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Stefan Kaufmann (Politiker)

deutscher Politiker (CDU), MdB
Stefan Kaufmann (2014)

Stefan Kaufmann (* 21. August 1969 in Stuttgart) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CDU).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Kaufmann wurde als jüngster von drei Brüdern geboren. Seine Mutter war Stenokontoristin, später Hausfrau, sein Vater war Prokurist, verstarb jedoch bereits 1982. Seine Kindheit verbrachte er in Stuttgart-Weilimdorf. Nach dem Abitur 1989 am Solitude-Gymnasium Stuttgart-Weilimdorf leistete Kaufmann seinen Zivildienst im Diakonischen Werk Württemberg ab.[1] Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen mit einem Auslandssemester in Leiden. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei George Turner an der Universität Hohenheim tätig. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und wurde 2001 beim Staatsrechtler Thomas Oppermann an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum Dr. jur. promoviert. Nach seinem Referendariatsdienst und dem Bestehen des zweiten juristischen Staatsexamens im November 2002, ließ er sich als Rechtsanwalt nieder. Seit September 2007 arbeitet er für die Anwaltssozietät Blaich & Partner. Diese Tätigkeit übt er auch nach Antritt seines Bundestagsmandates im Jahr 2009 in Teilzeit weiter aus.[2][3] Kaufmann ist Ehrenmitglied der juristischen Honor Society Phi Delta Phi.[4]

Kaufmann ist römisch-katholisch und ist seit Dezember 2013 mit Rolf Pfander verpartnert. Am 2. Mai 2015 wurde das Paar in einem alt-katholischen Zeremoniell in der Schlosskirche in Stuttgart gesegnet. Mit seiner sexuellen Identität machte er Wahlkampf in einzelnen Stuttgarter Szenetreffs und auf dem lokalen Christopher Street Day.[1]

Politische LaufbahnBearbeiten

Stefan Kaufmann begann seine politische Tätigkeit zunächst außerhalb der Stuttgarter CDU. So gründete er im Jahre 1992 in Tübingen den Verein „Forum für Hochschul- und Bildungspolitik Tübingen e.V“. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein bildungspolitisches Gesamtkonzept zu entwickeln, das vor allem an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Bildungsstationen ansetzt. Im Rahmen seiner diesbezüglichen Aktivitäten erhielt Kaufmann unter anderem den 1. Preis bei der „Aktion Genius“ des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, der vom damaligen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg Klaus von Trotha ausgeschrieben wurde.

In den Jahren von 1995 bis 1998 war Stefan Kaufmann als Assistent der bildungspolitischen Sprecherin der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Doris Pack (CDU), tätig, später auch als Assistent und Redenschreiber für die Europaabgeordnete Renate Heinisch (CDU).

1999 trat Kaufmann in die CDU ein. Zwischen März 2001 und Oktober 2009 war er Fraktionssprecher der CDU-Fraktion im Bezirksbeirat Stuttgart-Sillenbuch, von April 2003 bis Oktober 2010 war er Vorsitzender der CDU-Bezirksgruppe Sillenbuch, Heumaden, Riedenberg.

Im November 2005 wählte ihn die CDU Stuttgart zum Zweitkandidaten im Landtagswahlkreis Stuttgart I. Im November 2006 wurde Stefan Kaufmann in den CDU-Kreisvorstand gewählt.

Im Juli 2008 nominierte ihn die CDU Stuttgart zum Bundestagskandidaten für den Bundestagswahlkreis Stuttgart I. Der Wahlkreis war zuvor von Jo Krummacher, der im Februar 2008 verstarb, vertreten worden. Im Oktober 2008 wurde Kaufmann zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden der CDU Stuttgart gewählt. Im August 2010 wurde er in diesem Amt bestätigt.

2009 gewann Kaufmann bei den Bundestagswahlen vor dem Bundesvorsitzenden der Grünen Cem Özdemir das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I und wurde Mitglied des Deutschen Bundestages.

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I. Belege für “In seinem Wahlkampf suchte Kaufmann nicht nur die bürgerliche Mitte” und was suchte Kaufmann außer der “bürgerlichen Mitte” fehlen. II. Quellennachweis: Der Link "Pressemitteilung – CDU Bundestagskandidat Dr. Stefan Kaufmann verurteilt Nationalsozialismus-Vergleich der Piusbruderschaft – Teilnahme am Christopher Day" funktioniert nicht. Suche in Webarchiven blieb erfolglos.

