Hauptmenü öffnen

Verberie ist eine französische Gemeinde mit 3921 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Oise in der Region Hauts-de-France; sie gehört zum Arrondissement Senlis und zum Kanton Crépy-en-Valois. Der Ort liegt 13 Kilometer von Compiègne, 15 Kilometer von Crépy-en-Valois und 17 Kilometer von Senlis entfernt. Er liegt am Ufer des Flusses Oise, nahe der Einmündung seines linken Nebenflusses Automne.

Verberie
Wappen von Verberie
Verberie (Frankreich)
Verberie
Region Hauts-de-France
Département Oise
Arrondissement Senlis
Kanton Crépy-en-Valois
Gemeindeverband Région de Compiègne et de la Basse Automne
Koordinaten 49° 19′ N, 2° 44′ OKoordinaten: 49° 19′ N, 2° 44′ O
Höhe 30–125 m
Fläche 15,05 km2
Einwohner 3.921 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 261 Einw./km2
Postleitzahl 60410
INSEE-Code

Nachbargemeinden sind Néry, Saintines, Rhuis und Saint-Vaast-de-Longmont.

GeschichteBearbeiten

Der Ort stammt mindestens aus dem 8. Jahrhundert und trug die Namen Verimbrea (741), Vermeria (919), später Wurembria und Verberiacum.

Verberie hatte seine Blütezeit in der Zeit der Karolinger. Karl Martell zog sich nach der Schlacht von Tours und Poitiers (732) hierher zurück, und zog sich in Verberie auch jene Krankheit zu, an der er zwei Jahre später starb. Er empfing hier von Papst Gregor III. (731–741) die Ketten des Apostels Petrus und die Schlüssel zu dessen Grab. Am 23. Mai 753 bestätigte König Pippin in Verberie, auf Bitten von Bonifatius, der Kirche des hl. Martin zu Utrecht den von Pippin den Mittleren, Karl Martell und Hausmeier Karlmann geschenkten Besitz. Quelle: DKar I 4; BM2 33 f. n.70. Bonifatius wahr wahrscheinlich zu diesem Anlass bei Pippin in der Pfalz Verberie. Karl der Große ließ hier ein Palais bauen,[1] das sich über rund 420 Meter von der heutigen Kapelle Saint-Pierre bis zum Château d’Aramont erstreckte. In den Jahren 752 (oder 753), 756, 853 und 869 wurden hier Konzile abgehalten. 856 wurde in Verberie die Ehe zwischen Judith, der Tochter Karls des Kahlen, und König Æthelwulf von Wessex geschlossen.

Die weitere Geschichte des Ortes ist unspektakulär. Nach einer Plünderung durch die Normannen wurde Verberie 885 wiederaufgebaut. Noch im August 1307 gehörte Verberie zu den königlichen Aufenthaltsorten[2]. Die Pfarrkirche Saint-Pierre (mindestens 12. Jahrhundert) steht vermutlich an dem Platz, den die Kapelle des karolingischen Palais einnahm; ihr Turm brach 1333 zusammen. 1359 wurde Verberie durch die Engländer gebrandschatzt, danach aber wiederaufgebaut. 1431 ließ König Karl VII. die Stadtmauern abreißen. König Franz I. ließ sie wieder aufbauen, die damals errichteten fünf Stadttore waren im 19. Jahrhundert noch vorhanden. Im Jahr 1720 ließ Philippe II. Charles de Bourbon, duc d’Orléans, Regent von Frankreich, Verberie in die Domaine royal einfügen.

Auf dem Gebiet der Gemeinde liegt der spätmagdalénienzeitliche Fundort Le Buisson Campin.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

  • 1962 : 2.412
  • 1968 : 2.511
  • 1975 : 2.512
  • 1982 : 2.293
  • 1990 : 2.627
  • 1999 : 3.283
  • 2013 : 4.087

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Château d’Aramont (17. Jahrhundert)
  • Die Kirche Saint-Pierre; ihr ältester Teil ist das südliche Querschiff, das früher als Chapelle Charlemagne bezeichnet wurde. Der Chor stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Turm stürzte 1333 ein. Das Längsschiff und der heutige Turm wurden im 16. Jahrhundert gebaut.
  • La Mabonnerie, ein von Gräben umgebenes Haus mit zwei Etagen aus dem 14. Jahrhundert.
  • Das Petit Cappy oder Hotel Saint Jacques, ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert, war der Wohnsitz von Pierre Coquerel, dem Sekretär von Philippe de Valois

PersönlichkeitenBearbeiten

StädtepartnerschaftBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Christian A. Cras: Une histoire buissonnière de Verberie, de la préhistoire à nos jours. Association Verberie arts et culture, Verberie 1998, ISBN 2-86861-104-4.

FußnotenBearbeiten

  1. Viollet-le-Duc: „Charlemagne avait fait entièrement rebâtir le palais de Verberie, près de Compiègne. Il en restait encore de nombreux fragments dans le dernier siècle, si l'on en croit le P. Carlier. D'après cet auteur, Charlemagne aurait bâti la tour du Prædium, c'est-à-dire le donjon dominant le domaine, tour dont les soubassements étaient encore visibles de son temps. Il aurait fait construire le principal corps de logis, édifice immense, ainsi que la chapelle du palais, qui conservait encore le nom de chapelle Charlemagne au XIVe siècle...“
  2. Itinerar Philipps IV., zitiert in Alain Demurger, Die Verfolgung der Templer, 2017, S. 47

WeblinksBearbeiten

  Commons: Verberie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien