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GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Vilsheim liegt in der Region Landshut.

GemeindegliederungBearbeiten

Vilsheim hat 27 Ortsteile:[2]

Es gibt die Gemarkungen Gundihausen, Münchsdorf und Vilsheim.

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Der Erstbeleg des Siedlungsnamens ad Filiso in loco Filzheim dicto, überliefert in den Traditionen des Klosters Freising, entstand zwischen 926 und 937. Der Name bezieht sich auf die Lage an der Kleinen Vils. Über Vilzheim, Filzhaim und Vilshaim entwickelte sich der Ortsname bis 1797 zu Vilsheim.

Vilsheim war zunächst Teil des kirchlichen Besitzes der Bischöfe von Bayern, dann weltliche Veste. Nachweisbar gehörte der Ort bereits im 14. Jahrhundert dem reichen Geschlecht der Mautner von Katzenberg, danach bis ins 16. Jahrhundert der adeligen Familie von Pusch. Aus dieser Zeit stammt die spätgotische Kirche, die Ulrich von Pusch erbauen ließ.

In den nachfolgenden 100 Jahren hausten in der Veste Vilsheim namhafte Geschlechter, die Cosenberger, die Wagner von Sattelbogen, die Preysing, die Grafen Sedlinzkie, die Barone Guggenmoos und die Freiherren von Mettingh.

Durch Einheirat waren seit 1759 die auf Schloss Kapfing ansässigen Grafen von Spreti Herren über die geschlossene Hofmark. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz das 1908 abgebrochene Schloss Vilsheim war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

EingemeindungenBearbeiten

Durch die Gemeindegebietsreform wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Gundihausen und Münchsdorf eingegliedert. Gleichzeitig wurden im Westen der Gemeinde Gebietsteile an die Gemeinde Buch am Erlbach abgetreten.[3]

EinwohnerBearbeiten

Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt:

Stand Einwohner
1960 1441
1970 1406
1980 1579
1990 1781
1995 2005
2000 2245
2005 2364
Stand Einwohner
2006 2379
2007 2356
2008 2369
2009 2392
2010 2386
2011 2369
2012 2358
Stand Einwohner
2013 2370
2014 2451
2015 2491
2016 2513

Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2016 um 1086 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 76,1 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 6,66 (6,57) Prozent.

Altersstruktur der Bevölkerung Vilsheims gemäß Zensus 2011
Alter Einwohner nach Alter[4]
jünger als 18 20,8 %
18 bis 29 11,8 %
30 bis 49 33,1 %
50 bis 64 19,4 %
älter als 65 14,9 %

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2008[5]
Wahlbeteiligung: 63,4 %
 %
100
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
99,1 %
0,9 %
CSU/FW
oWb
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b ohne Wahlvorschlag

Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.[6]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 748.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 91.000 €.

Die Gemeinde Vilsheim ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:[7]

  • Regionaler Planungsverband Landshut
  • Schulverband Buch a.Erlbach
  • Zweckverband Wasserversorgung Isar-Vils

Außerdem nimmt sie teil am Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut.

Die Gemeinde Vilsheim erbringt 302 verschiedene behördliche Leistungen.[7]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 14 Personen. Nach der Kommunalwahl 2014 (zum Vergleich: Kommunalwahl 2008) sind darunter elf (zwölf) Männer und drei (zwei) Frauen.[5][8]

Die Wahl führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

Erstmals in der Geschichte der Gemeinde Vilsheim gab es bei einer Kommunalwahl 2014 zwei Listenvorschläge. Neben der Gemeinschaftsliste von CSU und Freien Wählern ist erstmals die SPD im Gemeinderat vertreten.[10]

Bei der Gemeinderatswahl 2008 waren 1.792 Bürger stimmberechtigt. 1.136 davon haben als Wähler teilgenommen, was einer Wahlbeteiligung von 63,4 Prozent entspricht. 1.117 gültige und 19 ungültige Stimmen wurden abgegeben.[5]

Die nächsten Kommunalwahlen finden 2020 statt.

BürgermeisterBearbeiten

Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Georg Spornraft-Penker (CSU/Freie Wähler) zum Bürgermeister gewählt.[11] Er löste Walter Brandlmeier ab, der 2002 als Kandidat der CSU, der Freien Wähler und der Jungen Gemeinde-Liste gewählt worden war und 2008 als Kandidat der CSU und der Freien Wähler in seinem Amt bestätigt worden war.[12]

Bürgermeister und ehemalige Bürgermeister
Amtszeit Bürgermeister
2002–2014 Walter Brandlmeier
seit 2014 Georg Spornraft-Penker

WappenBearbeiten

Das seit 1959 geführte Wappen zeigt unter von Grün und Gold geteiltem Schildhaupt in Rot einen golden bekrönten blauen Hut mit Hermelinstulp, besteckt mit fünf silbernen Reiherfedern.

