Erlöse ermöglichten es der Familie einen gutbürgerlichen Lebensstil zu führen. Bedingt durch ihre Handelstätigkeiten fanden Amons Eltern allerdings nur wenig Zeit, sich um ihr Kind zu kümmern. Daher wuchs der junge Göth größtenteils bei einer kinderlos gebliebenen Tante väterlicherseits auf. Von dieser bekam er den Spitznamen Mony.[1]

1915 erfolgte Göths Einschulung an einer privaten Volksschule. Am Unterrichtsgeschehen zeigt er jedoch nur wenig Interesse, weswegen seine schulischen Leistungen mangelhaft blieben. Daraufhin wurde er 1920 von seinen Sorgeberechtigten in die Obhut eines streng geführten katholischen Internats in Waidhofen an der Thaya gegeben, wo er an der dortigen Oberrealschule den Grundstein für ein späteres erfolgreiches Berufsleben legen sollte. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht. Stattdessen entwickelte der von seiner Umgebung als widerspenstig wahrgenommene Göth eine Abneigung gegen die Autorität der Lehrerschaft. Daneben offenbarte sich bei ihm ein Hang zu sadistischen Scherzen. Im Sommer 1925 brach er schließlich die schulische Ausbildung ohne Abschluss ab und nahm eine Lehre zum Verlagsbuchhändler in der elterlichen Firma auf.[2]

Nazistische Radikalisierung

Zuvor nahm der mittlerweile 17-jährige Göth aber noch an einer Veranstaltung der rechtsradikalen „Hakenkreuzler“ im niederösterreichischen Waldviertel teil. Hier begeisterte er sich rasch für deren nationalsozialistisches Gedankengut. Aus ähnlich gelagerten Affinitätsgründen war Göth noch während seiner Schulzeit einer relativ unbekannten Ortsgruppe der „Vereinigung der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterjugend Deutsch-Österreich“ in Waidhofen an der Thaya beigetreten. Hier so die Meinung, könne man den ungestümen jungen Mann schon irgendwie gebrauchen. Die in diesen Kreisen lancierte Losung: „Deutsch bis ins Mark, Sozialist bis zur glühenden Leidenschaft und Judengegner zum Heile deines Volkes, so sollst du’s halten dein Leben lang!“ sollte sich Göth ein Leben lang zu Eigen machen. Unter weiteren radikalen und antisemitischen Einflüssen festigte sich Göths nazistisches Weltbild. 1927 wandte sich er dem paramilitärischen Verband des Steirischen Heimatschutzes in Wien zu. Der Historiker Johannes Sachslehner vermutet in diesem Schritt eine Suche Göths nach etwaigen Alternativen zu seiner ausgeübten Verlagsarbeit. Gerüchterweise soll sich Göth ferner erfolglos um ein Studium der Landwirtschaft bemüht haben. Unabhängig davon zeigte sich Göth von seinem Umfeld im Heimatschutz alsbald enttäuscht. Insbesondere störte er sich an der dort fehlenden Radikalität sowie der Zerstrittenheit der Heimatführer untereinander, so dass er um 1929/30 wieder zu den „Hakenkreuzlern“ zurückkehrte.[3]

Karriere in der SS

1931–1938: Anfänge und Aufstieg

Die Erfolge der Nationalsozialisten bei der Reichstagswahl 1930 im Deutschen Reich veranlassten Göth schließlich am 13. Mai 1931 bei der Wiener Ortsgruppe in Margareten der NSDAP (Mitgliedsnummer 510.764) beizutreten. Kurze Zeit später wechselte er zur Wiener Ortsgruppe Mariahilf. Dort nahm Göth die Funktion eines Politischen Verwalters wahr. Seine Aufnahme in die SS (SS-Nr. 43.673) erfolgte im gleichen Jahr. Hier versah Göth im Trupp „Deimel“, einer Teilformation des SS-Sturms „Libardi“, seinen Dienst und entwickelte sich rasch zum Karrieristen.[4] Analog zu Hitlers Machtergreifung im Januar 1933, welche verstärkte NS-Aktivitäten in ganz Österreich hervorrief, wurde Göth als Adjutant zum Stab der 52. SS-Standarte „Donau“ versetzt. Zusätzlich bestellte man ihn zum Motorstaffelführer. In letzterer Eigenschaft zog sich Göth, ab Mai 1933 im Range eines SS-Scharführers, bei einem Verkehrsunfall mit der SS-Standarte 11 „Planetta“ bei Drosendorf schwere Verletzungen zu. Sich auf diese berufend, stellte er in der Folge vergeblich einen Antrag zum Erwerb des Blutordens.

