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Die Stiftung für Konsumentenschutz (Eigenbezeichnung Konsumentenschutz) ist eine schweizerische Konsumentenschutzorganisation.

Stiftung für Konsumentenschutz
(Konsumentenschutz)
Konsumentenschutz-Logo
Rechtsform Stiftung
Gründung 1964
Hauptsitz Bern, Schweiz
Schwerpunkt Wahrung der Interessen von Konsumenten
Vorsitz Prisca Birrer-Heimo
Geschäftsführung Sara Stalder
Mitarbeiter 14
Website www.konsumentenschutz.ch

OrganisationBearbeiten

Die privatrechtliche Stiftung hat ihren Sitz in Bern, wurde 1964 von vier Arbeitnehmer- und Konsum-Organisationen errichtet. Seit dem 1. Juni 2017 ist der siebenköpfige Stiftungsrat das oberste Organ der Stiftung für Konsumentenschutz. Die übergeordnete Trägerschaft, die bis zu diesem Datum zuständig für die Wahl des Stiftungsrates war, hat sich per 31. Mai 2017 aufgelöst.[1] Beschäftigt werden 14 Mitarbeitende.[2]

Der Stiftungszweck besteht darin, die Interessen der Konsumenten zu wahren.[1]

Die Stiftung ist Mitglied der Allianz der Konsumentenschutzorganisationen, zu der auch die Fédération romande des consommateurs (FRC) und die Tessiner Konsumentenschutzorganisation Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana (ACSI) gehören.[3] Zudem ist sie Teil der Dachorganisation International Consumer Research & Testing, und geht bei einzelnen Projekten Kooperationen mit der deutschen Stiftung Warentest ein.[4][5] Zudem ist sie Mitglied der Klima-Allianz Schweiz.

Präsidium des StiftungsratesBearbeiten

GeschäftsleitungBearbeiten

  • 1964 bis 1965: Waldemar Jucker
  • 1965 bis 1966: Ernst Flück
  • 1966 bis 1967: Ferdinand Troxler
  • 1967 bis 1985: Alfred Neukomm[7]
  • 1985 bis 1992: Roland Seiler[7]
  • 1992 bis 1999: Simonetta Sommaruga
  • 2000 bis 2007: Jacqueline Bachmann
  • seit 2008: Sara Stalder

TätigkeitenBearbeiten

Die Stiftung setzt sich in den Bereichen Lebensmittel, Mobilität, Freizeit, Gesundheit, Energie, Kommunikation, digitale Welt, Finanzen und Versicherungen für die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz ein[8].

KonsumenteninformationBearbeiten

Ein zentrales Anliegen der Stiftung ist die Information der Konsumenten. Sie fordert von den Anbietern maximale Transparenz über Herkunft, Zusammensetzung, Inhaltsstoffe und Preise ihrer Produkte ein. Zudem publiziert sie auf seiner Website Qualitäts- und Preisvergleiche, Produkte-Tests und im "Web-Ratgeber" praktische Konsumenteninformationen. Sie verkauft ausführliche Ratgeber in Buchform und bietet persönliche Beratung per Telefon und E-Mail an. Die gedruckte Zeitschrift Blickpunkt erscheint viermal jährlich und informiert über aktuelle Themen und die Stiftungsarbeit. Die Stiftung ist an den Preisvergleichsportalen preisbarometer.ch und dschungelkompass.ch beteiligt, betreibt ein Portal für Repair-Cafés (repair-cafe.ch) sowie ein Beschwerdeportal (beschwerdeleicht.ch).

InterventionBearbeiten

Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass Anbieter und Händler die Konsumentenanliegen berücksichtigen. Sie sucht hierfür den direkten Dialog mit den Unternehmensführungen und Wirtschaftsverbänden. Wenn das Konsumenteninteresse anders nicht zu schützen sei, beschreitet sie in Musterfällen den Rechtsweg.

Politische ArbeitBearbeiten

Die Stiftung vertritt die Konsumenteninteressen in der Politik. Dazu nimmt sie an Vernehmlassungsverfahren teil und betreibt parlamentarisches Lobbying. Sie äussert sich regelmässig zu konsumrelevanten Themen in den Medien. Gemeinsam mit der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen führt sie eine jährliche Konsumenten-Agenda und verfasst eine Konsumentencharta mit Forderungen an die nationale Politik.

FinanzierungBearbeiten

Die Stiftung für Konsumentenschutz wird von rund 20'000 Gönnern und 7'000 weiteren Spendern unterstützt, damit finanziert sie rund drei Viertel ihres Jahresbudgets.[9] Weitere 10 % werden durch Beratungstätigkeit und den Verkauf von Produkten erwirtschaftet, rund 15 % steuern Bundessubventionen gemäss Konsumenteninformationsgesetz bei. Die Bundesgelder sind zweckgebunden und dürfen ausschliesslich für Konsumenteninformationen verwendet werden.[10] Gesamthaft erwirtschaftet die Stiftung einen Jahresertrag von rund 1.5 Mio. Fr.[11] Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, nimmt die Stiftung keine Gelder von Unternehmen oder politischen Parteien an.

