Walpersreuth ist ein Ortsteil von Püchersreuth im Landkreis Neustadt an der Waldnaab des bayerischen Regierungsbezirks Oberpfalz.

Walpersreuth
Gemeinde Püchersreuth
Koordinaten: 49° 47′ 20″ N, 12° 12′ 21″ O
Höhe: 514 m ü. NN
Einwohner: 20 (9. Mai 2011)[1]
Postleitzahl: 92721
Vorwahl: 09602

Geographische LageBearbeiten

Walpersreuth liegt 410 m westlich der Bundesstraße 15. 2 km westlich von Walpersreuth verläuft die A 93.

Westlich von Walpersreuth verläuft die Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau. Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof von Windischeschenbach, 3 km nordwestlich von Walpersreuth.

Am Südrand von Walpersreuth entspringt der Kotzenbach. Walpersreuth liegt 4,5 km nordwestlich von Püchersreuth, 6 km nordöstlich von Neustadt an der Waldnaab und 3,6 km südöstlich von Windischeschenbach.[2]

GeschichteBearbeiten

Walpersreuth (auch Walchersreut, Wolpersreut, Ödwalpersreuth, Wallpersrheut, Walbersreuth) gehörte im 15. Jahrhundert zur Feste Schönficht. Es wurde erwähnt als im Jahr 1402 das Kloster Waldsassen vom Landgrafen Johann von Leuchtenberg die Feste Schönficht mit den zu ihr gehörigen Ortschaften kaufte. Damit kam Walpersreuth zum Stiftland.[3] Im Privileg König Sigmunds aus dem Jahr 1434 wird Walpersreuth schriftlich erwähnt.[4]

Zur Burgpflege Schönficht gehörten im 15. Jahrhundert die Ortschaften Schönficht, Walpersreuth, Mitteldorf, Eppenreuth, 2 Höfe in Geißenreuth, Wurmsgefäll und Leichau. Später wurde die Burgpflege Schönficht dem Gericht Beidl einverleibt.[4]

1433 verkaufte Hans Meingast, Bürger zu Neustadt, seinen Hof in Walpersreuth dem Kloster Waldsassen. Im 15. Jahrhundert war Walpersreuth im Besitz von Fricz Redwiczer. Dann ging es über in den Besitz von Balthasar von Tettau, der es 1503 an Wilhelm Schenk von Trautenberg verkaufte.[3]

Kurfürst Ottheinrich führte 1542 per Erlass die protestantische Konfession in seinem Fürstentum ein. In den Jahren 1548 bis 1571 ging die Herrschaft des Klosters Waldsassen nach und nach in die kurpfälzische Landeshoheit über. Im Rahmen der von Ottheinrich 1558 durchgeführten Neuordnung des Kirchenwesens in der gesamten Oberen Pfalz wurde Wurz Pfarrei in der Superintendentur Tirschenreuth. Die Pfarrei Wurz umfasste die Ortschaften Kotzenbach, Pfaffenreuth, Mitteldorf, Rotzendorf, Walpersreuth, Eppenreuth, Kahhof, Lamplmühle, Ernsthof, Stinkenbühl, Rotzenmühle, Wurmsgefäll, Geißenreuth. Ihr Pfarrer war Michael Schiffendecker aus Runneburg bei Zwickau.

Zum Gericht Beidl gehörten ab 1560 die Ortschaften Beidl, Schönficht, Walpersreuth, Mitteldorf, Eppenreuth, Geißenreuth, Wurmsgefäll, Leichau, Schönthan, Albernhof, Stinckenpuehel, Ödwalpersreuth, Streißenrreuth und Beidlmühle.[4]

1560 hatte Walpersreuth 4 Untertanen mit 5 Brüdern und einem Schäfer, die zum Gericht Beidl gehörten, sowie 1 Untertan mit 3 Brüdern und 4 Söhnen, 1 Herberger, 1 Hutmann, die zum Gericht Falkenberg gehörten. 1572 wurden in Walpersreuth 4 Höfe zum Gericht Beidl und 1 Hof zu Neuhaus und 1 Hof zu Neustadt aufgeführt. 1622 hatte Walpersreuth 4 Mannschaft zum Gericht Beidl und 2 Mannschaften zum Gericht Falkenberg. 1630 gab es in Walpersreuth 4 Anwesen und 2 Inwohner.

