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3. Badisches Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22

Das „3. Badische Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22“ war ein Kavallerieverband der Großherzoglich-Badischen Armee, die als Kontingent in die Preußische Armee eingestellt war.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Am 6. Januar 1850 (Stiftstungstag) wurde anstelle des aufgelösten Regiments der Badischen Garde du Corps die Errichtung eines dritten Reiter-Regiments befohlen und Mannheim als Garnison bestimmt. Im Jahre 1855 wurde das Regiment in 3. Dragoner-Regiment Prinz Karl umbenannt. 1864 bezog der Verband in Durlach Garnison. Nach der Militärkonvention mit Preußen erhielt der Verband am 1. Juli 1871 die Bezeichnung 3. Badisches Dragoner-Regiment „Prinz Karl“ Nr. 22. 1890 verlegte der Verband nach Mülhausen im Elsass.

Das Regiment war der 29. Kavallerie-Brigade in Mülhausen unterstellt.

Feldzüge und KampfhandlungenBearbeiten

Deutscher KriegBearbeiten

Im Verband des VIII. Bundes-Armee-Korps gegen Preußen eingesetzt.

Deutsch-Französischer KriegBearbeiten

Sofort nach Kriegsausbruch unternahm ein Detachement des Regiments unter dem Kommando von Rittmeister Graf Zeppelin eine Fernpatrouille nach Frankreich, die als Überrumpelung der Torwache in Lauterburg bekannt wurde.[1] Diese Erkundung gab der Heeresleitung den wichtigen Hinweis, dass im Unterelsaß keine französischen Truppen aufmarschiert waren. Danach Teilnahme an der Belagerung von Straßburg im September 1870. Anschließend bis zum Kriegsenden Patrouillen- und Sicherungsdienste im rückwärtigen Raum.

Erster WeltkriegBearbeiten

  • August 1914: Ausmarsch nach Westen mit Aufklärung gegen die französische Festung Belfort. Streifen- und Patrouillendienste in Französisch-Lothringen
  • März 1915: Auflösung des Regimentsverbandes mit Abordnung der 1. und 2. Eskadron zur 115. Infanterie-Division, sowie der 3. und 4. Eskadron zur 111. Infanterie-Division. Als Kavallerie im Ordnungs- und Sicherungsdienst der rückwärtigen Divisionsbereiche eingesetzt.
  • 1916 wurden die 1. und die 2. Eskadron nach dem östlichen Kriegsschauplatz verlegt. Die 1. Eskadron verblieb in Litauen, während die 2. Eskadron dem Österreichisch-Ungarischen Oberkommando unterstellt wurde. Sie kämpfte in Galizien und nahm am Feldzug gegen Rumänien teil. Die 3. und 4. Eskadron verblieben im Westen und wurden unter anderem auch in der Schlacht an der Somme eingesetzt.
  • 1918 wurde das Regiment im Westen wieder zusammengeführt, nach Abgabe der Pferde infanteristisch ausgebildet und in den Abwehrkämpfen in Flandern, den Argonnen und an der Maas verwendet.
     
    Reservistenkrug des 3. Badischen Dragoner-Regiments „Prinz Karl“ Nr. 22 mit badischem Greif als Deckelgriff

VerbleibBearbeiten

Am 31. Mai 1919 wurde das Regiment in Sinsheim aufgelöst. Hiervon nicht betroffen war jedoch die 2. Eskadron, die geschlossen in das Freiwilligen Landesschützen-Korps übertrat und zur Bekämpfung der Unruhen in Berlin, Bremen, Düsseldorf, in Westfalen und Magdeburg eingesetzt wurde.

Die Einheit wurde dann als 3. Eskadron in das 18. Reiter-Regiment der Reichswehr in Ludwigsburg eingegliedert und führte die Tradition des ehemaligen Dragoner-Regiments fort. Der „Verein ehemaliger Prinz Karl-Dragoner“ pflegte ebenfalls die Traditionen.

KommandeureBearbeiten

Dienstgrad Name Datum
Oberstleutnant/Oberst Wilhelm Dietrich von Gemmingen 19. Juni 1869 bis 1. Januar 1876
Oberstleutnant/Oberst Rudolf Rusche 21. Juli 1908 bis 19. Juli 1912
Oberstleutnant Hermann von Witzleben 1913 bis

UniformBearbeiten

Die Dragoner trugen einen kornblumenblauen Waffenrock und eine anthrazitfarbene Hose. Der Waffenrock war mit schwedischen Aufschlägen ausgestattet und mit ponceauroten Vorstößen versehen.

Die sogenannte Abzeichenfarbe des Regiments war schwarz. Von dieser Farbe waren die Ärmelaufschläge, der Stehkragen, die Epaulettenfelder und Passanten. Die Knöpfe und Beschläge waren aus Neusilber. Von der linken Schulter zur rechten Hüfte lief ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Bandelier und Kartusche wurden zum Ausgehanzug und zum Gesellschaftsanzug nicht getragen. Der Helm war mit dem badischen Greif und mit Schuppenketten versehen. Zur Parade wurde anstelle der Spitze ein weißer (für die Musiker ein roter) Rosshaarbusch aufgesteckt. Die Landeskokarde war gelb-rot, ebenso die Lanzenflagge der Mannschaften. Die Lanzenflagge der Unteroffiziere war gelb mit rotem badischen Greif.

Gemäß A. O. K. vom 14. Februar 1907 wurde ab den Jahren 1909/10 für den Felddienst die feldgraue Uniform M 1910 eingeführt. Bei dieser Uniform war das Riemenzeug und die Stiefel naturbraun, der Helm wurde von einem schilffarbenen Überzug verdeckt. Bandelier und Kartusche wurden nicht mehr getragen.

LiteraturBearbeiten

  • Georg Bahls: Das 3. badische Dragoner-Regiment Prinz Karl Nr. 22 auf Grund der gedruckten Regimentsgeschichten und nach unveröffentlichten Quellen aus der Vorkriegszeit sowie den amtlichen Kriegsakten des Regiments. Bernard & Graefe, Berlin 1934.
  • Jürgen Kraus: Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg: Uniformierung und Ausrüstung – 1914 bis 1918. Verlag Militaria, Wien 2004, (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums, 2), ISBN 3-9501642-5-1.
  • Hugo F. W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Podzun-Pallas Verlag, Friedberg 1985, Lizenzausgabe Weltbild Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-89350-343-9.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.), Hans-Joachim Harder: Militärgeschichtliches Handbuch Baden-Württemberg. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1987, ISBN 3-17-009856-X, S. 108–109.