Aleksandar Đorđević

serbischer Basketballtrainer und ehemaliger Basketballspieler
Basketballspieler
Aleksandar Đorđević
Aleksandar Đorđević.jpg
Spielerinformationen
Geburtstag 26. August 1967
Geburtsort Belgrad, SFR Jugoslawien
Größe 188 cm
Position Point Guard
Vereine als Aktiver
1983–1992 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien KK Partizan Belgrad
1992–1994 ItalienItalien Phillips/Recaro Milano
1994–1996 ItalienItalien Filodoro/Teamsystem Bologna
1996–1997 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Portland Trail Blazers
1997–1999 SpanienSpanien FC Barcelona
1999–2002 SpanienSpanien Real Madrid
2003–2005 ItalienItalien Scavolini Pesaro
000002005 ItalienItalien Armani Jeans Milano
Nationalmannschaft
0000–0000 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien
0000–0000 SerbienSerbien
Jugoslawien
Serbien
Vereine als Trainer
2006–2007 ItalienItalien Armani Jeans Milano
2011–2012 ItalienItalien Benetton Treviso
2015–2016 GriechenlandGriechenland Panathinaikos Athen
2016–2018 DeutschlandDeutschland FC Bayern München
seit 0 2019 ItalienItalien Virtus Bologna
Nationalmannschaft als Trainer
2013–2019 SerbienSerbien Serbien

Aleksandar „Saša“ Đorđević (kyrillisch Александар „Саша“ Ђорђевић; * 26. August 1967 in Belgrad, SFR Jugoslawien) ist ein ehemaliger serbischer Basketballspieler und heutiger Basketballtrainer. Von 2013 bis 2019 war er Trainer der serbischen Basketballnationalmannschaft. Von 2016 bis 2018 war er Cheftrainer beim FC Bayern München.[1]

LaufbahnBearbeiten

SpielerBearbeiten

Sein Vater Bratislav führte Roter Stern Belgrad im Spieljahr 1971/72 als Trainer zum Gewinn des jugoslawischen Meistertitels. Aleksandar Đorđević spielte als Jugendlicher bei Roter Stern, Radnicki Belgrad und Partizan Belgrad. Bei Partizan gab er während der Saison 1983/84 im Alter von 16 Jahren seinen Einstand bei den Profis. Ab 1986 bildete der Aufbauspieler dort ein Gespann mit Vlade Divac, bis Letzterer 1989 zu den Los Angeles Lakers in die NBA wechselte.[2] 1987 wurde Đorđević mit Partizan erstmals jugoslawischer Meister, diesen Titel gewann er ebenfalls 1991 und 1992.[3] 1988 erreichte er mit der Mannschaft das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister. 1989 holte er mit Belgrad den Sieg im Korac-Cup. In beiden Korac-Cup-Finalspielen zusammen erzielte er 43 Punkte.[4] 1992 führte er Partizan zum Gewinn des Europapokals der Landesmeister, indem er im Endspiel gegen Joventut de Badalona Sekunden vor dem Schluss einen Dreipunktwurf zum Endstand 71:70 traf.[5]

Anschließend wechselte er nach Italien, spielte von 1992 bis 1994 in Mailand und von 1994 bis 1996 in Bologna. In jeder dieser Spieljahre kam er in der Serie A auf Mittelwerte von mehr als 20 Punkten je Begegnung, mit einem Höchstwert von 27,1 pro Spiel (1993/94).[6] Mit Mailand holte er 1993 den Korac-Cup.[3] Er ging in die Vereinigten Staaten und unterschrieb im September 1996 bei den Portland Trail Blazers in der NBA. Ende Dezember 1996 endete seine Zeit in Portland.[7] Bis dahin hatte er acht Spiele in der NBA bestritten und 3,1 Punkte je Begegnung erzielt.[8]

Ab Anfang Januar 1997 stand Đorđević in Diensten des spanischen Erstligisten FC Barcelona und gewann wenige Monate später mit den Katalanen den Meistertitel. In der Euroleague stand er mit Barcelona 1997 im Endspiel, verlor dieses aber. In der Saison 1998/99 gewann er mit der Mannschaft die spanische Meisterschaft sowie den Korac-Cup.[3] Den besten Punktewert seiner Barca-Zeit erreichte Đorđević in der Liga ACB im Spieljahr 1997/98: 17,4 je Begegnung.[9]

1999 verließ er Barcelona und spielte fortan bis 2002 bei Real Madrid. Mit Real wurde er 2000 spanischer Meister.[3] Nach seinem Weggang aus Spanien spielte Đorđević erneut in Italien.[6]

Mit der Juniorennationalmannschaft Jugoslawiens wurde er 1987 Weltmeister. Im Herrenbereich gewann er 1998 die Weltmeisterschaft, 1991, 1995 und 1997 die Europameisterschaft sowie 1996 Silber bei den Olympischen Sommerspielen.[3] Bei den EM-Turnieren 1995 (14,9 Punkte je Begegnung;[10] 41 Punkte im Endspiel)[11] sowie 1997 (12,6 Punkte je Begegnung) war er jeweils zweitbester Korbschütze seiner Mannschaft.[12] Bei der EM 1997 gelang ihm in einem Spiel gegen Kroatien ein Drei-Punkte-Wurf praktisch mit der Schlusssirene zum 64:62 für Serbien. Bei Olympia 1996 erzielte Đorđević die zweitmeisten Punkte für die Mannschaft und war bester Passgeber.[13] Er bestritt für die Vorgängermannschaften der serbischen Basketballnationalmannschaft insgesamt 108 Länderspiele.