Bei der Gegenreformation wurde Wurz wieder katholisch, die kirchliche Einteilung Ottheinrichs wurde aufgehoben und der Zustand von vor der Reformation wieder hergestellt. Der Stift Waldsassen wurde 1669 an die Zisterzienser zurückgegeben. Die Pfarrei Wurz gehörte nun zum Dekanat Nabburg.[4]

1792 wurden in Walpersreuth 4 Untertanen zum Stift Waldsassen und 1 Hof zu Neuhaus und 1 Hof zur Herrschaft Lobkowitz-Störnstein verzeichnet.

Seit 1808 war Eppenreuth Gemeinde und Steuerdistrikt mit den Ortschaften Eppenreuth, Baumgarten (erste Nennung 1961), Mitteldorf, Rotzendorf, Rotzenmühle, Stinkenbühl, Walpersreuth.[4] Eppenreuth gehörte zunächst zum Landgericht Tirschenreuth und wurde 1857 in das Landgericht Neustadt an der Waldnaab umgegliedert.[3] 1978 wurde die Gemeinde Eppenreuth mit ihren Ortsteilen in die Gemeinde Püchersreuth eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung in Walpersreuth ab 1819[5]Bearbeiten

1819–1913
Jahr Einwohner Gebäude
1819 48 7[4]
1838 48 7[6]
1871 48 30[7]
1885 53 7[8]
1900 54 6[9]
1913 55 6[10]
1925–2011
Jahr Einwohner Gebäude
1925 43 6[11]
1950 79 10[12]
1961 36 5[13]
1970 29 k. A.[14]
1987 19 6[15]
2011 20 k. A.[1]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In Walpersreuth gibt es einen denkmalgeschützten Egerländer Vierseithof aus dem 18. Jahrhundert. Er wurde Anfang des 21. Jahrhunderts von Andreas und Alexandra Sperber gekauft, vor dem völligen Verfall gerettet und denkmalgerecht saniert. Heute (2019) dient er als Wohnhaus und Ferienwohnung.[16][17]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b atlas.zensus2011.de
  2. Walpersreuth bei Bayernatlas. Abgerufen am 28. September 2019.
  3. a b c d Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 47: Neustadt an der Waldnaab, Weiden, S. 245, 367, 429
  4. a b c d e f Historischer Atlas von Bayern: Altbayern Reihe I Heft 21: Tirschenreuth, S. 242, 244, 251, 260, 311, 315, 330, 373
  5. https://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/landesbeschreibungen-orte
  6. Josepf Lipf (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Hrsg.: Bistum Regensburg. Pustet, Regensburg 1838, S. 361 (Digitalisat).
  7. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 905, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  8. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 853 (Digitalisat).
  9. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 884 (Digitalisat).
  10. Bistum Regensburg (Hrsg.): Matrikel der Diözese Regensburg. hrsg. i. A. Sr Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. Antonius von Henle vom Bischöflichen Ordinariate Regensburg. Regensburg 1916, S. 587 (Digitalisat).
  11. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 892 (Digitalisat).
  12. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 761 (Digitalisat).
  13. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 562 (Digitalisat).
  14. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 130 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 264 (Digitalisat).
  16. Neue Wohnkultur in einem das Dorf und die Landschaft prägenden denkmalgeschützten Vierseithof bei Onetz. Abgerufen am 1. Oktober 2019.
  17. Alexandra und Andreas Sperber restaurieren einen Vierseithof Von der Hof-Ruine zum ländlichen Refugium bei Onetz. Abgerufen am 1. Oktober 2019.