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Steinheim ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Neu-Ulm im Westen von Bayern. Steinheim gehört zum Regierungsbezirk Schwaben.

Steinheim
Große Kreisstadt Neu-Ulm
Koordinaten: 48° 23′ 58″ N, 10° 6′ 22″ O
Höhe: 470 m
Einwohner: 791 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1976
Eingemeindet nach: Pfuhl
Postleitzahl: 89233
Vorwahl: 07308

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Steinheim liegt etwa 9 km östlich von der Stadtmitte Neu-Ulms entfernt. Der Ortsteil mit etwa 800 Einwohnern befindet sich am Ostufer der Leibi etwa 1 km östlich der A 7. Über die B 10 oder über die Staatsstraße 2023 / NU 6 erreicht man Steinheim über die Ortsteile Pfuhl und Schwaighofen in wenigen Minuten. Steinheim liegt wie alle anderen Ortsteile Neu-Ulms etwa 480–500 m ü. NN. Umliegende Neu-Ulmer Ortsteile sind Finningen, Pfuhl und Burlafingen. Außerdem grenzen die Gemeinden Nersingen, Pfaffenhofen an der Roth und Holzheim an.

GewässerBearbeiten

Am westlichen Ortsrand von Steinheim fließt die Leibi vorbei, ein Nebengewässer der Donau.

Entwicklung und GeschichteBearbeiten

 
Kirche St. Nikolaus Steinheim

Steinheim wurde im Jahr 1225 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Das Pfarrdorf besteht aus dem gleichnamigen Ort Steinheim und dem Gewerbegebiet "Nördlich des Fohlenweges". Am 1. Januar 1976 wurde Steinheim in die Nachbargemeinde Pfuhl eingegliedert.[3]

Seit der Eingemeindung Pfuhls in die Kreisstadt Neu-Ulm am 1. Juni 1977 ist Steinheim deren Ortsteil.[3]

ReligionBearbeiten

Die Steinheimer Bevölkerung ist aufgrund des Ulmer Einflusses überwiegend evangelisch. Die 1471 erbaute evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Nikolaus befindet sich im Ortskern.[2]

Im Jahr 1877 erhielt die Nikolaus-Kirche eine neue Orgel. Das Instrument mit 6 Registern auf einem Manual und Pedal war eine der letzten Arbeiten des Augsburger Orgelbauers Joseph Anton Bohl (1801–1878). Das Gehäuse der ursprünglichen Orgel ist erhalten, das Werk wurde zweimal erneuert.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

RömerzeitBearbeiten

Durch Steinheim verläuft die alte römische Donausüdstraße. Sie ist im Verlauf identisch mit Verbindungsstraße aus Finningen, der Burlafinger Straße und dem Straßer Weg. Ursprüngliche diente die Römerstraße als Verbindungsstraße zwischen Hüfingen nahe der Quelle der Donau bis nach Konstantinopel.

BodendenkmälerBearbeiten

In unmittelbarer Nähe zu Steinheim befinden sich mehrere historische Bodendenkmäler.

In östlicher Richtung im Bereich "Links vom Straßer Weg" befindet sich ein großes Feld mit einem Grabhügel vorgeschichtlicher Zeitstellung. Nordöstlich der Kläranlage befindet sich eine Siedlung vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung. Am Buchberg lassen sich eine Siedlung des Neolithikums, der Urnenfelderzeit und der römischen Kaiserzeit nachweisen. Nördlich des "Vorderen Hahnenbergs", südlich der Verbindungsstraße zwischen Finningen und Steinheim, befindet sich eine Siedlung des Altneolithikums. An der äußersten östlichen Gemeindegrenze zu Nersingen befindet sich eine weitere Siedlung, Gräber und Kreisgraben vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung. Direkt südlich des Straßer Wegs unmittelbar am Ortseingang befinden sich des Weiteren Körpergräber mittelalterlicher Zeitstellung. Alle historischen Bodendenkmäler sind am Boden nicht sichtbar.

 
Schloss in Steinheim

SchlösserBearbeiten

In Steinheim befinden sich drei Schlösser bzw. Herrenhäuser. Das auffälligste, Schloss Steinheim[4], befindet sich in der Bauernstraße. Es wurde um 1619 für die Ulmer Patrizier Albrecht und Magdalena Schleicher errichtet. Die beiden weiteren Gebäude sind heute nicht mehr als Herrensitz oder Schlösschen zu erkennen, da sie in der Vergangenheit stark umgebaut wurden. Das Patrizierschlößchen Steinheim[5] befindet sich an der Buchbergstrasse 5 und wurde im 18. Jahrhundert zur heutigen Form umgebaut. Der ehemalige Herrensitz Steinheim[6] wurde vermutlich im 16. Jahrhundert errichtet. Er befindet sich an der Remmeltshofer Straße 3 und ist heute ein stark verändertes Wohnhaus.