Der Stulphut ist die Wappenfigur der Adelsfamilie Pusch, die bis 1616 die Ortsherrschaft innehatte. Die Farben Grün und Gold im Schildhaupt erinnern an die für Vilsheim ebenso bedeutsamen Grafen von Spreti.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die spätgotische Pfarrkirche St. Kastulus wurde um die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Das westliche Langhaus erhielt 1862 eine Verlängerung. Der eingezogene Chor enthält ein sternförmig figuriertes Rippengewölbe.

BaudenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sechs, im produzierenden Gewerbe 60 und im Bereich Handel und Verkehr 26 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 60 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 707. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe.

Schlüsselzuweisungen
in Euro[13]
Zuweisungen an Jahr
2015 2016 2017 2018
Gemeinde Vilsheim 473.856 478.072 514.772[14] 556.632[15]

In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Vilsheim sind die Schlüsselzuweisungen von 473.856 Euro im Jahr 2015 um 0,9 Prozent auf 478.072 Euro für das Jahr 2016 gestiegen.[13]

Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Im Jahr 1999 bestanden 63 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.444 ha, davon waren 1.219 ha Ackerfläche und 223 ha Dauergrünfläche.

Bauen und WohnenBearbeiten

Bodenrichtwerte 2011/2012[16]
Ortsteil Wohnbauflächen
ausgewiesene
Baugebiete
unbeplanter
Innenbereich
ausgewiesene
gewerbliche
Bauflächen
Ackerland
Vilsheim 130 € 130 € 50 € 7 €
Münchsdorf 95 € 95 € 40 € 7 €
Kapfing 100 € 100 € 7 €
Gundihausen 95 € 85 € 7 €
Langenvils 95 € 85 € 7 €
Kemoden 85 € 7 €
Reichersdorf 65 € 7 €

BildungBearbeiten

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 76 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 9 Lehrern und 168 Schülern

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Karl Graf von Spreti (* 21. Mai 1907 auf Schloss Kapfing bei Vilsheim; † 5. April 1970 in San Pedro/Guatemala), Architekt, Politiker (CSU), Bundestagsabgeordneter und Botschafter
  • Franz Graf von Spreti (* 17. April 1914 auf Schloss Kapfing bei Vilsheim; † 11. Mai 1990 ebenda), Politiker (CSU), Bürgermeister von Vilsheim, Landrat des Kreises Landshut und Bezirkstagspräsident von Niederbayern

LiteraturBearbeiten

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4

WeblinksBearbeiten

  Commons: Vilsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek: Suchergebnis Vilsheim. Online auf bayerische-landesbibliothek-online.de. Abgerufen am 17. Mai 2014.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 616.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Vilsheim (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 27. April 2014.
  5. a b c Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Ergebnisse für einzelne Gemeinden, Landkreise, Regierungsbezirke und Bayern. Online auf statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 22. Juni 2014.
  6. INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006
  7. a b Bayerischer Behördenwegweiser – Gemeinde Vilsheim: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Anzahl behördlicher Leistungen. Online auf verwaltungsservice.bayern.de. Abgerufen am 27. Juli 2015.
  8. Gemeinde Vilsheim: Gemeinderatsmitglieder. Online auf vilsheim.de. Abgerufen am 22. Juni 2014.
  9. Landshuter Zeitung: Ergebnisse der Gemeinderatswahlen – Teil 2, 18. März 2014.
  10. SPD Vilsheim: Endlich Demokratie in Vilsheim: Junger SPD- Ortsverein stellt erstmals Gemeinderatsliste auf. Online auf spd-vilsheim.de. Abgerufen am 22. Juni 2014
  11. Landshuter Zeitung: Vorläufige Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen, 17. März 2014
  12. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Erste Bürgermeister/Oberbürgermeister in kreisangehörigen Gemeinden. Online auf statistikdaten.bayern.de, abgerufen am 22. Juni 2014.
  13. a b Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015.
  14. Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016.
  15. Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018.
  16. Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf landkreis-landshut.de. Abgerufen am 19. Dezember 2014.