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Das Pfarrdorf Pfuhl ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Neu-Ulm im Westen von Bayern mit mehr als 10.000 Einwohnern. Pfuhl gehört zum Regierungsbezirk Schwaben.

Pfuhl
Große Kreisstadt Neu-Ulm
Wappen von Pfuhl
Koordinaten: 48° 24′ 29″ N, 10° 2′ 15″ O
Einwohner: 10.200 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1977

Pfuhl liegt etwa 3 km nordöstlich von Neu-Ulm und 1 km östlich der Donau. Über die ehemalige B 10 (jetzt: Leipheimer Straße) erreicht man Neu-Ulm über den Ort Offenhausen in wenigen Minuten. Über die nahegelegene B 10 kann man schnell die A 7 erreichen und über diese die A 8. Pfuhl liegt wie alle anderen Orte Neu-Ulms etwa 480–500 m ü. NN. Umliegende Ortsteile sind Burlafingen, Steinheim, Finningen und Offenhausen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
St. Ulrich

Pfuhl wurde 1244 erstmals urkundlich erwähnt und feierte somit 1994 sein 750-jähriges Jubiläum. Allerdings wurden um 2000 bei Restaurierungen an der evangelischen Kirche St. Ulrich Ausgrabungen betrieben und dort Reste einer Kirche gefunden, die über 1000 Jahre alt sind. Somit gehört Pfuhl mit Gerlenhofen zu den ältesten Ortsteilen Neu-Ulms. Pfuhl kam unter Karl dem Großen zur Abtei Reichenau und auf diesem Wege im Spätmittelalter zur Reichsstadt Ulm, bis es 1802 zusammen mit Ulm schließlich dem Kurfürstentum Bayern zufiel. Ulm wurde später württembergisch, doch Pfuhl blieb weiter – bis zum heutigen Tag – bayerisch.

Pfuhl musste immer wieder schweren Katastrophen wie Feuern oder einem Hochwasser trotzen. So musste es Mitte der 1630er Jahre einem schweren Feuer standhalten, das mit dem Dreißigjährigen Krieg das Dorf erreichte und es fast vollständig zerstörte. 1945 wurde der westliche Teil Pfuhls durch einen Bombenangriff der Alliierten vollkommen zerstört.

Doch entwickelte sich Pfuhl im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einer unabhängigen Gemeinde mit Anschluss ans Stromnetz, verbesserter Wasserversorgung, Ausbau der Kanalisation bis hin zum Zusammenschluss mit Burlafingen und Steinheim.

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Burlafingen eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1976 kam Steinheim hinzu.[3]

Am 1. Juni 1977 verlor Pfuhl jedoch im Zuge der Gemeindegebietsreform seine politische Selbstständigkeit und wurde nach Neu-Ulm eingemeindet.[3]

KulturBearbeiten

VereineBearbeiten

Pfuhl verfügt über 21 Vereine, darunter der TSV mit derzeit 11 Abteilungen. Auch Musik wird großgeschrieben: es gibt die Feuerwehrkapelle Pfuhl e. V. und den Singverein 1853 Pfuhl e. V., die das ganze Jahr über sämtliche Feste musikalisch umrahmen. Die Politik ist in Ortsvereinen der CSU und der SPD vertreten.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Neu-Ulm steht in Städtepartnerschaft mit Trissino, einer kleinen Stadt in Italien nördlich von Vicenza. Durch die Pfuhler wird diese Freundschaft seit 40 Jahren geführt und hatte 1990 zur Folge, dass eine offizielle Städtepartnerschaft entstand. Die Feuerwehrkapelle steuert viel zu dieser Partnerschaft bei, da sie schon mehrere Male eine Reise nach Trissino unternahm um dort den Coro Amici della Montagna zu besuchen, Trissinos Musikverein, welcher schon Gegenbesuche gemacht hat.

LiteraturBearbeiten

  • Hans Borchardt: Schatzkästlein St. Ulrich in Pfuhl. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2008, ISBN 3-89870-430-0 – Geschichte der Pfarrkirche und Dokumentation der Renovierung 2001–2004
  • Stadt Neu-Ulm (Hrsg.): Pfuhl. 1244–1994. Stadtarchiv, Neu-Ulm 1994 – mit einer Ortsgeschichte von Anton Aubele und weiteren Beiträgen

WeblinksBearbeiten

  Commons: Pfuhl (Neu-Ulm) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Webseite der Stadt Neu-Ulm: Einwohner
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 540.
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 790.