KulturBearbeiten

BildungBearbeiten

Steinheim verfügt über einen evangelischen Kindergarten im Bonifaz-Stölzlin-Haus.

VereineBearbeiten

In Steinheim ist das Vereinsleben stark ausgeprägt. Zurzeit (Dezember 2013) gibt es in Steinheim 9 Vereine. Dies sind der Vereinsring Steinheim e.V., die Freiwillige Feuerwehr Steinheim e.V., der TSV Steinheim e.V., der Musikverein Steinheim e.V., der Sängerbund Steinheim e.V., der Obst- und Gartenbauverein Steinheim e.V., der Soldatenverein Steinheim e.V., die Schützengesellschaft Steinheim 1910 e.V. und der Lohnsteuerberatungsverbund e.V. Letzterer ist nicht über den Vereinsring organisiert.

Der Vereinsring Steinheim wurde 1982 mit dem Ziel gegründet, eine Vereinshalle zu erbauen. 1986 wurde sie eingeweiht. Heute ist der eigentliche Zweck die Verwaltung der Halle und Koordination der öffentlichen Veranstaltungen der Vereine, sowie private Veranstaltungen. In der Halle befindet sich eine Kegelbahn, ein Saal für 170 Personen und eine Gaststube für 35 Personen. Der Vereinsring plant den jährlichen Kinderfasching mit Umzug am Faschingsdienstag sowie das Funkenfeuer und das Steinheimer Sommerfest.

Mit 42 aktiven und rund 50 passiven oder fördernde Mitglieder steht die Freiwillige Feuerwehr für Einsätze, Erste-Hilfe-Kurse, aber auch für das Funkenfeuer und dem Maibaumaufstellen bereit. Beliebt in Steinheim ist auch das jährliche Schlachtfest, welches die Freiwillige Feuerwehr veranstaltet.

Im März 1986 und somit jüngster Verein in Steinheim wurde von rund 50 Steinheimer der Sportverein TSV Steinheim e. V. gegründet. Aus dem mittlerweile ein Verein mit knapp 300 Mitgliedern entstand. Der Verein bietet Turnen, Walking, Aerobic und Fußball an.

Im Jahr 1899 wurde der Sängerbund als Männerchor gegründet und seit 1978 als gemischter Chor weitergeführt. Das Repertoire reicht von traditioneller Chormusik über deutsche und internationale Evergreens bis zu Gospels, die zum Teil in Originalsprache gesungen werden. Der Sängerbund hat zurzeit 122 Mitglieder, davon singen aktiv 28 im gemischten Chor und 16 im Kinderchor.

Der Obst- und Gartenbauverein wurde am 7. November 1897 unter dem Vorsitz des Steinheimer Lehrers Johann Drechsel (1883–1921) gegründet. Die Drechselstraße erinnert an ihn. Der Verein hat über 150 Mitglieder und fördert die Gartenkultur, den Freizeitgartenbau, die Landschaftspflege und den Naturschutz. Der Soldatenverein Steinheim wurde 1927 gegründet und hat ca. 50 Mitglieder. Der Zweck des Vereins ist der Zusammenschluss ehemaliger Soldaten zur Pflege der Tradition und der Kameradschaft. Er fördert die Denkmalpflege, gestaltet Gedenkfeiern und führt kulturelle Veranstaltungen durch.

Im Jahre 1973 wurde der Musikverein Steinheim e.V. gegründet, mit 35 aktiven Musikerinnen und Musikern nimmt er aktiv am Dorfleben teil. Er begleitet viele Veranstaltungen wie das Funkenfeuer, das Maibaumaufstellen, das Sommerfest, den Volkstrauertag. Außerdem organisiert er jedes Jahr ein Konzert und ein Weinfest. Für die Jugend des Musikvereins gibt es im Frühjahr einen Jugend-Info-Tag um die Ausbildung im Verein kennenzulernen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Webseite der Stadt Neu-Ulm: Einwohner
  2. a b Geschichtliches zur Nikolauskirche Steinheim, abgerufen am 14. Dezember 2016
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 790.
  4. Fotos und kurze Beschreibung
  5. Foto und kurze Beschreibung
  6. Foto und kurze Beschreibung