Mittlerweile genoss Göth innerhalb der SS durch fanatischen Gehorsam und einer auffallenden Skrupellosigkeit den Ruf eines Vorzeigeoffiziers. Seine Rolle beim Juliputsch 1933 der Nationalsozialisten in Krems und dem folgenden Verbot der NSDAP in Österreich sind allerdings bis heute strittig. Einer Fahndung nach ihm entzog er sich durch Flucht nach München, wo er bei einem Hundezüchter Unterschlupf fand. In der Folge betätigte er sich als Schmuggler und Kurierfahrer zwischen Deutschland und Österreich. Im Oktober 1933 wurde Göth auf österreichischem Gebiet aufgespürt und in Untersuchungshaft genommen. Im Dezember 1933 folgte sein Freispruch aus Mangel an Beweisen.

Nach außen hin geläutert, widmete sich Göth in den Folgejahren wieder dem elterlichen Geschäft. Dieser relativ beständige Lebensabschnitt zerbrach allerdings mit dem Tod der Mutter am 5. März 1936 und dem Scheitern Göths erster Ehe im Sommer des gleichen Jahres. Nachdem ihm der triste Bücherverkauf zu langweilen begann, siedelte Göth 1937 nach München über, wo er eine neuerliche Verwendung in der SS fand. Nach dem Anschluss Österreichs kehrte er 1938 nach Wien zurück, wurde hier der SS-Standarte 11 „Planetta“ zugeteilt und heiratete ein weiteres Mal.

1940/41: Verwaltungstätigkeiten in Oberschlesien

Anfang März 1940 meldete sich Göth zur Waffen-SS. In dieser wurde ihm die Funktion eines Verwaltungsführers bei der Einsatzführung Ost in Oberschlesien mit Dienstsitz in Teschen übertragen. Nach eigenen Aussagen, soll er dort unter anderem mit der Registrierung von Pferdebeständen und anderen Tieren betraut gewesen sein. Im Herbst 1940 wechselte Göth als Kassenverwalter in das in Kattowitz ansässige Büro der Volksdeutschen Mittelstelle (Vomi) – eine Art Anlauf- und Koordinierungstelle für umsiedlungswillige Volksdeutsche. In dieser Stellung erfolgte im Januar 1941 seine Beförderung zum SS-Oberscharführer und am 9. November 1941 die zum SS-Untersturmführer. Die dienstlichen Beurteilungen seiner Vorgesetzten zu dieser Zeit waren allesamt makellos.

1942: SS-Einsatzgruppe im Generalgouvernement

Die Umstände für Göths Wechsel in das Generalgouvernement nach Lublin in den Stab um Odilo Globocnik im Frühjahr 1942 sind spekulativ. Möglicherweise spielten hierbei etwaige persönliche Kontakte oder sein Talent als guter Organisator eine gewichtige Rolle. Im Kreis der dortigen Kriegsverbrecher und Massenmörder sollte sich Göth das nötige Rüstzeug des Töten abschauen. Zu seinen ersten übertragenen Aufgaben gehörte der Ausbau des SS-Arbeitslagers Budzyń. Hauptsächlich handelte es sich hierbei um Bauüberwachungstätigkeiten im Zuge der Errichtung von Baracken für etwa 2000 vornehmlich jüdische Zwangsarbeiter aus dem Ghetto Końskowola. In der Zeit danach organisierte Göth die Selektionsmaßnahmen bei der Räumung des Ghettos Bełżyce und die Deportation der Arbeitsunfähigen und Alten in das Konzentrationslager Majdanek. Hierbei sind hundertfache Bestechungsannahmen durch Göth dokumentiert, die seinen späteren Ruf als „korrumpierten Offizier“ begründeten.

Anschließend war Göth im Sommer 1942 mit der Beschaffung von Baumaterialien für sogenannte „Geheime Baumaßnahmen“ betraut. Vermutlich handelte es sich hierbei um Werkstoffe für die Errichtung der Krematorien in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka. Seine Zutrittsgenehmigung zu genannten Lagern könnte jedoch auch mit der Kontrolle und Erfassung von Wertgegenständen erklärlich sein.

Ab Oktober 1942 baute er das Kriegsgefangenenlager in Poniatowa zu einem Arbeitslager für jüdische Zwangsarbeiter auf.

1943: Liquidierung des Krakauer Ghettos

Im März 1943 zeichnete er sich für die Liquidierung des Krakauer Ghettos verantwortlich.