In seinem Wahlkampf suchte Kaufmann nicht nur die bürgerliche Mitte.

Als gleichzeitig überzeugter Katholik kritisierte er auch den im Juli 2007 gemachten Nationalsozialismus-Vergleich[5] der Piusbruderschaft anlässlich des Stuttgarter CSD.[6]

Am 20. Mai 2011 wurde Stefan Kaufmann zum Nachfolger des abgetretenen Kreisvorsitzenden Michael Föll gewählt. Er konnte sich im ersten Wahlgang mit 175 Stimmen gegen die damalige Stuttgarter Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann mit 130 Stimmen und Karl-Christian Hausmann vom Evangelischen Arbeitskreis mit 21 Stimmen durchsetzen.[7][8][9]

Kaufmann war 2012 Vorsitzen vom Verein Bürger-OB - Sebastian Turner für Stuttgart, der sich für die Wahl von Sebastian Turner zum Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart politisch und finanziell einsetzte.[10][11][12][13][14]

Im August 2012 unterzeichnete er einen Aufruf von 13 CDU-Bundestagsabgeordneten, in dem die einkommenssteuerliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften gefordert wird.[15]

Bei der Bundestagswahl 2013 sowie der Bundestagswahl 2017 konnte er das Direktmandat gegen Cem Özdemir und Ute Vogt verteidigen.

Kaufmann befürwortete Ende Juni 2017 die gleichgeschlechtliche Ehe im Bundestag.[16]

AusschussarbeitBearbeiten

Stefan Kaufmann ist Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.

Im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung ist sein Arbeitsschwerpunkt die High-Tech-Strategie und die Innovationspolitik des Bundes. Zudem kümmert er sich um den Bereich der Studienfinanzierung. Dies umfasst insbesondere das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sowie das Nationale Stipendienprogramm (Deutschlandstipendium). Des Weiteren ist er Berichterstatter für die Internationalisierungsstrategie sowie für europäische Bildungs- und Forschungszusammenarbeit – und damit für fast alle EU-Vorhaben, mit denen der Bundestag seit dem Vertrag von Lissabon mehr noch als früher befasst ist. Dies sind beispielsweise die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums, die Begleitung des Forschungsprogramms Horizon 2020 oder der Bau eines Europäischen Kernfusionsreaktors in Südfrankreich.

Seit September 2018 ist Kaufmann Vorsitzender der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt“.[17]

Mitgliedschaften und ehrenamtliches EngagementBearbeiten

Kaufmann ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Außerdem ist Kaufmann Co-Vorsitzender der Landesfachkommission Medien und Medienpolitik der CDU Baden-Württemberg sowie Vorsitzender des Expertenkreises Wirtschaft der CDU Stuttgart. Des Weiteren ist Kaufmann Mitglied im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, im Kuratorium des Deutschen Studentenwerks, im Kuratorium der Theodor-Heuss-Stiftung, im Kuratorium des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung Stuttgart und des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme.[18] Er gehört den parlamentarischen Beirates des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen an. Zudem ist Kaufmann Mitglied im Kuratorium des Knabenchors collegium iuvenum Stuttgart[19] und im Kuratorium des Deutsch-Türkischen Forums in Stuttgart. Seit 2005 ist Kaufmann Vorsitzender des Fördervereins des Stuttgarter Oratorienchors,[20] seit 2013 auch Vorsitzender des Kuratoriums des Stuttgarter Barockorchesters Il Gusto Barocco. Als Beiratsmitglied von Jugend gegen AIDS unterstützt Stefan Kaufmann eine von Jugendlichen initiierte und geführte Initiative, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit auf Augenhöhe betreibt.[21] Seit 2018 ist Kaufmann Senator der Helmholtz-Gemeinschaft[22] und Mitglied des Landeskuratoriums Baden-Württemberg des Internationalen Bunds (IB) Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e.V. Seit Dezember 2018 gehört er auch dem Senat der Leibniz-Gemeinschaft an.[23] Kaufmann ist Vorsitzender des von ihm gegründeten Forums für Hochschul- und Bildungspolitik e.V. (FHB).[24] Bis zur Selbstauflösung des Forums Region Stuttgart im Oktober 2015 gehörte er dessen Kuratorium an an.[10] [25][26][27]

