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Ustroń [ˈustrɔɲ] (deutsch Ustron) ist eine Stadt in Polen im südlichen Teil der Woiwodschaft Schlesien im Powiat Cieszyński.

Ustroń
Wappen von Ustroń
Ustroń (Polen)
Ustroń
Ustroń
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Cieszyn
Fläche: 58,90 km²
Geographische Lage: 49° 43′ N, 18° 48′ OKoordinaten: 49° 43′ 5″ N, 18° 48′ 13″ O
Höhe: 350 m n.p.m.
Einwohner: 16.065
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 43-450
Telefonvorwahl: (+48) 33
Kfz-Kennzeichen: SCI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: SkoczówWisła
Schienenweg: Goleszów–Wisła
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 16.065
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2403021
Verwaltung (Stand: 2010)
Bürgermeister: Ireneusz Szarzec
Adresse: Rynek 1
43-450 Ustroń
Webpräsenz: www.ustron.pl



Blick von der Równica
Blick von der Czantoria Wielka
Kreisverkehr im Zentrum
Centrum pod Jednym Dachem
Stadtmuseum Ustroń
Freilichtmuseum Stara Zagroda
Skibówki
Fernradwege

Sie liegt in den Schlesischen Beskiden an der oberen Weichsel, die etwa 20 Kilometer südöstlich der Stadt entspringt.

Die Stadt ist ein Kurort und ein Zentrum des Wintersports sowie der Lutheraner in Polen.

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Ustroń liegt inmitten der Schlesischen Beskiden am Fuße der Równica im Osten und der Czantoria Wielka im Westen. Der Ortskern liegt mehr als 500 Höhenmeter unterhalb der Gipfel. Die angrenzenden Gemeinden sind Brenna im Osten, Wisła im Süden, Goleszów und Skoczów im Norden sowie Tschechien im Westen. 15 km westlich von Ustroń befindet sich die polnisch-tschechische Grenzstadt Cieszyn/Český Těšín mit ihrem Grenzübergang. Ustroń liegt 20 km südwestlich von der Großstadt Bielsko-Biała.

Das Gemeindegebiet geht bis auf ca. 1000 m im Gipfel der Wielka Czantoria hinauf.

Ustroń hat eine Fläche von 58,92 km², darin enthalten sind 41 % Ackerland und 44 % Wald. Damit macht das Gemeindegebiet von Ustroń ca. 8,07 % der Gesamtfläche von Teschen-Schlesien aus.

StadtgliederungBearbeiten

Ustroń bildet eine Stadtgemeinde, auf deren Fläche von 59 km² etwa 15.000 Menschen leben. Die Stadt hat 9 Stadtteile:[2]

  • Polana (Nr. 1)
  • Poniwiec (Nr. 2)
  • Ustroń Górny (Nr. 3)
  • Ustroń Centrum (Nr. 4)
  • Ustroń Dolny (Nr. 5)
  • Zawodzie (Nr. 6)
  • Hermanice (Nr. 7; Hermanitz)
  • Lipowiec (Nr. 8; Lipowetz)
  • Nierodzim (Nr. 9)

sowie:

GeschichteBearbeiten

Der Ort wurde circa 1305 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (in dem Ortsverzeichnis des Teschener Herzogtums) erstmals urkundlich als Ustrona erwähnt.[3][4][5] Später erwähnt als Ustroin oder Vstrone.

Die Dorfbewohner siedelten zunächst im Gebiet vom Unteren Ustroń. Nach 1500 erfolgte durch die Herzöge von Teschen eine Ausweitung des Siedlungsgebietes flussaufwärts und der Ort Ober Ustroń entstand, später entstand noch weiter flussaufwärts Alm Ustroń. 1526 kamen beide Dörfer als Lehen an das Königreich Böhmen. Die letzte Piastenherzogin Elisabeth Lukretia kaufte weite Teile von Ustroń in den 1630er Jahren auf, nachdem der evangelische Ort im Dreißigjährigen Krieg 1621 von habsburgerischen Soldaten niedergebrannt wurde. Die Bewohner flüchteten in die Berge, wo sie sich auf die Almwirtschaft spezialisierten.

1738 erwarb Herzog Franz Stephan von Lothringen zu seinen Kammergütern in Teschen auch das Dorf Nieder Ustron und vereinigte die Dörfer. Ustron umfasste eine Fläche von 43,5 km² und war wie Teschen ein protestantischer Ort. Unmittelbar nach dem von Kaiser Joseph II. 1781 erlassenen Toleranzpatent bildete sich eine evangelische Kirchgemeinde.