KritikBearbeiten

Der Schweizerische Gewerbeverband wirft der Stiftung vor, dass sie vom Bund Subventionen beziehe, jedoch den vom Konsumenteninformationsgesetz (KIG) verlangten objektiven Informationsauftrag nicht erfülle. Vielmehr betreibe sie einseitige, ideologisch gefärbte Politik und missbrauche die Steuergelder für „politische Propaganda“.[12][13] Am 10. Januar 2019 verurteilte das Handelsgericht des Kantons Bern die Stiftung für Konsumentenschutz aufgrund des Bundesgesetzes gegen unlauteren Wettbewerb, diverse Berichte auf ihrer Website zu löschen oder zu überarbeiten.[14] Die Stiftung verzichtete auf den Weiterzug ans Bundesgericht.[15]

GeschichteBearbeiten

Die Meilensteine in der Geschichte der Stiftung für Konsumentenschutz sind:[16]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Über uns – Stiftung, Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 8. Oktober 2014.
  2. Über uns – Geschäftsstelle, Stiftung für Konsumentenschutz, 18. Juni 2014, abgerufen am 29. Juni 2015.
  3. Konsumentenschutz-Organisationen rücken zusammen «  Stiftung für Konsumentenschutz. In: Stiftung für Konsumentenschutz. (konsumentenschutz.ch [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  4. Spielzeug, sicher und gefahrlos, konsumentenschutz.ch vom 17. November 2010, abgerufen am 8. Oktober 2014
  5. Verbraucherhilfe – App erkennt Palmöl in Produkten, gute-nachrichten.com.de vom 9. Juli 2013, abgerufen am 8. Oktober 2014
  6. a b Zur Kasse bitte! Eine Ausstellung zu Konsum und Konsumentenschutz (PDF), Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 8. Oktober 2014.
  7. a b Die SKS – wie alles begann…, Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 8. Oktober 2014.
  8. Themen, Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 14. Juli 2015.
  9. Finanzierung, Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 29. Juni 2015.
  10. Finanzhilfe an Konsumentenorganisationen, Bundesgesetz über die Information der Konsumentinnen und Konsumenten vom 5. Oktober 1990, Stand 1. Januar 2013, abgerufen am 30. Juni 2015.
  11. Wie die SKS ihre Aktivitäten finanziert, Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 30. Juni 2015.
  12. Konsumentenschutz | Gewerbeblog. In: gewerbe-blog.ch. Abgerufen am 27. November 2016.
  13. https://www.konsumentenschutz.ch/themen/hochpreisinsel-schweiz/sgv-kritik-ist-nicht-gerechtfertigt/
  14. Patrik Berger: Urteil im Streit zwischen Konsumentenschützern liegt jetzt vor. 16. Januar 2019, abgerufen am 11. März 2019.
  15. Haltung des Konsumentenschutzes zum Urteil des Handelsgerichts Bern - Stiftung für Konsumentenschutz Stiftung für Konsumentenschutz. Abgerufen am 15. August 2019.
  16. Über uns – Erfolge, Webpräsenz der Stiftung für Konsumentenschutz, abgerufen am 30. Juni 2015.
  17. Kassensturz (Fernsehsendung): Die Lebensmittel-Skandale , 14. Januar 2014, abgerufen am 30. Juni 2015.
  18. Busse für Novartis wegen Mebucasol, news.ch, 31. Oktober 2002, abgerufen am 30. Juni 2015.
  19. Repair Café «  Stiftung für Konsumentenschutz. In: Stiftung für Konsumentenschutz. (konsumentenschutz.ch [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  20. Gemeinsam gegen die Hochpreisinsel Schweiz – Unterschreiben Sie jetzt die Fair-Preis-Initiative! « Stiftung für Konsumentenschutz. In: Stiftung für Konsumentenschutz. (konsumentenschutz.ch [abgerufen am 18. Oktober 2016]).
  21. Abgasskandal: Konsumentenschutz reicht Verbandsklage ein « Stiftung für Konsumentenschutz. In: Stiftung für Konsumentenschutz. (konsumentenschutz.ch [abgerufen am 15. August 2018]).
  22. VW-Klage eingereicht: Meilenstein bei der Rechtsdurchsetzung von Massenschäden « Stiftung für Konsumentenschutz. In: Stiftung für Konsumentenschutz. (konsumentenschutz.ch [abgerufen am 15. August 2018]).
  23. Deine LeihBar ist gestartet! In: leihbar.ch, 5. Dezember 2018, abgerufen am 9. Dezember 2018.