Yoshiko Ōtaka

japanische Sängerin, Schauspielerin und Politikerin (1920-2014)
Yoshiko Yamaguchi, 1940er-Jahre

Yoshiko Ōtaka (japanisch 大鷹 淑子, Ōtaka Yoshiko, geborene Yoshiko Yamaguchi (山口 淑子, Yamaguchi Yoshiko); englischer Name Shirley Yamaguchi, chinesischer Name Li Xianglan (chinesisch 李香蘭 / 李香兰, Pinyin Lǐ Xīanglán), japanische Aussprache des chinesischen Namens: Ri Kōran; * 12. Februar 1920 in Fushun, Mandschurei, China; † 7. September 2014 in Tokio) war eine in China geborene Japanerin, die in China, Japan, Hongkong und den USA Karriere als Schauspielerin und Sängerin machte. 1974 wurde sie in das japanische Parlament gewählt, dem sie 18 Jahre angehörte.

LebenBearbeiten

Ōtaka erhielt eine klassische Gesangsausbildung und debütierte 1938 als Filmschauspielerin und Sängerin. Sie trat als Li Xiang Lan auf, benutzte aber auch ihren japanischen Namen. Dieser Mischung verdankte sie auch die Ernennung zur japanisch-mandschurischen Sonderbotschafterin. Einem breiten chinesischsprachigen Publikum wurde sie 1942 durch die Musik zum in Shanghai gedrehten Film „Ein guter Name für die kommenden Generationen“ (chinesisch 萬世流芳) bekannt. Damit startete ihre Karriere als Interpretin „gelber Musik“, die östliche und westliche Musikstile kombinierte. Viele Lieder von Li Xiang Lan sind heute Evergreens im chinesischsprachigen Bereich.

In den 1950er-Jahren startete Yoshiko Ōtaka unter dem Namen Shirley Yamaguchi ihre Schauspielkarriere in Hollywood sowie am Broadway und trat auch in einigen in Hongkong produzierten Filmen auf. Im Jahr 1958 kehrte sie nach Japan zurück, wo sie als Fernsehmoderatorin und Nachrichtensprecherin arbeitete und den Diplomaten Hiroshi Ōtaka (大鷹 弘) heiratete. 1974 kandidierte sie auf Einladung des damaligen Vorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei, Kakuei Tanaka,[1] erfolgreich im nationalen Wahlkreis (1986: Verhältniswahl) bei der Wahl 1974 zur zweiten Kammer des japanischen Parlaments, der sie für drei Wahlperioden angehörte.[2] Dort saß sie zeitweise dem Okinawa-Sonderausschuss vor, von 1991 bis 1992 dem damaligen Auswärtigen Ausschuss. Von 1977 bis 1978 (Kabinett Fukuda) war sie politische Staatssekretärin in der Umweltbehörde. Zur Wahl 1992 zog sie sich aus der Politik zurück.

Ōtaka starb am 7. September 2014 in Tokio im Alter von 94 Jahren an den Folgen einer Herzschwäche.[3]

Filmographie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1940: Shina no yoru
  • 1943: Sayon no kane
  • 1943: Wàn Shì Liú Fāng
  • 1950: Skandal (Sukyandaru)
  • 1950: Akatsuki no daso
  • 1952: Japanese War Bride
  • 1955: House of Bamboo
  • 1956: Byaku fujin no yoren

WeblinksBearbeiten

Commons: Shirley Yamaguchi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. NHK Shutoken News Web, 14. September 2014: nhk.or.jp (Memento vom 14. September 2014 im Webarchiv archive.today) 元女優 山口淑子さん死去 (befristet online)
  2. Sangiin, Liste ehemaliger Abgeordneter: あ bis お (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  3. Yoshiko Yamaguchi, Japanese film star in 1940s and '50s, dies at 94. Nachruf in der Los Angeles Times vom 16. September 2014 (englisch, abgerufen am 18. September 2014).