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Weiher ist ein Ortsteil der Stadt Hirschau im Landkreis Amberg-Sulzbach in der Oberpfalz in Bayern[1], zuvor war Weiher eigenständige Gemeinde.

Weiher
Stadt Hirschau
Koordinaten: 49° 30′ 48″ N, 11° 58′ 8″ O
Höhe: 514 m ü. NN
Fläche: 8,91 km²
Einwohner: 147 (2011)
Hirschauer Ortsteile
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Eingemeindet nach: Hirschau und Schnaittenbach
Postleitzahl: 92242
Vorwahl: 09622
Karte
Die im Südosten des Stadtgebiets von Hirschau gelegene Gemarkung Weiher umfasst die Ortsteile Weiher und Kricklhof. Die ehemalige Gemeinde Weiher reichte weiter nach Norden und umfasste auch die Sargmühle und den zeitweise (ca. 1950) zu Schnaittenbach gehörenden Scharhof.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des NamensBearbeiten

Der Ortsname Weiher bezieht sich auf die Bezeichnung Weiher für ein kleines Stillgewässer. Bereits 1339 wurde Weiher als „Weyaern“ und 1364 als „Weyer“ erwähnt. 1424 war die Rede von einem Hof „zu den Wyhern“. 1450 ist die Schreibweise „Weyer“, 1569 „Weiern“, 1668 „Weyhern“ und 1792 „Weyhr“ belegt.[2]

GeographieBearbeiten

Weiher liegt im südlichen Gemeindegebiet der Stadt Hirschau. Nach dem Melderegister der Stadt Hirschau haben die in der Gemarkung liegenden Ortsteile 147 Einwohner, davon der ehemalige Gemeindehauptort Weiher 121 und Kricklhof 26.[3]

Umgeben ist Weiher von Hirschau und Schnaittenbach im Norden sowie Kemnath am Buchberg im Osten. Im Süden liegt Freudenberg und im Westen Steiningloh.

GeschichteBearbeiten

Durch das erste bayerische Gemeindeedikt wurde Weiher im Jahre 1808 zum Steuerdistrikt und dem Landgericht Amberg und damit dem Naabkreis zugeordnet[4]. Nach der Auflösung des Naabkreises zugunsten des Mainkreises und des Regenkreises wurde Weiher im Jahr 1810 zusammen mit dem Landgericht Amberg dem Regenkreis zugeordnet (ab 1838 Oberpfalz und Regensburg)[5].

Durch das zweite bayerische Gemeindeedikt wurde Weiher im Jahre 1818 eine eigenständige politische Gemeinde.[6]

Im Gegensatz zur heutigen Gemarkung innerhalb der Stadt Hirschau reichte die ehemalige Gemeinde Weiher im östlichen Bereich wesentlich weiter nach Norden (ursprünglich eine Exklave, später mit direkter Verbindung) und umfasste auch die Sargmühle und den vorübergehend (ca. 1950) zur nordöstlich gelegenen Nachbarstadt Schnaittenbach gehörenden Scharhof, heute Gemarkung Hirschau. Die Gemeindeteile Haidhof und Haidmühle wurden bei der Auflösung der Gemeinde Weiher am 1. April 1972 der Stadt Schnaittenbach zugeschlagen. Nach diesem Zuschnitt hatte die Gemeinde eine Fläche von 931,95 Hektar,[7] während die aktuelle Gemarkungsfläche nur noch 891,23 Hektar beträgt.

ReligionenBearbeiten

Seit 1773 gehörte Weiher zur Pfarrei Pursruck. Durch eine Volksabstimmung im Jahr 1980 kehrte Weiher wieder zur Pfarrei Hirschau zurück.[8]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Hirschau#Weiher

Katholische Filialkirche Mariae OpferungBearbeiten

Die unter Denkmalschutz stehende Kirche stammt vermutlich aus dem Mittelalter. Bereits 1508 wurde sie im Visitationsprotokoll des Bistums Regensburg erwähnt. im 17. Jahrhundert wurde der Bau umgestaltet. Im Jahr 1776 musste der Turm repariert werden, 1777 wurde die Kirche umgebaut. Die Sakristei wurde 1866 angebaut. 1881/1882 erfolgte ein Umbau des Kirchturms. 1907 wurde die Kirche umfassend renoviert, um diese Zeit wurde auch die Uhr eingebaut. 1937 wurde die Kirche abermals renoviert. 1993 begann die Komplettrenovierung der Kirche, wobei der Außenputz abgeschlagen und die Fundamente freigelegt wurden. Im Frühjahr 1994 wurde mit der Innenrenovierung begonnen. Nach insgesamt zweijähriger Renovierungszeit wurde die Dorfkirche am 9. Juli 1995 durch Domkapitular Georg Strupf geweiht.[9]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Am ersten Juli-Wochenende findet in Weiher die Kirchweih statt.

VereineBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr Weiher (gegründet 17. Februar 1907)[10]

VerkehrBearbeiten

Weiher erreicht man von Hirschau nach fünf Kilometern oder von Lintach nach acht Kilometern über die Kreisstraße AS 18. Von Freudenberg aus erreicht man Weiher über die Kreisstraße AS 29 nach etwa sechs Kilometern.

An den öffentlichen Nahverkehr ist Weiher mit der Buslinie 59 von RBO über Lintach nach Amberg (VGN-Linie 459) angebunden.[11]

Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Amberg (15 km).

LiteraturBearbeiten

  • Alfred Härtl: Orte der Besinnung. Kirchen • Kapellen • Marterln • Bildstöccke • Wegkreuze in der Stadtgemeinde Hirschau. 1. Auflage. Härtl-Verlag, Hirschau 2000, ISBN 3-9800725-6-8, S. 144–157.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortsteile - Stadt Hirschau, Landkreis Amberg-Sulzbach (AS) - Bayerischer Behördenwegweiser. In: behoerdenwegweiser.bayern.de. Bayerisches Staatsministerium des Innern, abgerufen am 27. November 2012.
  2. Hans Frank: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern Oberpfalz. Stadt- und Landkreis Amberg. Hrsg.: Kommission für bayerische Landesgeschichte. 1. Auflage. Buchdruckerei Michael Laßleben, Kallmünz über Regensburg 1975, ISBN 3-7696-9891-6, S. 19,20.
  3. Hirschauer Ortsteile (Memento des Originals vom 25. Oktober 2004 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hirschau.de
  4. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner, Historischer Atlas von Bayern, Heft 24, München, 1971, S. 141. (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  5. Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799 - 1980 In Verbindung mit Richard Bauer, Reinhard Heydenreuter, Gerhard Heyl, Emma Mages, Max Piendl, August Scherl, Bernhard Zittel hrsg. von Wilhelm Volkert, o. Professor an der Universität Regensburg, München, 1983, ISBN 3-406-09669-7
  6. Kommission für bayerische Landesgeschichte, bearbeitet von Georg Leingärtner, Historischer Atlas von Bayern, Heft 24, München, 1971, S. 143. (online verfügbar auf digitale-sammlungen.de)
  7. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961, München, 1964, Spalte 516
  8. Härtl: Orte der Besinnung. 2000, S. 147.
  9. Härtl: Orte der Besinnung. 2000, S. 146 f.
  10. http://www.hirschau.de/rechts/news/news_unten.php?jahr=2007&id=102
  11. Verkehrsgemeinschaft Amberg−Sulzbach (Linie 459 − VGN) (Memento des Originals vom 20. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.znas.de (PDF-Datei; 22 kB) auf znas.de