Hauptmenü öffnen

Vier Pfoten

Tierrechts- und Tierschutzorganisation

Vier Pfoten (Eigenschreibweise: VIER PFOTEN) ist eine international tätige, österreichische Organisation mit dem Anspruch, Tierschutz zu betreiben über Kampagnen und Projekte Tieren zu helfen. Sie finanziert sich aus Spenden und durch Tourismuseinnahmen aus eigenen Tierparks.

Vier Pfoten
Logo
Rechtsform gemeinnützige Privatstiftung
Gründung 1988, Wien
Gründer Helmut Dungler
Sitz Wien, Österreich (Koordinaten: 48° 11′ 4,2″ N, 16° 19′ 58″ O)
Personen Helmut Dungler (Präsident), Josef Pfabigan (Geschäftsführer)
Aktionsraum weltweit
Reg.Nr. OSGS 05148
Schwerpunkt Tierschutz für Wild-, Haus- und Nutztiere
Methode Direkthilfe, Kriseneinsatz, Lobbyismus, Öffentlichkeitsarbeit, Richtlinienentwicklung
Budget 10.786.648,65 € (2017)
Angestellte weltweit rund 500 Mitarbeiter (ca. 110 Mitarbeiter in Österreich)
Motto Mehr Menschlichkeit für Tiere
Website vier-pfoten.at

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Organisation wurde am 4. März 1988 von Helmut Dungler in Wien als eingetragener Verein gegründet.[1] 1994 wurde durch die Gründung des deutschen Büros aus der österreichischen eine international tätige Organisation. Im Jahr 2000 wurde das Büro in der Schweiz eröffnet.[2]

Zwischen 2016 und 2019 unternahm Vier Pfoten „Rettungsaktionen“ für Zootiere in Krisengebieten, wie etwa in Gaza,[3][4] Mossul[5] und Aleppo.[6] Im April 2018 organisierte man den 1. Internationalen Tierschutzgipfel (International Animal Welfare Summit, kurz IAWS) als Plattform für Fakten und Informationen, Meinungen, Ideen und Visionen zum Thema Tierschutz.[7] Im Oktober 2018 wurde Helmut Dungler, Gründer und Stiftungspräsident von Vier Pfoten, vom Fundraising Verband Austria zum Fundraiser des Jahres gekürt.[8]

ZieleBearbeiten

Als Ziel gibt Vier Pfoten an, die Öffentlichkeit zu informieren und langfristige, gesetzlich verankerte Verbesserungen für Nutztiere, Versuchstiere und Wildtiere erreichen zu wollen. Im Nutztierbereich setzt sich die Organisation für die artgemäße, am Wohlbefinden der Tiere ausgerichtete Haltung ein. Sie fordert unter anderem ein Verbot statt der Legitimierung der Pelztierhaltung durch EU-Standards,[9] die „Rettung“[10] und das Verbot der privaten Haltung von Wildtieren sowie die Wildtierhaltung im Zirkus.[11] Vier Pfoten ist selbst eine private Organisation und hält Wildtiere in Einrichtungen wie dem Lionsrock.

OrganisationBearbeiten

Vier Pfoten ist in Österreich in folgende Arbeitsbereiche unterteilt: Country Director, Spenderbetreuung und Fundraising, Finanzen und Verwaltung sowie Projekte, Kampagnen und Aufklärungsarbeit zu Wild-, Nutz- & Heimtieren und Tiernothilfe im Katastrophenfall. Darüber hinaus ist die Organisation eingeteilt in: Leitungsteam International, Vorstand International, Vorstand Österreich, Europa Büro und Beirat Die inhaltliche Arbeit von Vier Pfoten ist in Kompetenzbereiche aufgeteilt. Diese arbeiten länderübergreifend und sind fachlich für alle internationalen und nationalen Tätigkeiten der Vier Pfoten Organisation zuständig.[12] In allen Ländern wurde der Verein inzwischen in eine Stiftung umgewandelt.

StandorteBearbeiten

  • Vier Pfoten Australien
  • Vier Pfoten Bulgarien
  • Vier Pfoten Deutschland
  • Vier Pfoten Ungarn
  • Vier Pfoten Niederlande
  • Vier Pfoten Rumänien
  • Vier Pfoten Südafrika
  • Vier Pfoten Schweiz
  • Vier Pfoten Großbritannien
  • Vier Pfoten Vereinigte Staaten
  • Vier Pfoten European Policy Office (EPO)

KritikBearbeiten

In einer kritischen Stellungnahme zu Vier Pfoten im Mai 2008 schreibt Stefan Loipfinger, dass die Stiftung mit "unwürdigen Fotos von Bären" aggressiv und in einem enormen Umfang um Spenden werbe. So seien 2006 alleine für diese Kampagne 1,36 Millionen Euro aufgewendet worden, was ungefähr 20 % des Spendenaufkommens dieses Jahres darstelle. Ebenso kritisierte Loipfinger, dass der Jahresbericht trotz der Eigenbezeichnung als "transparent" durch Vier Pfoten "viel zu allgemein gehalten" sei.[13] Seitens Vier Pfoten werden Erträge und Mittelverwendung im Jahresbericht, welcher einer Prüfung nach dem Handelsgesetzbuch durch externe Wirtschaftsprüfer unterzogen wird, veröffentlicht.[14]

Die schweizerische Sektion von Vier Pfoten wurde in einem im März 2010 veröffentlichten Artikel der Weltwoche kritisiert. In dem Text des Redaktors Alex Reichmuth warfen ehemalige Mitarbeiter der Regional-Organisation Ineffizienz und Intransparenz vor. So würden fachlich wenig kompetente Mitarbeiter eingestellt. Weiters würden Spendengelder, ihrer Meinung nach, für ineffiziente Kampagnen verwendet, anstatt in nachhaltigen Tierschutz investiert zu werden. Ebenso würden andere Tierschutzorganisationen Vier Pfoten kritisch beurteilen. Bei der Organisation stehe «das Spektakel vor der Sache».[15] Die Organisation wies diese Vorwürfe unter Androhung rechtlicher Schritte zurück. Die Parteien sollen sich außergerichtlich geeinigt haben.[15][16]

In Deutschland untersuchte die Stiftung Warentest im November 2013 zahlreiche Organisationen aus den Bereichen Tier- und Naturschutz. Vier Pfoten Deutschland wurde dabei als unwirtschaftliche Organisation eingestuft. „Nicht einmal die Hälfte der Ausgaben floss laut Geschäftsbericht 2012 in Projekte und Kampagnen“ der Organisation.[17] Dem widersprach Vier Pfoten Deutschland in einer Pressemitteilung und gab an, dass mehr als 65 Prozent der Ausgaben für den Satzungszweck aufgewendet würden und damit das Kriterium der Wirtschaftlichkeit erfüllt sei.[18]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten