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Agadir (aus Taschelhit ⴰⴳⴰⴷⵉⵔ agadir, deutsch ‚Speicherburg‘; arabisch أكادير) ist eine Hafenstadt am Atlantik im Süden Marokkos, etwa 500 km südlich von Casablanca mit 698.310 Einwohnern (Berechnung 2014).[1] Agadir ist Hauptstadt der Präfektur Agadir-Ida ou Tanane und der Region Souss-Massa.

Agadir
أكادير
ⴰⴳⴰⴷⵉⵔ
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Agadir (Marokko)
Agadir
Agadir
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Souss-Massa
Präfektur: Agadir-Ida ou Tanane
Koordinaten 30° 25′ N, 9° 35′ WKoordinaten: 30° 25′ N, 9° 35′ W
Einwohner: 698.310 (2014)
Höhe: 23 m
Website der Stadtverwaltung:
Blick von der Kasbah auf Agadir mit Marina
Blick von der Kasbah auf Agadir mit Marina

GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Agadir liegt an der Mündung des Flusses Oued Souss in den Atlantischen Ozean.

KlimaBearbeiten

 
Wetterspiegel

Es herrscht ganzjährig ein Klima trockener Wärme mit Temperaturen, die im Mittel bei circa 24 °C liegen. Gelegentlich treten frische Böen auf.

GeschichteBearbeiten

Agadir wurde 1505 von portugiesischen Seefahrern gegründet. 1541 eroberten die Saadier die Stadt. 1751 versuchte König Friedrich V. von Dänemark – letztlich erfolglos –, durch den Abschluss eines Freundschafts- und Handelsvertrags mit Mulai Muhammad, dem Statthalter von Marrakesch, dänische Stützpunkte im heutigen Agadir (Santa Cruz do Cabo de Gué oder Cabo de Aguer) und in Safi zu errichten.

1911, auf dem Höhepunkt der deutsch-französischen Spannungen und Rivalitäten um Marokko, entsandte Deutschland die Kanonenboote SMS Panther und SMS Eber sowie den Kleinen Kreuzer SMS Berlin nach Agadir. Der Vorfall, der als Panthersprung nach Agadir bekannt wurde und fast zu einem großen europäischen Krieg geführt hätte, veranlasste Frankreich, Marokko 1912 zum französischen Schutzgebiet zu erklären (im Protektoratsvertrag vom November 1912 wurde es in die Protektorate Französisch-Marokko und Spanisch-Marokko (im Norden) aufgeteilt; Näheres siehe Geschichte Marokkos).

Schweizer-Viertel
 
Fassade
 
Portal
 
Villa

Am Abend des 29. Februar 1960 wurde die Stadt durch ein Erdbeben verwüstet, wobei rund 10.000 bis 15.000 Menschen starben. Außer der Kasbah (240 Meter über dem Meeresspiegel) hat Agadir daher heute nur noch wenige historische Bauten. Viele Nationen halfen Agadir beim Wiederaufbau. Die Schweiz baute sogar ein ganzes Viertel auf („Schweizer-Viertel“).

1975 ereignete sich vor der Stadt der bisher schwerste Flugzeugabsturz Marokkos mit 188 Toten.

WirtschaftBearbeiten

Handelskammer
 
Handelskammer unter Palmen
 
Sprachmittler
 
Verwaltungsgebäude

Agadir liegt in einem Bergbaugebiet mit Cobalt-, Mangan- und Zinkvorkommen, die über den Naturhafen verschifft werden. Tourismus, Fischerei und Fischverarbeitung sowie die Herstellung von Metallwaren sind neben dem Bergbau die wichtigsten Wirtschaftszweige. Vor allem der Fremdenverkehr wurde in den vergangenen Jahren durch gezielten Bau von Ferienanlagen in und außerhalb der Stadt stark gefördert.

Der internationale Flughafen Al Massira (IATA-Code AGA, ICAO-Code GMAD) wurde 2006 von 1,4 Millionen Passagieren benutzt.[2] Er bietet auch Direktverbindungen zu zahlreichen europäischen Verkehrsflughäfen.

ReligionBearbeiten

In der Stadt sind zahlreiche Moscheen vorhanden.

Die jüdische Gemeinde verfügt über eine Synagoge im Zentrum der Stadt. Sie zählt nur 26 Familien mit etwa 100 Mitgliedern.

FremdenverkehrBearbeiten

Die Stadt ist in ihren strandnahen Bereichen von großen Hotelanlagen und dem Handel mit Kunsthandwerk aller Art geprägt. Hierbei organisieren lokale Anbieter zum Kennenlernen von Land und Leuten Tagesausflüge, z. B. nach Essaouira, Tafraoute, Marrakesh, Tiznit und durch die Gebirgszüge des Antiatlas und des Atlasgebirges.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Agadir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Agadir – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerungsstatistik Marokko. Abgerufen am 28. April 2019.
  2. Office National Des Aéroports (Hrsg.): Rappel sur l’historique du trafic passager par aéroport (1994–2006). 5. April 2007 (online [PDF; 99 kB; abgerufen am 25. Mai 2007]).