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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Trilex aufgeführt.
Trilex
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Hrádek nad Nisou
Webpräsenz www.trilex.de
Eigentümer Die Länderbahn GmbH
Geschäftsführung Gerhard Knöbel, Andreas Trillmich[1]
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Oberelbe, Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 5
Statistik
Fahrgäste 4,5 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 3,6 Mio. km pro Jahr
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Neumark (Sachs)

Der Trilex (Eigenschreibweise: trilex) ist eine Marke der Länderbahn GmbH mit Hauptsitz in Hrádek nad Nisou im Konzern der Regentalbahn.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Trilex im Haltepunkt Seifhennersdorf

Der Trilex wurde Ende 2010 als Marke der damaligen Vogtlandbahn (heute in Die Länderbahn GmbH umbenannt) ins Leben gerufen, nachdem diese sich 2009 die Verkehre im Dreiländereck Deutschland/Polen/Tschechien auf den Strecken von Liberec über Zittau nach Seifhennersdorf und Rybniště für 10 Jahre sichern konnte. Grundlage der Vergabe war eine deutsch-tschechische Ausschreibung von den drei ÖPNV-Aufgabenträgern Liberecký kraj, Ústecký kraj und ZVON für den Betrieb der Dreiländerbahn Liberec – Zittau – Varnsdorf – Rybniště/Seifhennersdorf.

Der Markenname Trilex ging aus einem Namenswettbewerb im Oktober 2010 hervor und steht für Dreiländerexpress. Das Präfix tri- steht für die griechische Vorsilbe für drei und die Endung -lex geht auf die Namensphilosophie der Vogtlandbahn zurück, da zuvor mit alex bereits ein weiterer solcher Marketingname entstanden war.[2] Mit dem Markennamen wird auf die drei Staaten Deutschland, Tschechische Republik und Polen, durch die die Züge fahren, bezuggenommen.

 
Zugkreuzung der Trilex-Züge in Chrastava

Durch die Betriebsaufnahme im Dreiländereck löste der Trilex die vorhergehenden Betreiber Sächsisch-Böhmische Eisenbahngesellschaft und České dráhy ab. So wurden umsteigefreie Verbindungen von Liberec nach Seifhennersdorf bzw. Rybniště geschaffen, welche im 60-Minuten-Takt zwischen Liberec und Varnsdorf und im 120-Minuten-Takt zwischen Varnsdorf und Seifhennersdorf oder Rybniště verkehren. Zudem gibt es in der Hauptverkehrszeit einen 30-Minuten-Takt zwischen Liberec und Hrádek nad Nisou.[3]

Im Ende Juni 2013 gab der ZVON nach einer gemeinsamen Ausschreibung mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) bekannt, dass die Vogtlandbahn die Verkehre im sogenannten Ostsachsen-Netz auf den Strecken Dresden – Bischofswerda – Bautzen – Löbau – Görlitz und Dresden – Bischofswerda – Wilthen – Oberoderwitz – Zittau – Liberec ab Dezember 2014 für insgesamt vier Jahre erbringen soll.[4] Gegen diese Entscheidung legte der bisherige Betreiber DB Regio Südost Widerspruch bei der Vergabekammer in Leipzig ein.[5]

Die Vergabekammer ordnete die Aufgabenträger dazu an, die Angebote von DB Regio und Vogtlandbahn neu zu bewerten.[6] Nach erfolgter Neubewertung gab der ZVON im Oktober 2013 bekannt, dass die Vogtlandbahn den Zuschlag nun endgültig bekommt.[7]

Im März 2014 wurde bekannt gegeben, dass das Ostsachsennetz ebenfalls unter der Marke Trilex gefahren wird.[8] Daher steht das tri im Markennamen nun auch für die drei Regionen Dresdner Elbtal, Oberlausitz und das obere Tal der Lausitzer Neiße.

Die Verkehrsverbünde VVO und ZVON gaben Ende Februar 2015 bekannt, dass die Direktverbindung von Dresden über Görlitz nach Wrocław Główny ab März 2015 eingestellt wird. Grund dafür sind fehlende finanzielle Mittel auf der polnischen Seite.[9][10]

Seit Ende Februar 2015 hat der Trilex einen Luchs mit Namen Luca als Maskottchen. Der Name wurde zuvor in einem Wettbewerb aus fast 400 Vorschlägen ausgewählt.[11]

Mit dem Fahrfahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 wurde die Direktverbindung Dresden–Görlitz–Wrocław/Breslau wieder aufgenommen. Die DB Regio Südost verkehrt als Subunternehmer des Trilex und der KD.

LinienBearbeiten

Vom Trilex werden auf den drei Kursbuchstrecken (KBS) 230, 235 und 236/089 folgende fünf Linien im Auftrag der ÖPNV-Aufgabenträger Liberecký kraj, Ústecký kraj, VVO und ZVON betrieben.