1943/44: Kommandant von Płaszów

 
Einfahrt in das Krakauer Ghetto, links ein Detail der neu errichteten Ghettomauer, deren Form sich an jüdischen Grabsteinen orientiert hat. Göth veranlasste die Räumung des Ghettos, bei der etwa 2000 Menschen ermordet wurden.
 
März 1943: Die Bevölkerung des Krakauer Ghettos wurde in das Lager Płaszów deportiert.
 
Nach steilem Aufstieg in der Waffen-SS wurde Göth 1943 Kommandant des Lagers Płaszów, das auf einem Judenfriedhof errichtet wurde. Die Zufahrtsstraße wurde mit den jüdischen Grabsteinen gepflastert.

Etwa zur gleichen Zeit wurde er Kommandant über das Arbeitslager Płaszów (später KZ Plaszow). Etwa zu diesem Zeitpunkt wurde Göths Alkoholismus auffällig. Durch seine sadistische Gewohnheit, morgens vom Balkon seiner Villa mit einem Repetiergewehr auf KZ-Häftlinge zu schießen oder Häftlinge von seinen beiden Hunden – einer Dogge und einem Schäferhundmischling – zerfleischen zu lassen, erhielt er den Beinamen „Schlächter von Płaszów“. Mindestens 500 Menschen brachte er eigenhändig um. Nachdem er einen Menschen ermordet hatte, forderte er dessen Karteikarte an, um Verwandte ebenfalls töten zu lassen, da er keine „unzufriedenen Leute“ im Lager haben wolle. Sein Schreiber – der jüdische Häftling Mieczysław Pemper – berichtet davon, dass Göth nahezu täglich wahllos tötete.[5]

Andere Zeugen berichteten davon, dass Göths Mordlust schon an seiner Kleidung abgelesen werden konnte. Trug er ein einfaches Käppi, bestand diesbezüglich keine Gefahr, hatte er jedoch seine Offiziersmütze aufgesetzt, signalisierte dies unmittelbare Gefahr, trug er aber seinen Tirolerhut und dazu noch weiße Handschuhe oder einen weißen Schal, wusste jeder, der ihn kannte, dass er sich jetzt ein Opfer suchen würde.[6]

Göth führte das Lager mit harter Hand und bestrafte Vergehen mit drakonischer Härte, meist öffentlich. Auf den Schmuggel von Lebensmitteln standen beispielsweise 100 Peitschenhiebe.[7]

Göth hatte eine Vorliebe für klassische Musik, die er nicht nur nahezu durchgehend in seiner Villa hörte, sondern gelegentlich auch dazu nutzte, Hinrichtungen musikalisch zu untermalen oder auch die Schreie verzweifelter Eltern zu übertönen, wenn deren Kinder in dem Lager auf LKW getrieben und zur Ermordung nach Auschwitz abtransportiert wurden.[8]

Er behandelte auch SS-Untergebene hart und brachte sie wegen kleinster Vergehen vor ein SS- und Polizeigericht. Seine Schwarzmarktgeschäfte führten dazu, dass er von SS-Untergebenen wegen Unterschlagung von Reichseigentum (nach NS-Recht fiel das konfiszierte Eigentum der jüdischen KZ-Gefangenen dem Deutschen Reich zu) angezeigt wurde. Hingegen wurde die Ermordung von KZ-Häftlingen durch die NS-Justiz nicht geahndet, sondern forciert (vgl. sogenannte Postenpflicht).

Zuständig für die Bearbeitung der Anzeige war der SS-Richter Konrad Morgen, dessen Vernehmungsprotokolle nach dem Krieg unter anderem vom Nürnberger Militärtribunal ausgewertet wurden. Göth wurde am 13. September 1944 in Wien von der Gestapo verhaftet, kam aber nach kurzer Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß. Das Ende des Zweiten Weltkrieges verhinderte einen Prozess gegen ihn. Karl Koch, Kommandant des KZ Buchenwald, war wegen ähnlicher Delikte zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

Verhaftung, Prozess und Hinrichtung

 
Göth in alliierter Internierung, August 1945

Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht erlebte Göth leicht verwundet in einem Lazarett in Bad Tölz. Hier wurde er nach Kriegsende verhaftet und anfänglich in München-Stadelheim inhaftiert. Später verlegte man ihn in das Internierungslager Dachau. In Briefen, die er aus Dachau an seine Geliebte Kalder senden durfte, beklagte er sich über die angeblich unzureichende Verpflegung. Den US-Streitkräften gegenüber hatte er sich unter falschem Namen als Kriegsheimkehrer ausgegeben. Diese identifizierten ihn aber trotz seiner einfachen Wehrmachtsuniform als SS-Angehörigen und lieferten ihn nach Feststellung seiner wahren Identität gemeinsam mit Rudolf Höß, dem ehemaligen Kommandanten des KZ Auschwitz, nach Polen aus.