VeröffentlichungenBearbeiten

  • Stefan Kaufmann: Das Europäische Hochschulinstitut: die Florentiner „Europa-Universität“ im Gefüge des europäischen und internationalen Rechts. Duncker & Humblot, Berlin 2003, 342 Seiten, (Tübinger Schriften zum internationalen und europäischen Recht; 61), ISBN 3-428-10753-5.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Nicole Höfle: Stefan Kaufmann im Wahlkampf – Nicht immer ganz auf Parteilinie (Memento vom 12. September 2009 im Internet Archive) Stuttgarter Zeitung.
  2. Deutscher Bundestag - Dr. Stefan Kaufmann. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  3. Kaufmann - Blaich und Partner Rechtsanwälte mbB Stuttgart. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  4. Phi Delta Phi - Richard v. Weizsäcker Inn
  5. Nazi-Vergleich: Kein Verfahren gegen Pius-Bruderschaft, queer.de, 2. Juli 2009
  6. Stefan Kaufmann: Pressemitteilung – CDU Bundestagskandidat Dr. Stefan Kaufmann verurteilt Nationalsozialismus-Vergleich der Piusbruderschaft – Teilnahme am Christopher Street Day angekündigt@1@2Vorlage:Toter Link/www.stefan-kaufmann.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., stefan-kaufmann.de, 3. Juli 2009
  7. Nach Landtagswahl: Michael Föll gibt CDU-Kreisvorsitz auf - Landtagswahl 2011 - Stuttgarter Nachrichten. 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.
  8. Vorsitzender gewählt: Kaufmann führt Stuttgarter CDU - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten. 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.
  9. CDU Stuttgart wählt schwulen Kreischef - queer.de. 27. März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  10. a b Deutscher Bundestag - Dr. Stefan Kaufmann, CDU. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  11. Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart: Vereinsmeier im Wahlkampf - taz.de. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  12. OB-Wahl in Stuttgart: Turner-Verein unterstützt Kandidaten - Stuttgart - Stuttgarter Zeitung. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  13. OB-Wahlkampf: Streit um Turner-Plakat geht weiter - OB-Wahl Stuttgart - Stuttgarter Zeitung. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  14. Stuttgarter OB-Wahl: Turner-Plakat abgehängt - OB-Wahl Stuttgart - Stuttgarter Zeitung. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  15. tagesschau.de: CDU-Abgeordnete wollen Homosexuelle gleichstellen (Memento vom 8. August 2012 im Internet Archive)
  16. DW: Ehe für alle: Welcher Abgeordnete dafür und welcher dagegen stimmte. In: welt.de. 30. Juni 2017, abgerufen am 7. Oktober 2018.
  17. Deutscher Bundestag – Enquete-Kommission Berufliche Bildung in der digitalen Arbeitswelt. In: Deutscher Bundestag. (bundestag.de [abgerufen am 31. Oktober 2018]).
  18. Kuratorium | Max Planck Institute for Intelligent Systems. Abgerufen am 22. März 2018 (englisch).
  19. Förderverein. Kuratorium. Knabenchor collegium iuvenum Stuttgart. Abgerufen am 22. März 2018.
  20. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stuttgarter-oratorienchor.de
  21. JGA konstituiert Beirat. jugendgegenaids.de, 26. September 2014, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 31. August 2016.
  22. Senatsmitglieder. Abgerufen am 22. März 2018.
  23. Leibniz-Gemeinschaft: Mitglieder des Senats. Abgerufen am 19. Dezember 2018.
  24. Dr. Stefan Kaufmann: Ihr Bundestagsabgeordneter » Meine Ziele. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  25. Deutscher Bundestag - Dr. Stefan Kaufmann. 22. März 2019, abgerufen am 22. März 2019.
  26. Regionale Einrichtungen - Verbindungsbüro zum Verband Region Stuttgart. 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.
  27. Forum Region Stuttgart: Forum löst sich auf - Stuttgart - Stuttgarter Zeitung. 26. März 2019, abgerufen am 26. März 2019.