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Wyrzysk (deutsch Wirsitz) ist eine Stadt mit Sitz einer gleichnamigen Stadt-und-Land-Gemeinde im Powiat Pilski der Woiwodschaft Großpolen in Polen.

Wyrzysk
Wappen von Wyrzysk
Wyrzysk (Polen)
Wyrzysk
Wyrzysk
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Pilski
Fläche: 4,12 km²
Geographische Lage: 53° 9′ N, 17° 16′ OKoordinaten: 53° 9′ 0″ N, 17° 16′ 0″ O
Höhe: 90 m n.p.m.
Einwohner: 5162
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 89-300
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PP
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Bydgoszcz–Piła
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 18 Schulzenämter
Fläche: 190,68 km²
Einwohner: 14.080
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3019083
Verwaltung
Gemeindevorsteher: Bogusława Jagodzińska
Adresse: ul. Bydgoska 29
89-300 Wyrzysk
Webpräsenz: www.wyrzysk.pl



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Die Stadt liegt nördlich der Stadt Posen zwischen Anhöhen an dem Flüsschen Lobsonka, eines Nebenflusses der Netze (poln. Noteć). Die Entfernung zur Stadt Bydgoszcz im Osten beträgt etwa 60 Kilometer.

GeschichteBearbeiten

 
Wirsitz südlich der Stadt Lobsens auf einer Landkarte vom 1914
 
Marktplatz in Wirsitz

Urkunden, denen die näheren Umstände der Gründung der Stadt zu entnehmen wären, sind nicht erhalten geblieben. Als die Stadt 1773 von Preußen annektiert wurde, befand sie sich zusammen mit der zugehörigen Grundherrschaft im Besitz des Grafen Werbno Rydzinski. Dieser verkaufte die Grundherrschaft 1784 an Friedrich den Großen, der sie in ein staatliches Domänenamt umwandelte. Wirsitz galt seitdem als freie Stadt. Für die Evangelischen ließ Friedrich eine Kirche erbauen.[2][3]

Von 1816 bis 1920 war Wirsitz Verwaltungsstandort des Landkreises Wirsitz im Regierungsbezirk Bromberg der preußischen Provinz Posen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Wirsitz zusammen mit dem Kreisgebiet aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an Polen abgegeben. Aus der Stadt, die bis dahin mehrheitlich von Deutschen bewohnt war, wanderten nun viele deutsche Familien ab, auch um zu vermeiden, dass ihre Söhne Dienst im Polnisch-Sowjetischen Krieg leisten mussten. Es verblieb jedoch ein deutscher Bevölkerungsanteil in der Stadt.

Während des Überfalls auf Polen 1939 wurden in Wirsitz, Lobsens und an anderen Orten Bürgerwehren gebildet, um die deutschen Minderheiten vor Übergriffen zu schützen.[4] Auf den evangelischen Friedhof wurden bei Kämpfen 26 Polen von Deutschen getötet.

Von 1939 bis 1945 war Wirsitz Verwaltungsstandort des Landkreises Wirsitz im neu eingerichteten Reichsgau Danzig-Westpreußen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. In der darauf folgenden Zeit wurde die deutsche Minderheit aus Wirsitz vertrieben.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1783 0 207 davon 96 evangelische Deutsche, 53 Polen und 58 Juden[2]
1816 0 439 davon 218 Evangelische, 173 Katholiken und 48 Juden[3]
1837 0 999 [3]
1861 1.048 [3]
1885 1.577 davon 735 Evangelische, 692 Katholiken und 150 Juden[5]
1905 1.532 davon 650 Evangelische und 80 Juden[6]
seit 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
2014: 5.172

GemeindeBearbeiten

Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) gehören neben der Stadt Wyrzysk weitere 18 Ortsteile (deutsche Namen, amtlich bis 1945)[7] mit einem Schulzenamt (sołectwo):

  • Auguścin
  • Bąkowo
  • Dąbki
  • Dobrzyniewo (Dobrzyniewo, 1939–1945 Dobbertin)[7]
  • Falmierowo (Falmierowo, 1939–1945 Charlottenburg)[7]
  • Glesno (Glesno, 1942–1945 Glessen)[7]
  • Gromadno (Gromaden, 1942–1945 Schwabensee)
  • Karolewo-Wiernowo
  • Konstantynowo (Konstantinowo, 1942–1945 Köstenhauland)[7]
  • Kosztowo (Kosztowo, 1939–1945 Friedrichshöhe)[7]
  • Kościerzyn Wielki (Karlsbach (?))[8]
  • Młotkówko (Mlotkowko, 1939–1945 Seeburg)[7]
  • Osiek nad Notecią (Ossiek, 1939–1942 Netzthal, 1942–1945 Netztal)[7]
  • Polanowo (Eichfelde)
  • Ruda (Ruda, 1939–1945 Johannisburg)[7]
  • Rzęszkowo
  • Wyrzysk Skarbowy (Wirsitz-Amt, 1942–1945 Wirsitzamt)[7]
  • Żuławka (Zulawka, 1939–1945 Friedrichshorst)[7]

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Anusin
  • Bagdad
  • Gleszczonek
  • Hercowo
  • Klawek
  • Komorowo
  • Marynka
  • Masłowo
  • Nowe Bielawy
  • Ostrówek
  • Polinowo
  • Pracz
  • Wyciąg
  • Wydmuchowo
  • Zielona Góra
  • Żelazno

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b Goldbeck (1789), S. 98–99, Nr. 3).
  3. a b c d Wuttke (1864), S. 466.
  4. Christian Jansen und Arno Weckbecker: Der „Volksdeutsche Selbstschutz“ in Polen 1939/1940. Oldenbourg, München 1992, S. 45.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. pos_wirsitz.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 20, Leipzig und Wien 1909, S. 687.
  7. a b c d e f g h i j k Vgl. Weblink Amtsbezirk Wirsitz-Land in Danzig-Westpreußen - Gemeindeumbenennungen
  8. Karlsbach im Genealogischen Ortsverzeichnis