Am 30. Juli 1946 kamen die beiden Massenmörder am Krakauer Hauptbahnhof an und wurden dort von einer aufgebrachten Menschenmenge empfangen. Deren Lynchabsicht galt aber nicht Rudolf Höß, sondern dem Schlächter von Płaszów, der von Sicherheitspersonal geschützt werden musste.[9]

Der Prozess fand vom 27. August bis zum 5. September 1946 vor dem Obersten Nationalen Tribunal in Krakau im größten Schwurgerichtssaal des polnischen Woiwodschaftsgerichtes statt. Gerichtsvorsitzender war Alfred Eimer, der bereits vor dem Krieg als Richter tätig gewesen war. Angeklagt wurde Göth unter anderem wegen der Verantwortung für die Ermordung von mehr als 8000 Menschen allein im Lager Płaszów, der Mitschuld am Tod weiterer 2000 Menschen bei der Liquidierung des Ghettos in Krakau-Podgórze am 13. und 14. März 1943 sowie Hunderten von Morden bei der Auflösung der Ghettos in Tarnów und Szebnie. Mieczysław Pemper wurde von Göth als Entlastungszeuge benannt, erwies sich zu dessen Verwunderung aber als Hauptbelastungszeuge.

Göth wurde vom Gericht zum Tode durch Hängen verurteilt. Er verfasste ein handschriftliches Gnadengesuch, das aber abgelehnt wurde. In seinem Gnadengesuch beschrieb er sein Anliegen in der dritten Person, berief sich auf soldatischen Befehlsgehorsam und verwies auch auf die damalige deutsche Gesetzeslage, der er sich nicht habe entziehen können.[10]

Acht Tage nach der Urteilsfindung wurde der Verurteilte am 13. September 1946 seinen Henkern überstellt. Zu seiner Exekution sind in den Gefängnisunterlagen lediglich die Worte „er starb“ verzeichnet. Ein Video, in dem man angeblich seine Hinrichtung sehen kann, zeigt laut der National-Geographic-Dokumentation „Europas blutige Geschichte“ stattdessen die Hinrichtung Ludwig Fischers. Die Historikerin Suzannah Lipscomb und der Journalist Joe Crowley kommen aufgrund fehlender Beweise sowie aufgrund von Gesichtserkennung und der am Hinrichtungstag Göths aufgezeichneten Wetterlage zu der Annahme, das Video zeige nicht Amon Göth.[11][12]

Göths Leichnam wurde verbrannt und die Asche in die Weichsel gestreut.

Familie und Privates

Amon Göth war zweimal verheiratet. Seine am 7. Januar 1934 geschlossene Ehe mit Olga Janauschek (* 1905) war von seinen Eltern arrangiert worden, blieb kinderlos und hielt nur wenige Jahre. Die Scheidung erfolgte durch das Bezirksgericht Margareten am 15. Juli 1936. Göth beantragte daraufhin auf Drängen des Vaters auch die kirchliche Annullierung. Als Argument führte er an, zum Zeitpunkt der Trauung keinen ausreichenden eigenen Ehewillen besessen zu haben. Seinem Ansinnen wurde am 12. September 1941 entsprochen.[13]

Den Ehebund mit Anna Geiger (* 1913) ging Göth am 13. Oktober 1938 in Wien ein. Dem Paar waren drei Kinder beschieden. Peter wurde 1939 geboren, verstarb jedoch noch im Säuglingsalter an den Folgen einer Diphtherie. Ihm folgten 1941 Tochter Ingeborg und zwei Jahre später Sohn Werner. Genannte Ehe wurde im Dezember 1945 wegen Untreue Göths zu seiner Geliebten Ruth Irene Kalder geschieden.

Kalder selbst gebar im Januar 1945 Göths uneheliche Tochter Monika.[14] Aus deren späteren Beziehungen wiederum gingen mehrere Kinder hervor. Darunter die von ihr kurz nach der Geburt zur Adoption freigegebene Jennifer Teege (* 1970).[15][16]