Linie Verlauf Länge Stationen Laufzeit
RE1 Dresden Hbf – Bischofswerda – Bautzen – Löbau – Görlitz
einzelne Züge durchgehend bis Wrocław Główny (Breslau) (Dresden-Wrocław-Express)
105 km 10/38 14. Dezember 2014 – 8. Dezember 2018
RE2 Dresden Hbf – Bischofswerda – Zittau (– Liberec) 105/132 km 13/19 14. Dezember 2014 – 8. Dezember 2018
RB60 Dresden Hbf – Bischofswerda – Bautzen – Löbau – Görlitz 105 km 23 14. Dezember 2014 – 8. Dezember 2018
RB61 Dresden Hbf – Bischofswerda – Zittau 105 km 28 14. Dezember 2014 – 8. Dezember 2018
L7
Liberec – Zittau – Varnsdorf – Rybniště/Seifhennersdorf (Mandaubahn) 56/50 km 17/16 12. Dezember 2010 – 12. Dezember 2020

Zwischen Liberec und Varnsdorf verkehren die Züge alle 60 Minuten. Die Äste nach Seifhennersdorf und Rybniště werden abwechselnd jeweils alle zwei Stunden bedient. Zwischen Liberec und Hrádek nad Nisou wird der Takt in der Hauptverkehrszeit auf einen Halbstundentakt verdichtet. Die Linie L7 wurde bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 und der Betriebsaufnahme im Ostsachsennetz als TLX und bis Dezember 2016 als TL70 bezeichnet.

Die Linien RE1 und RE2 fahren jeweils alle zwei Stunden, wodurch zwischen Dresden und Bischofswerda ein Stundentakt entsteht. Auch die Linien RB60 und RB61 fahren jeweils alle zwei Stunden, wodurch ebenfalls ein Stundentakt zwischen Dresden und Bischofswerda entsteht. Durch Überlagerung mit der RB34 der Städtebahn Sachsen entsteht zwischen Dresden und Radeberg ein grober Halbstundentakt. Zwischen Bischofswerda und Görlitz verdichtet die Linie OE60V der ODEG die Fahrten der RB60 auf einen Stundentakt. Bei den Linien RE1 und RE2 wurden von der Betriebsaufnahme des Trilex bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 als TLX1 und TLX2 bezeichnet („Trilex-Express“). Die Regionalbahn-Linien RB60 und RB61 erhielten in dieser Zeit die Bezeichnung TL60 und TL61.

FahrzeugeBearbeiten

 
Trilex im Bahnhof Varnsdorf

Auf den obengenannten Strecken werden hauptsächlich Triebwagen vom Typ Desiro Classic eingesetzt. Bei diesen handelt es sich um alle 26 Triebwagen dieser Baureihe der Länderbahn, die teilweise von den Freistaaten Sachsen oder Bayern gefördert wurden. Für die Fahrten nach Polen fährt DB Regio – mit eigenen entsprechend ausgerüsteten Triebwagen vom Typ Desiro Classic – als Subunternehmer der Länderbahn. Auch nach Einstellung des grenzüberschreitenden Verkehrs seit März 2015 fährt die Deutsche Bahn ein Teil der Fahrten nach Görlitz. Dabei stellt auch DB Regio die Triebfahrzeugführer. Die Züge fahren meist in Einfach- oder Doppeltraktion, einzelne Fahrten auch in Dreifachtraktion.

Lediglich auf der Linie L7 waren zeitweise auch Triebwagen vom Typ RegioSprinter der Vogtlandbahn anzutreffen. Bei Fahrzeugmangel wurden auch angemietete Regio-Shuttle RS1 eingesetzt.[12]

Die Triebfahrzeuge werden von der Länderbahn in Neumark, bei der Ostdeutschen Instandhaltungsgesellschaft (ODIG) in Görlitz und teilweise auch bei der Deutschen Bahn in Dresden gewartet. Abgestellt werden die Züge über Nacht in Görlitz, Dresden und Zittau.

Seit April 2015 wurden zusätzlich vier Regio-Shuttle, die von der ODEG gekauft wurden, auf der Linie L7 eingesetzt. Diese deckten zusammen mit einem Desiro den kompletten Verkehr der Linie L7 ab und lösten die RegioSprinter ab.[13]

2013 wurde jeweils ein Desiro-Triebwagen auf den Namen Hrádek nad Nisou und Großschönau (Sachs) getauft.[14] Alle weiteren Triebwagen tragen derzeit keine Namen. Ein Desiro trägt seit Dezember 2014 eine Werbebeklebung für die Zittauer Schmalspurbahn.[15] Auch die von der ODEG gekauften Regio-Shuttle trugen Werbebeklebungen für touristische Ziele im Trilex-Netz.[13] Eine Hälfte eines weiteren Desiro wurde in dem Farbschema der Koleje Dolnośląskie beklebt, um auf die Verbindungen dieses Eisenbahnunternehmens nach Jelenia Góra und Wrocław Główny aufmerksam zu machen.[16]

Zwischen Dezember 2014 und Juni 2016 waren einige Desiro-Triebwagen ersatzweise für nicht gelieferte Neufahrzeuge bei der Oberpfalzbahn im Einsatz. Nach der Rückkehr dieser Triebwagen werden die mit Werbebeklebung versehenen vier Regio-Shuttle planmäßig nicht mehr auf den Trilex-Strecken eingesetzt. Aktuell sind neben den Desiro Classic auf der Linie L7 auch Regio-Shuttle der Vogtlandbahn im Einsatz.[17]

Seit Mitte April 2017 wirbt ein Desiro-Triebwagen mit einer Werbebeklebung für einen Ausflug in das Zittauer Gebirge.[18]

TarifBearbeiten

 
Trilex nach Görlitz im Dresdner Hauptbahnhof

Alle Züge des Trilex sind mit (teils zweisprachigen) Zugbegleitern besetzt. Durch diese werden in den Zügen auch Fahrkarten verkauft. Insbesondere wurden an allen Bahnhöfen im ZVON-Gebiet Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn zur Betriebsaufnahme der Linien von Dresden nach Görlitz und Liberec abgebaut. Es wird jedoch weiterhin ein personenbedienter Verkauf von Fahrkarten an mehreren Stellen im ZVON-Gebiet angeboten.[19]

In den Trilex-Zügen werden Fahrkarten zum IDOL-, VVO- (einschließlich Elbe-Labe-Ticket) und ZVON-Tarif (einschließlich Euro-Neiße-Ticket) sowie bei Fahrten durch mehrere Verkehrsverbünde nach dem Nahverkehrstarif der Deutschen Bahn durch die Zugbegleiter anerkannt und ohne Aufschlag verkauft. Für Fahrten in der Tschechischen Republik sowie auf der Linie L7 wird ein gesonderter sogenannter Trilex-Tarif angeboten, der in Euro oder Kronen bezahlt werden kann. Weiterhin werden für bestimmte Streckenabschnitte sogenannte Katzensprung-Tickets verkauft, für das gesamte Trilex-Netz wird ein Trilex-Tagesticket vertrieben.

Auf der Strecke zwischen Dresden und Wrocław wird das „Dresden-Wrocław-Spezial“ angeboten.[20]

Die DB-Nahverkehrsangebote Länderticket, Sachsen-Böhmen-Ticket, Quer-durchs-Land-Ticket und Schönes-Wochenende-Ticket sind gültig, ebenso die Freifahrt für Schwerbehinderte, auch auf dem kurzen tschechischen Abschnitt.[21] Fahrkarten für den Fernverkehr können beim Zugbegleiter nicht erworben werden.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Trilex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Trilex – Impressum. Abgerufen am 12. Dezember 2016.
  2. Pressemitteilung zum Namenswettbewerb der Dreiländerbahn auf www.vogtlandbahn.de (Memento vom 18. Oktober 2012 im Internet Archive)
  3. Fahrplanbuch 2010/2011 des ZVON, Seite 7, Absatz 3
  4. Vogtlandbahn bedient ab Dezember 2014 die Zuglinien im Ostsachsennetz. Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien, 9. Oktober 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013 (PDF; 37,6 kB).
  5. Deutsche Bahn gegen Vergabe des Ostsachsennetzes an Vogtlandbahn.
  6. Ostsachsennetz: Vergabekammer gibt Einspruch statt.
  7. Vogtlandbahn erhält Zuschlag für Ostsachsennetz.
  8. Ostsachsennetz fährt zukünftig unter der etablierten Marke trilex
  9. Grenzüberschreitender Verkehr zwischen Görlitz und Wrocław wird eingestellt. Meldung auf www.trilex.de, 20. Februar 2015, abgerufen am 23. Februar 2015.
  10. Einstellung des Verkehrs Dresden – Görlitz – Wrocław/Breslau zum 01.03.2015. Pressemitteilung. ZVON, 20. Februar 2015, abgerufen am 23. Februar 2015 (PDF; 69 kB).
  11. Unser Maskottchen: LUCA, der Luchs. trilex, 23. Februar 2015, abgerufen am 23. Februar 2015.
  12. Veränderter Fahrzeugeinsatz ab 12.01.2015. trilex, 12. Januar 2015, abgerufen am 23. Februar 2015.
  13. a b Der trilex mit regionalen Partnerschaften: Neuer Fahrzeugtyp ab Sonntag im Einsatz. Trilex, 10. April 2015, archiviert vom Original am 13. April 2015, abgerufen am 14. April 2015.
  14. Taufe von zwei Triebwagen des trilex. trilex.de, Pressemitteilung
  15. siehe Foto in Commons
  16. siehe Foto in Commons
  17. „Wieder neue Fahrzeuge beim trilex im Einsatz“ – Drehscheibe Online Foren
  18. Werbezug sucht Namen. In: Sächsische Zeitung. 22. April 2017 (sz-online.de [abgerufen am 24. April 2017]).
  19. www.zvon.de: Verkaufsstellen
  20. Dresden-Wrocław-Spezial auf www.trilex.de
  21. Tarife & Fahrkarten auf www.trilex.de