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Spreewaldkrimi: Spiel mit dem Tod

Film von Christian Görlitz (2017)

Spiel mit dem Tod ist ein deutscher Fernsehfilm von Christian Görlitz aus dem Jahr 2017. Er ist der neunte Film aus der Krimiserie Spreewaldkrimi und wurde am 13. Februar 2017 im ZDF als „Fernsehfilm der Woche“ ausgestrahlt. Eine exklusive Preview für „Family & Friends“ fand bereits am 26. und 27. September 2016 im Saal von Schloss Lübbenau statt.[1]

Folge der Reihe Spreewaldkrimi
OriginaltitelSpiel mit dem Tod
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Aspekt Telefilm-Produktion
Länge88 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
EinordnungFolge 9 (Liste)
Erstausstrahlung13. Februar 2017 auf ZDFneo
Stab
RegieChristian Görlitz
DrehbuchThomas Kirchner
ProduktionWolfgang Esser
MusikUlrich Reuter
KameraAndreas Höfer
SchnittMarcel Peragine
Besetzung

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Ein junges Pärchen ist auf Geocachingtour im Spreewald. Als sie ihren „Schatz“ gefunden haben, erweist sich der Behälter als Sprengsatz und detoniert. Mandy Pape und Georg Dissen kommen beide ums Leben. Kommissar Krüger und Oberinspektor Fichte vermuten zunächst eine unentdeckte Mine aus dem Zeiten Weltkrieg als Ursache der Detonation. Doch schon bald ist klar, dass es ein gezielter Anschlag war. Unter Verdacht gerät der ehemalige Bundeswehr-Soldat Timo Schwalm, der seit seinem Afghanistan-Einsatz unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leidet und noch vor einem halben Jahr mit Mandy Pape befreundet war. Nach Aussagen seiner Mutter lebt er im Hochwald in der freien Natur, um seine Erinnerungen besser verarbeiten zu können. Sie selber lebt von Timos Vater getrennt, der ebenfalls im Kampfeinsatz war und seitdem querschnittsgelähmt ist.

Während Krüger versucht mit Timo, der sich weiterhin versteckt hält, in Kontakt zu kommen, lässt er über Fichte das Umfeld der beiden Opfer recherchieren. Dabei erfährt er, dass Georg Dissen aufgrund seines Aufgabenbereiches im Sozialamt durchaus Feinde bei seinem Klientel hatte. Auch Timo Schwalm gehörte zu seinem Kundenkreis, doch Krüger hält ihn mittlerweile nicht mehr für den Täter, denn es war ihm gelungen, mit ihm zu reden und so hatte er einen ganz neuen Eindruck von dem jungen Mann gewonnen.

Indessen verdichten sich Hinweise, dass Georg Dissen ganz gezielt in den Hochwald gelockt wurde. Kommissar Krüger findet verschlüsselte Botschaften, die ihm ein Unbekannter zukommen lassen hatte, um das Interesse des Hobby-Geocachers zu wecken.

Krüger verfolgt eine Spur zu Dissens Arbeitskollegin Lizzi Zander. Sie sollte in Kürze in Schwangerschaftsurlaub gehen und befürchtete, dass Dissen, da er ihre Urlaubsvertretung übernehmen sollte, hinter Abrechnungsmanipulationen kommen würde, die sie aus Geldnot vorgenommen hatte. In ihrer Angst äußerte sie ihrem Mann gegenüber, ob ihr nicht jemand diesen Dissen „vom Hals halten könnte“. Daraufhin schmiedete Paul Zander einen tödlichen Plan, denn zum einen lag sein bester Freund gerade wegen eines Ablehnungsbescheides von Dissen im Rechtsstreit mit ihm und zum anderen hoffte er, Timo Schwalm den geplanten Anschlag in die Schuhe schieben zu können. Paul Zander gehört zu einer Gruppe von Neonazis, die Timo Schwalm dafür verantwortlich machen, dass ihr Kamerad Kovacs im Kampfeinsatz in Afghanistan starb, weil Schwalm ihrer Meinung nach nicht genug aufgepasst hatte.

Krüger kann Zander und seine beiden Mittäter festnehmen, als sie gerade zum „finalen Schlag“ gegen Timo Schwalm ausholen wollen.

HintergrundBearbeiten

Die Dreharbeiten zum Jubiläumsstreifen erfolgten in Brandenburg an Originalschauplätzen in Lübbenau, Burg und Umgebung vom August bis September 2016.[1]

RezeptionBearbeiten

EinschaltquoteBearbeiten

Die Erstausstrahlung von Spiel mit dem Tod am 13. Februar 2017 wurde in Deutschland von 5,75 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 17,5 Prozent für das ZDF.[2]

KritikBearbeiten

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv wertete: „‚Spiel mit dem Tod‘ ist vornehmlich ein psychologisches Drama, das den Krimifall eher nebenbei und unspektakulär löst. Autor Kirchner nutzt wie immer das Genre, um eine tiefe Menschengeschichte zu erzählen, wie sie im Ermittlungskrimi kaum möglich ist. Dass Redls Melancholiker den therapeutischen Wert des Redens entdeckt hat, macht neugierig auf die kommenden ZDF-‚Spreewaldkrimis‘.“[2]

Bei der Frankfurter Neue Presse schrieb Ulrich Feld: „Der Spreewald stellt Filmemacher vor ein Problem: Er verführt dazu, die Gedanken schweifen, die Phantasie spielen zu lassen. Sich in all dem dschungelartigen Gewirr zu verlieren. Die oft fein verästelte Erzählstruktur der Filme mit vielen Rückblenden spiegelt einerseits die Flusslandschaft und steht einer stringenten Erzählweise ebenfalls entgegen.“[3]

Axel Weidemann von der FAZ urteilte: „Die Waldeinsamkeit muss in der neunten Episode des ‚Spreewaldkrimis‘ einiges aushalten. Der Drehbuchautor Thomas Kirchner zieht alle Register. Es geht um Krieg, Krankheit, Eifersucht, Mord, verhinderte Heimkehr, verletzten Stolz, zerstörte Jugend und verdrängte Erinnerungen. Mehr Tragik geht kaum. Der Regisseur Christian Görlitz muss beherzt zupacken, um all das unter einen Hut zu bringen. Er hat einen Film gedreht, der seinem Publikum nicht wenig Sinn fürs Theatralische abverlangt.“[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Die Sturmnacht, bei niederlausitz-aktuell.de, abgerufen am 13. März 2017.
  2. a b Redl, Okon, Eichhorn, Kirchner, Görlitz. In den Märchenwald zieht der Krieg ein, bei tittelbach.tv, abgerufen am 13. März 2017.
  3. Ulrich Feld: Für den Spreewaldkrimi nicht gut genug, bei fnp.de, abgerufen am 17. Mai 2017.
  4. Axel Weidemann: Vater erzählt nicht vom Krieg, bei FAZ, abgerufen am 17. Mai 2017.