Anhang

Literatur

Filme

  • In Steven Spielbergs Holocaust-Drama Schindlers Liste (1993), basierend auf einem Roman des Australiers Thomas Keneally nach historischen Zeugnissen, wurde Göth von Ralph Fiennes dargestellt.
  • Im Jahr 2006 erschien der Dokumentarfilm Der Mördervater (Originaltitel: Inheritance)[17] des Filmemachers James Moll. Der Film dokumentiert die Begegnung von Monika Hertwig, Amon Göths Tochter, mit Helen Jonas-Rosenzweig. Das Treffen fand auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Płaszów und in Göths dortigem Wohnhaus statt. Amon Göth hatte Rosenzweig als jüdisches Dienstmädchen verpflichtet. Nach Göths Verhaftung wurde Rosenzweig von Oskar Schindler gerettet. In dem Film wird unter anderem beschrieben, wie Hertwig mit der Vergangenheit ihres Vaters, dem sie äußerlich auffallend ähnelt, aufwuchs und lebt. Ihre Mutter Ruth Irene Kalder, so gab Hertwig an, äußerte sich nie kritisch über die Nazi-Vergangenheit. Kalder litt zunehmend unter Depressionen und nahm sich 1983 das Leben.[18][19] Hertwig beteiligt sich aktiv an der Aufklärungsarbeit über die Gefahren des Nationalsozialismus.
  • Monika Hertwig ist eine Protagonistin des Dokumentarfilms Meine Familie, die Nazis und Ich[20] des israelischen Regisseurs Chanoch Ze'evi über die Nachfahren der NS-Täter.

Weblinks

  Commons: Amon Göth – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Johannes Sachslehner: Der Henker: Leben und Taten des SS-Hauptsurmführts Amon Leopold Göth. Styria Verlag Wien 2013, ISBN 978-3-222-13416-6, S. 15–18.
  2. Johannes Sachslehner: Der Henker: Leben und Taten des SS-Hauptsurmführts Amon Lepopold Göth. Styria Verlag Wien 2013, ISBN 978-3-222-13416-6, S. 18–21.
  3. Johannes Sachslehner: Der Henker: Leben und Taten des SS-Hauptsurmführts Amon Leopold Göth. Styria Verlag Wien 2013, ISBN 978-3-222-13416-6, S. 22–25.
  4. Johannes Sachslehner: Der Henker: Leben und Taten des SS-Hauptsurmführts Amon Lepopold Göth. Styria Verlag Wien 2013, ISBN 978-3-222-13416-6, S. 25f.
  5. Jennifer Teege, Nikola Sellmair: Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-06493-8, S. 50.
  6. Johannes Sachslehner: Der Henker. Styria, Wien 2013, ISBN 978-3-222-13416-6 (eine Wiederauflage des Buchs Der Tod ist ein Meister aus Wien, Styria 2008, S. 86).
  7. Mietek Pemper: Der rettende Weg. Schindlers Liste – Die wahre Geschichte. Aufgezeichnet von Viktoria Hertling und Marie Elisabeth Müller. Hoffmann und Campe, Hamburg 2010, ISBN 978-3-455-50183-4, S. 74.
  8. Jennifer Teege, Nikola Sellmair: Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-06493-8, S. 52.
  9. Jennifer Teege, Nikola Sellmair: Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-06493-8, S. 72.
  10. Artikel zu Amon Göth, Kapitel 27, auf mietek-pemper.de.
  11. „Bloody Tales“ – Executions auf IMDb.
  12. Becky Evans: Did 'executed' Nazi criminal in Schindler’s List escape justice? Historians claim video of camp commander being hanged is NOT him (Englisch) Daily Mail. 21. März 2013. Archiviert vom Original am 24. Januar 2014. Abgerufen am 1. Juli 2014.
  13. Jennifer Teege, Nikola Sellmair: Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-06493-8, S. 41–42.
  14. Jennifer Teege, Nikola Sellmair: Amon – Mein Großvater hätte mich erschossen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2013, ISBN 978-3-498-06493-8, S. 42 und S. 82–83.
  15. Julia Schaaf: Jennifer Teege – Ich bin mehr, FAZ, 14. September 2013, abgerufen am 18. September 2013.
  16. Jennifer Teege, grandaughter of a Nazi concentration camp commander, Deutsche Welle, 22. November 2013, abgerufen am 30. November 2013.
  17. Der Mördervater (Memento des Originals vom 26. April 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arte.tv, arte, 28. August 2011.
  18. Monika Kaiser: Den charmanten Sadisten entlarven, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. März 2005, abgerufen am 15. Februar 2012.
  19. Livia Bitton Jackson: Monika Goeth. In the Shadow of the Evil (Memento des Originals vom 26. April 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zoominfo.com, The Jewish Press, 8. Juli 2009, abgerufen am 15. Februar 2012 (englisch).
  20. Meine Familie, die Nazis und Ich (Memento vom 28. Juli 2012 im Internet Archive) (siehe Website Das Erste vom 13. Juni 2012).