Nach der Entdeckung einer Eisenerzlagerstätte um die Mitte des 18. Jahrhunderts ließ der Grundherr, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, in Ustron einen Hochofen und Eisenhammer erbauen. Ustron wurde zu einem Zentrum der Eisenindustrie. Neben der 1815 gegründeten Glockengießerei entstand 1846 ein Walzwerk. In der Folgezeit siedelten sich noch mehrere Maschinenbauer an. Seit 1839 führte Ludwig Hohenegger die Aufsicht über die erzherzöglichen Bergwerke und Hütten in Ustron. Die Blütezeit der Industriegemeinde Ustron, in der der erste europäische Dampfpflug hergestellt wurde, ging aber bald vorüber. Die abgelegene Lage im oberen Weichseltal in den Bergen der Beskiden wurde zum Standortnachteil. Im Jahre 1872 setzte eine Abwanderung fast aller Unternehmen ein. Als Ustron 1888 mit einer Zweiglinie der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn zwischen Teschen und Skotschau endlich Anschluss an das Eisenbahnnetz fand, war diese Entwicklung nicht mehr rückgängig zu machen.

Als Alternative zur Industrie betrieb die Gemeinde darauf den Ausbau des Badebetriebes. Schon seit dem 17. Jahrhundert war Ustron für seine Molkekuren bekannt, im 18. Jahrhundert kamen noch ein Moorbad und ein Schlackenbad hinzu. Ustron wurde zu einem Badeort in der Gebirgslandschaft der Beskiden und war seit 1882 österreichischer Kurort.

Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns kam das Dorf 1919 zu Polen. Ustron wurde nach der deutschen Besetzung Polens Teil des deutschen Landkreises Teschen und gehört seit 1945 wieder zu Polen.

Seit 1954 besaß Ustroń den Status einer stadtartigen Siedlung, 1956 erfolgte die Verleihung des Stadtrechts. Nachdem Ustroń bereits seit 1967 als Kurort galt, erhielt die Stadt 1972 die offizielle Anerkennung als polnischer Kurort.

Im Gebäude der ehemaligen Hüttenverwaltung befindet sich heute ein Hüttenmuseum.

ReligionBearbeiten

Die Schlesischen Goralen bewahren ihr Brauchtum, ihre Trachten, Lebensweise und Baukunst bis heute. Außerdem ist in Ustroń auch heute noch der protestantische Glaube (Evangelische Kirche Augsburger Bekenntnisses in Polen) von großer Bedeutung. In Wisła gibt es eine lutherische Pfarreie, sechs katholische Pfarreien, sowie sieben weitere Pfarreien kleinerer protestantischer Glaubensrichtungen. Evangelikale Christen sind meist Nachfahren von USA-Emmigranten, die Anfang des 20. Jahrhunderts zurück nach Ustroń kamen.

VerkehrBearbeiten

Die Woiwodschaftsstraße Droga wojewódzka 941 führt durch Ustroń in Nord-Süd-Richtung. Sie beginnt im Süden bei Istebna und führt über Wisła und Ustroń nach Harbutowice, wo sie an das polnische Autobahnen- und Schnellstraßennetz Anschluss findet, konkret die S52 und die DK81.

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Johannes Paul II. bei Krakau und der Flughafen Katowice.

Die Bahnstrecke Nr. 191 verbindet Wisła über Ustroń mit Goleszów und von dort weiter mit Katowice und den anderen Städten Oberschlesiens. Es bestehen die Bahnhöfe Ustroń, Ustroń Zdrój und Ustroń Polana.

TourismusBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

SkigebieteBearbeiten

Auf dem Gemeindegebiet von Ustroń befinden sich drei größere Skigebiete mit sieben Skiliften und ca. sieben km Skipisten.

Von Ustroń führt ein Sessellift auf den Vorgipfel der Czantoria Wielka.

WanderwegeBearbeiten

In Ustroń beginnen zahlreiche markierte Wanderwege, die in die Schlesischen Beskiden führen, u. a. der Beskiden-Hauptwanderweg.

Innerhalb des Kurparks gibt es zahlreiche markierte Spazierwege.

BerghüttenBearbeiten

Auf der Równica gibt es zwei Berghütten:

RadfernwegeBearbeiten

Durch Ustroń verlaufen sieben Radfernwege.

ParkanlagenBearbeiten

Auf dem Westhang der Równica befindet sich ein Tiergarten im Wald. Zudem gibt es mehrere Abendteuerparks in den Wäldern um das Stadtzentrum.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

1931: 04.500 Einwohner
1961: 07.578
1970: 09.216
2007: 15.418[6]

PartnerstädteBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Weitere PersönlichkeitenBearbeiten

Ustron war der Wirkungsort des evangelischen Theologen Carl Friedrich Kotschy, der von 1810 bis zu seinem Tode 1856 hier Pastor war. Kotschy war außerdem ein bekannter Botaniker, der die Pflanzenwelt der Beskiden beschrieben hat.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ustroń – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Urząd Miasta Ustroń: Wykaz osiedli miasta Ustroń (pl) In: www.ustron.bip.info.pl. Abgerufen am 11. Juli 2015.
  3. Idzi Panic: Śląsk Cieszyński w średniowieczu (do 1528). Starostwo Powiatowe w Cieszynie, Cieszyn 2010, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 297–299 (polnisch).
  4. Wilhelm Schulte: Codex Diplomaticus Silesiae T.14 Liber Fundationis Episcopatus Vratislaviensis. Breslau 1889, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 110–112 (online).
  5. Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (la) Abgerufen am 24. August 2014.
  6. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 31. Dezember 2007 (Memento des Originals vom 20. September 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stat.gov.pl