1350
Johann II., genannt der Gute
Johann II., der Gute,
wird König von Frankreich.
Die Mordnacht von Zürich in der Tschachtlanchronik von 1470
In der Mordnacht von Zürich wird Rapperswil von Zürich besetzt.
1350 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 798/799 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1342/43
Azteken-Kalender 13. Haus – Matlactli omey Calli (bis Ende Januar/Anfang Februar 12. Feuerstein – Matlactli omome Tecpatl)
Buddhistische Zeitrechnung 1893/94 (südlicher Buddhismus); 1892/93 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 67. (68.) Zyklus

Jahr des Metall-Tigers 庚寅 (am Beginn des Jahres Erde-Büffel 己丑)

Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 712/713 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 728/729
Islamischer Kalender 750/751 (Jahreswechsel 10./11. März)
Jüdischer Kalender 5110/11 (3./4. September)
Koptischer Kalender 1066/67
Malayalam-Kalender 525/526
Seleukidische Ära Babylon: 1660/61 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1661/62 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1388
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1406/07

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Heiliges Römisches ReichBearbeiten

 
Siegel des Bremer Domkapitels im 14. Jahrhundert
  • 20. Februar: Die Bremer Erzbischofsfehde eskaliert, als der päpstliche Kandidat Gottfried von Arnsberg gegen seinen Rivalen Moritz von Oldenburg den Bann ausspricht. Die meisten Ministerialen des Erzstiftes halten jedoch weiterhin zu Moritz. Die Fehde entwickelt sich zu einem kriegerischen Konflikt. Am 13. Juli verständigt sich Moritz nach mehreren Scharmützeln auf einen Waffenstillstand mit dem Rat der Stadt Bremen, in der kurz zuvor die Pest ausgebrochen ist. Conrad Graf von Diepholz und die Grafen von Hoya, Gerhard III. und Johann II. werden als Schiedsrichter eingesetzt, um die Fehde beizulegen. Als Obmann fungiert Balduin von Steinfurt, der Bischof von Paderborn. Bereits am 2. September schließt Moritz ein Bündnis mit der Stadt Bremen. Bald darauf erfolgt auch eine Einigung mit Gottfried – dieser bleibt nominell Erzbischof und Moritz wird zum „Vormund des Erzbistums“ ernannt, womit er als Amtmann faktisch die Macht im Erzstift ausübt.
  • 23./24. Februar: Die Mordnacht von Zürich ist ein geplanter Handstreich, bei dem während der Schweizer Habsburgerkriege die Stadt durch Hilfe von Verschwörern innerhalb der Stadtmauern erobert und die Regierung um Bürgermeister Rudolf Brun ermordet werden soll. Durch Verrat ist der Bürgermeister über die Umsturzpläne informiert und gut vorbereitet. Zahlreiche Verschwörer fallen in den ausbrechenden Kämpfen, weitere werden gefangen genommen und durch Rädern oder Enthaupten hingerichtet, ihre Güter eingezogen. Bereits am nächsten Tag ziehen Zürcher Truppen gen Rapperswil, von wo aus die Umsturzpläne ausgegangen sind. Die Stadt ergibt sich und wird noch am gleichen Abend gebrandschatzt. Bei der folgenden Zerstörung von Rapperswil wird die Burg Alt-Rapperswil zerstört und die Mauern der Stadt und das Schloss geschleift, sodass Rapperswil nicht mehr verteidigt werden kann. Stadtzürcher Truppen besetzen des Weiteren die Untere March und erlangen damit die Kontrolle über die Bündner Pässe.
  • Februar: Der falsche Woldemar, den Karl IV. 1348 mit der Mark Brandenburg belehnt hat, wird als Betrüger entlarvt. Der bayerische Herzog Ludwig V. aus dem Haus Wittelsbach wird stattdessen mit Brandenburg belehnt. Woldemar hält sich ab März/April am askanischen Hof in Anhalt-Dessau auf, wo man ihm dennoch zeitlebens alle höfischen Ehren erweist.

Weitere Ereignisse in EuropaBearbeiten

AsienBearbeiten

  • Auf Java wird König Rajasanagara zum neuen König von Majapahit. Es beginnt eine „Goldene Zeit“ von Macht und Eroberungen.

Urkundliche ErsterwähnungenBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

  • Der Kerzenwachs wird knapp. Karl IV. erlässt Sonderprivilegien für Imker.

Wissenschaft und TechnikBearbeiten

KulturBearbeiten

ReligionBearbeiten

  • Die Kirche ruft ein Jubeljahr aus, damit die Pest nicht noch mehr verbreitet wird.

KatastrophenBearbeiten

 
Darstellung der Geißlerzüge, um 1350, Chronik von Gilles Li Muisis
 
Hinrichtung von Juden, um 1350, Chronik von Gilles Li Muisis

Historische Karten und AnsichtenBearbeiten

 
Der Balkan um 1350
 
Karte der Frankfurter Altstadt um 1350

GeborenBearbeiten

Geburtsdatum gesichertBearbeiten

Genaues Geburtsdatum unbekanntBearbeiten

Geboren um 1350Bearbeiten

GestorbenBearbeiten

Todesdatum gesichertBearbeiten

  • 25. Januar: Alvarus Pelagius, galicischer Franziskaner und Theologe, Bischof von Silves (* zwischen 1275 und 1280)
  • 26. März: Alfons XI., König von Kastilien und León (* 1311)
  • 3. April: Odo IV., Herzog von Burgund, Graf von Burgund und Graf von Artois (* 1295)
  • 6. Juni: Bertrand de Saint-Geniès, Patriarch von Aquileia und Seliger der katholischen Kirche (* 1260)
  • 10. Juli: Konrad II., Graf von Freiburg (* vor 1316)
  • 2. August: Robert de Ferrers, englischer Adeliger (* 1309)
  • 22. August: Tidemann von Güstrow, Münzherr und Bürgermeister von Lübeck (* um 1300)
 
Grab König Philipps VI. in Saint-Denis

Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

Gestorben um 1350Bearbeiten

  • Yoshida Kenkō, japanischer Höfling, Dichter und buddhistischer Mönch (* um 1283)

WeblinksBearbeiten

Commons: 1350 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien