Tatort: Blackout

Episode der Fernsehserie Tatort

Blackout ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort und eine Produktion des SWR in Zusammenarbeit mit Maran Film. Diese 921. Episode der Reihe wurde am 26. Oktober 2014 im Ersten Deutschen Fernsehen sowie auf ORF 2 und SRF 1 zum ersten Mal ausgestrahlt. Das Ludwigshafener Ermittlerduo Lena Odenthal und Mario Kopper hat in Odenthals 60. Fall einen sexuell motivierten Mord an einem verheirateten Mann aufzuklären.

Folge der Reihe Tatort
OriginaltitelBlackout
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
SWR
Maran Film
Länge88 Minuten
EinordnungFolge 921 (Liste)
Erstausstrahlung26. Oktober 2014 auf Das Erste, ORF 2, SRF 1
Stab
RegiePatrick Winczewski
DrehbuchEva Zahn
Volker A. Zahn
ProduktionNils Reinhardt
Sabine Tettenborn
MusikRainer Oleak
KameraAndreas Schäfauer
SchnittAngela Springmann
Besetzung

HandlungBearbeiten

Eine Maklerin findet in der Wohnung, die sie gerade vermieten will, ihren Ehemann in einer sexuell demütigenden Weise tot auf. Der Tote wurde erdrosselt und ihm wurde eine Champagner-Flasche in den Anus geschoben. Er heißt Justus Wagner und war 36 Jahre alt. Lena Odenthal, deren Kollege Kopper gerade in Urlaub gefahren ist, befragt am Tatort die Ehefrau des Toten. Dieser hatte offenbar das leerstehende Musterapartment als Liebesnest genutzt und sich mit einer Geliebten dort getroffen. Die Witwe gibt an, dass ihr Mann öfter mit einem Freund abends weggegangen sei, manchmal habe er anschließend im Gästezimmer übernachtet, Affären ihres Mannes habe sie nicht bemerkt. Ein Alibi hat Frau Wagner für die Tatzeit nicht. Odenthal vernimmt anschließend Tobias Wagner, den Bruder des Toten. Dieser hatte Justus Wagner in der Tatnacht angerufen, weil die beiden Ärger mit einem Geschäftspartner hatten. Er war zur Tatzeit mit seiner Schwägerin zusammen. Unterdessen hat die LKA-Ermittlerin Johanna Stern, die als Urlaubsvertretung für Kopper da ist, einen Obdachlosen ermittelt, der die Tat von einem Rohbau gegenüber beobachtet haben könnte, dieser konnte allerdings noch nicht gefunden werden.

Unterdessen wird ermittelt, dass Justus Wagner langsam durch Ersticken ermordet wurde, die äußerlichen Verletzungen wurden ihm prämortal zugefügt. Das Opfer war, bevor er getötet wurde, mit K.O.-Tropfen betäubt und dann mit der Flasche anal vergewaltigt worden. Odenthal sucht Moritz Lohse, einen Freund und Kollegen des Toten, auf, doch dieser sagt aus, seinen Kollegen am Tatabend nicht getroffen zu haben. Er bestreitet auch, dass Wagner ihn hinauswerfen wollte, weil er sich von ihm hintergangen fühlte. Unterdessen wird eine junge Frau, Betty Adam, ermittelt, die am Vorabend mit K.O.-Tropfen vergiftet wurde, Spuren einer Vergewaltigung waren an ihr nicht festgestellt worden, aber sie torkelte am Abend orientierungslos über die Rheinbrücke und kann sich an nichts mehr erinnern. Am Abend suchen Odenthal und Stern die Bar auf, die der Tote am Tatabend besucht hatte. Der Barkeeper sagt aus, dass Wagner dort am frühen Abend in Begleitung einer jungen Frau mit Schmetterlings-Tattoo war, beide hätten die Bar zusammen verlassen. Die junge Frau war Betty Adam, Odenthal sucht diese noch einmal auf, doch sie kann sich an nichts erinnern außer dunkel an das Gesicht von Justus Wagner und dass sie mit ihm in der Bar war. Als Odenthal gegangen ist, reden Betty und ihre Mitbewohnerin Charlotte Wittmann über den Toten als Vergewaltiger, der Betty die K.O.-Tropfen verabreicht hat, beide sind erleichtert, dass er tot ist.

In die Geschäftsräume von Justus Wagner und Moritz Lohse ist eingebrochen worden; Odenthal verdächtigt Lohse, den Einbruch fingiert zu haben, um Beweismittel verschwinden zu lassen. Stern hat unterdessen herausgefunden, dass es drei Fälle mit Frauen gab, die ebenfalls mit K.O.-Tropfen betäubt und anal penetriert ausgesetzt wurden, allerdings wurden alle Opfer gewürgt, aber keines ermordet. Stern vermutet einen Zusammenhang zu dem Mordfall Wagner. Odenthal vernimmt Adam im Präsidium, sie war alleine in die Bar gegangen und hatte dort Justus Wagner kennengelernt. Sie wollte feiern und mal wieder mit einem Mann Spaß haben. Weiter kann sie sich an nichts erinnern. In der Champagner-Flasche konnten keine Spuren von K.O.-Tropfen gefunden werden, auch in seiner Wohnung konnten nirgendwo solche Spuren gefunden werden. Aus der Analyse seines SMS- und E-Mail-Verkehrs geht allerdings hervor, dass Wagner seine Frau oft betrogen hat. Auf Vorhalt gibt diese zu, davon gewusst zu haben, doch behauptet diese, ihren Mann trotzdem geliebt zu haben. Odenthal verdächtigt sie jedoch, sich an ihrem Mann für die Untreue gerächt zu haben. Stern hat unterdessen herausgefunden, dass alle drei K.O.-Tropfen-Opfer zur Tatzeit ein Alibi hatten.

Odenthal wird am Abend ins Krankenhaus gerufen, Frau Wagner hatte einen Suizidversuch unternommen. Odenthal entschuldigt sich für ihre Verdächtigungen, Frau Wagner sagt, dass Justus ein großer Junge gewesen sei, der dachte, dass das, was ihm Spaß mache, auch anderen Spaß mache, er habe niemanden verletzen wollen. Unterdessen konnte der Obdachlose ermittelt werden, der im Rohbau von Musterwohnungen neben dem Tatort campiert und etwas gesehen haben könnte. Er sagt aus, dass in der Wohnung zwei Männer und eine Frau gewesen seien, er kann allerdings bei einer Gegenüberstellung mit Moritz Lohse diesen nicht identifizieren. Odenthal vernimmt Tobias Wagner. Dieser streitet die Tat jedoch ab und schafft es, bei Odenthal Selbstzweifel zu wecken. Stern findet unterdessen heraus, dass eine der vergewaltigten Frauen Justus Wagner wiedererkannt hat. Odenthal sucht erneut Betty Adam und Charlotte Wittmann auf, die beiden geben sich betroffen, dass es noch einen zweiten Mann in der Wohnung gab, Betty befürchtet, von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Der Obdachlose kann nun doch nicht bestätigen, dass es wirklich zwei Männer und eine Frau waren, die er in der Wohnung beobachtet hat, es könnte auch umgekehrt gewesen sein. Allerdings hat er sicher einen Motorroller vor dem Haus beobachtet. Odenthal und der vorzeitig aus dem Urlaub zurückgekehrte Kopper suchen Betty Adam erneut auf; die Polizei konnte zwei Sektgläser aus einem Müllcontainer sicherstellen, an einem sind ihre Fingerabdrücke und Spuren von K.O.-Tropfen, das andere Glas ist clean. Charlotte Wittmann sucht unterdessen Moritz Lohse auf.

Betty Adam räumt unterdessen ein, dass sie der Lockvogel für Charlotte gegenüber Justus Wagner gewesen ist, Wagner hatte früher Charlotte mit K.O.-Tropfen betäubt und vergewaltigt, Betty hat ihr bei ihrem Racheplan geholfen. Sie hätten in der Bar schon einige Wochen auf ihn gewartet, bis er endlich dort aufgetaucht sei. Sie hätten ihn nicht töten, sondern ihm nur eine Lektion erteilen wollen. Nachdem sie ihn betäubt hatten, hatte Wittmann ihn mehrfach geschlagen. Die Beamten finden kurz darauf den USB-Stick in der Wohnung von Wittmann und Adam, der bei Justus Wagner gestohlen worden war. Lohse hat unterdessen Charlotte Wittmann in seine Gewalt gebracht und droht, sie erneut zu vergewaltigen. Auf dem Stick ist Lohse, aber nicht Justus Wagner, zu sehen, wie er Charlotte vergewaltigt, sie hat also offenbar „den Falschen“ umgebracht. Die Beamten stürmen daraufhin die Wohnung von Lohse, dort finden sie aber niemandem mehr vor. Odenthal kommt in den Sinn, dass Lohse in einem Telefonat einen Steinbruch erwähnt hat, tatsächlich will Lohse dort Wittmann töten und verschwinden lassen. Als Odenthal und Kopper eintreffen, können sie Lohse festnehmen, allerdings hat er sein Opfer bereits getötet.

HintergrundBearbeiten

Der Film wurde vom Südwestrundfunk in Zusammenarbeit mit Maran Film produziert und in Ludwigshafen, Baden-Baden und Karlsruhe gedreht.[1] Es gab eine Open-Air-Vorpremiere mit den Hauptdarstellern beim SWR Sommerfestival am 30. Mai 2014 in Mainz.[2]

RezeptionBearbeiten

KritikBearbeiten

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV-Spielfilm beurteilen diesen Tatort als „dick aufgetragen, aber gut gespielt.“[3]Spiegel online resümiert: „Nach längerer Durststrecke endlich mal wieder ein Tatort aus Ludwigshafen, der einen anfasst.“[4] Angesichts des Dienst-Jubiläums der Ludwigshafener Kommissarin fragt die Neue Zürcher Zeitung: „Wie also umgehen mit einer gewissen Feierlichkeit, die daher rührt, dass Frau Odenthal just in jenem Moment auftauchte, in dem die Mauer verschwand, ohne dies gleich mit sozialpolitischem Klimbim zu überfrachten? Die Autoren Eva Zahn und Volker A. Zahn finden in der Jubiläums-Folge ‚Blackout‘ diesbezüglich eine gute Mischung, welche die Vergangenheit mitnimmt und gleichzeitig in die Zukunft weist. Damit machen sie allerdings nicht zuletzt auch geschickt ein Hintertürchen auf für den Fall, dass der Facelift in Ludwigshafen partout nicht mehr gelingen sollte.“[5]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Produktionsdetails und Einschaltquote auf tatort-fundus.de, abgerufen am 2. November 2014.
  2. „Langer Fernsehabend“ und Tatort-Premiere. In: swr.de. 28. März 2014, abgerufen am 8. Oktober 2014.
  3. Kurzkritik auf tvspielfilm.de, abgerufen am 2. November 2014.
  4. ARD-Sonntagskrimi: Der neue Ludwigshafen-„Tatort“ im Schnellcheck. Spiegel Online, abgerufen am 12. Dezember 2015.
  5. Claudia Schwartz: Die neue Frauenfrage. Neue Zürcher Zeitung, 26. Oktober 2014, abgerufen am 12. Dezember 2015.