Er beendete seine Karriere mit einem letzten Spiel in der Belgrader Arena am 3. Juli 2005.

Zu Đorđevićs Stärken als Spieler gehörten seine Spielübersicht, seine Technik, seine Führungsqualitäten sowie sein Wurf.[2] Er spielte während seiner Laufbahn unter Trainergrößen wie Dusko Vujosevic (Partizan Belgrad), Zeljko Obradovic (Partizan Belgrad und Nationalmannschaft), Dusan Ivkovic (Nationalmannschaft)[14] und Mike D’Antoni (Mailand).[15]

TrainerBearbeiten

Đorđević arbeitete als Trainer zunächst in Italien: Von Januar 2006 bis Saisonende 2006/07 hatte er das Traineramt bei Armani Jeans Milano inne. 2011/12 war er Trainer von Benetton Treviso.[16] Ab Juni 2015 war er Trainer von Panathinaikos Athen in Griechenland. Im April 2016 wurde er in Athen nach dem Ausscheiden aus der Euroleague entlassen.[17] Ab 2013 war er Nationaltrainer Serbiens, 2014 wurde die Mannschaft unter seiner Leitung Vizeweltmeister.[18]

Im Sommer 2016 wurde er als neuer Cheftrainer des FC Bayern München vorgestellt und war gleichzeitig weiterhin Nationaltrainer Serbiens.[19] In seiner zweiten Saison in München gab der Klub Ende März 2018 die Freistellung Đorđevićs trotz Tabellenführung und Pokalsieg bekannt.[20] Grund für die Trennung in dieser vermeintlich zufriedenstellenden Lage waren sich seit Herbst verschärfende Kommunikationsprobleme und Spannungen zwischen ihm und Geschäftsführer Marko Pešić sowie Sportdirektor Daniele Baiesi gewesen, für deren Ratschlägen bezüglich der Struktur des Münchner Spiels Đorđević wenig zugänglich gewesen sein soll.[21] Nach dem verfrühten Ausscheiden aus dem EuroCup 2017/18 im Halbfinale gegen Darüşşafaka Istanbul und nach der insgesamt zweiten Niederlage in der Bundesliga im Spiel gegen den Tabellenzweiten Alba Berlin entschloss sich der Klub zur Freistellung Đorđevićs.

Mitte März 2019 trat er das Traineramt bei Virtus Bologna an.[22]

SonstigesBearbeiten

Seit dem 28. Januar 2005 ist Đorđević UNICEF-Botschafter von Serbien.

Erfolge und AuszeichnungenBearbeiten

  • Jugoslawischer Meister – 1987, 1992
  • Jugoslawischer Pokalsieger – 1989, 1992
  • Europapokalsieger der Landesmeister – 1992
  • Spanischer Meister – 1997, 2000
  • Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta
  • Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft – 1998
  • Europameisterschaft
    • Gold – 1991, 1995, 1997
    • Bronze – 1987, 1999

Đorđević wurde im Mai 2008 als eine der fünfzig bedeutenden Persönlichkeiten des Basketballsports in Europa geehrt. Die Ehrung erfolgte durch die Euroleague Basketball im Rahmen einer offiziellen Zeremonie im Palacio de Deportes de la Comunidad de Madrid, in Madrid (Spanien).[23]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Sasa“ Djordjevic übernimmt Traineramt beim FC Bayern. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 1. August 2016; abgerufen am 1. August 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcb-basketball.de
  2. a b 101 Greats: Aleksandar "Sasha" Djordjevic. Abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  3. a b c d e Sasha Djordjevic, TRAYECTORIA Y LOGROS. In: ACB. Abgerufen am 25. Juni 2020 (spanisch).
  4. Korac Cup 1988-89. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  5. European League 1991-92. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  6. a b LEGABASKET SERIE A LEGABASKET SERIE A. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  7. 1996-97 Portland Trail Blazers Transactions. Abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  8. Aleksandar Đorđević Stats. Abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  9. Sasha Djordjevic | ACB.COM. Abgerufen am 25. Juni 2020 (spanisch).
  10. Yugoslavia accumulated statistics | 1995 European Championship for Men | ARCHIVE.FIBA.COM. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  11. European Championship 1995. Abgerufen am 3. Juli 2020.
  12. Yugoslavia accumulated statistics | 1997 European Championship for Men | ARCHIVE.FIBA.COM. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  13. Yugoslavia accumulated statistics | 1996 Olympic Games : Tournament for Men | ARCHIVE.FIBA.COM. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  14. European Championship 1995. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  15. Korac Cup 1992-93. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  16. Panathinaikos names Djordjevic head coach. Abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  17. Panathinaikos sacks Djordjevic after Euroleague defeat | Kathimerini. Abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  18. World Championship 2014. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  19. muenchen.de: Neuer Trainer für die Bayern-Basketballer. Abgerufen am 25. Juni 2020.
  20. Djordjevic nicht mehr Trainer der Bayern-Basketballer - FC Bayern Basketball. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 30. März 2018; abgerufen am 29. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcb-basketball.de
  21. Hammer! Bayern entlässt Coach Djordjevic | BASKETBALL.DE. In: BASKETBALL.DE. 29. März 2018 (basketball.de [abgerufen am 29. März 2018]).
  22. Sasa Djordjevic - The final puzzle piece in Bologna's return to the top. 16. März 2019, abgerufen am 25. Juni 2020 (englisch).
  23. 50 Contributors, Honored in Madrid (Memento vom 24. Juli 2009 im Internet Archive)

WeblinksBearbeiten