SpVgg Quierschied

Die Sportvereinigung Quierschied ist ein Fußballverein aus Quierschied im Saarland.

SpVgg Quierschied
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Basisdaten
Name Sportvereinigung Quierschied
Sitz Quierschied, Saarland
Gründung 1905
Farben schwarz-weiß
Website www.spvgg-quierschied.de
Erste Fußball-Mannschaft
Spielstätte Stadion am Franzenhaus, Holzer Straße
Plätze Kunstrasen & Naturrasen (je ca. 3000)
Liga Fußball-Saarlandliga
2018/19 10. Platz
Heim
Auswärts

GeschichteBearbeiten

Die SpVgg Quierschied geht insbesondere auf den 1905 gegründeten Sportclub Viktoria Quierschied, dem Turnverein Quierschied und Hansa Quierschied sowie den 1909 gegründeten FC Borussia Quierschied zurück. Nach Ende des Ersten Weltkrieges schlossen sich im Mai 1919 Viktoria, Turnverein und Hansa zum Turn- und Spielverein Quierschied zusammen, der 1920 ebenso wie die Borussia Mitglied im Süddeutschen Fußball-Verband wurde und somit an einem geregelten Spielbetrieb teilnahm. Aufgrund der Reinlichen Scheidung verließen die Fußballer 1925 unter dem Namen Spielvereinigung Quierschied den Turn- und Spielverein, vier Jahre später kam es zur Fusion mit den Borussen unter dem heutigen Namen Sportvereinigung Quierschied.

Nachdem beide Verein bereits Mitte der 1920er Jahre in die zweitklassige A-Klasse aufgestiegen waren, trat auch die Sportvereinigung in der zweithöchsten Spielklasse an. Insbesondere verstärkt durch Spieler des Lokalrivalens DJK Quierschied, der in der Folge des Verbots konfessioneller Sportorganisationen und damit auch des DJK-Sportverbands aufgelöst worden war, erlebte der Verein in den folgenden Jahren eine Glanzzeit und nahm mehrfach an Aufstiegsspielen zur Erstklassigkeit teil. So verpasste die Mannschaft 1938 als Zweitligameister den Aufstieg in die Gauliga Südwest. Nachdem mit Beginn des Zweiten Weltkrieges der Spielbetrieb aufgrund des Rückzuges einiger Mannschaften und der Einberufung von Spielern teilweise unterbrochen worden war, wiederholte die Sportvereinigung Quierschied ihre Zweitligameisterschaft, belegte aber nach zwei Niederlagen gegen die TSG Kaiserslautern und nur einem Sieg gegen den VfL Homburg in der Aufstiegsrunde den letzten Platz. Bis 1943 konnte der Verein unter Rückgriff auf Jugendspieler und ältere Spieler den Spielbetrieb aufrechterhalten.

Im Oktober 1945 nahm die Sportvereinigung Quierschied den Spielbetrieb wieder auf und wurde im folgenden Jahr in die von der französischen Militärregierung genehmigten und eine Spielzeit als höchste Spielklasse bestehende Ehrenklasse Saar aufgenommen. Im folgenden Jahr erfolgte die erstmalige Eingliederung der saarländischen Mannschaften in den gesamtdeutschen Spielbetrieb, dies war verbunden mit der Aufnahme des Klubs in die zweitklassige Ehrendivision Saar. Dort belegte die Mannschaft vor dem abgeschlagenen Tabellenletzten SV Mitlosheim den letzten Nicht-Abstiegsplatz, anschließend lief sie bis zu deren Auflösung 1952 in der in Ehrenbewährungsklasse umbenannten Liga auf.

Als Vizemeister der Oststaffel der nunmehr viertklassigen Bezirksklasse Saar stieg die Sportvereinigung Quierschied gemeinsam mit Staffelsieger SC Friedrichsthal in die 1. Amateurliga auf, verpasste aber als Tabellenvorletzter den Klassenerhalt. Nach einem dritten Tabellenplatz 1956 gelang im Folgejahr mit elf Punkten Vorsprung auf Vizemeister TuS Wiebelskirchen der Staffelsieg und damit die Rückkehr in die höchste Amateurklasse des Saarlands. Hier platzierte sie sich bis zum erneuten Abstieg 1969 vornehmlich im Mittelfeld, einzig als Tabellenneunter in der Auftaktsaison, als Dritter der Spielzeit 1959/60, als erneut Neunter der Spielzeit 1961/62 und in der Spielzeit 1965/66, die man als Tabellenfünfter abschloss, erreichte sie einen einstelligen Tabellenplatz.

Nachdem die Sportvereinigung Quierschied 1978 durch die Einführung der Amateuroberligen eine Ligastufe zurückgestuft worden war, kehrte sie 1982 wieder in die Viertklassigkeit zurück, dabei mussten letztlich zwei Entscheidungsspiele und ein Elfmeterschießen gegen den punkt- und torgleichen Konkurrenten FV Lebach um den Wiederaufstieg entscheiden. Das beste Ergebnis wurde in der Verbandsliga-Saar wurde in der Saison 1989/90 erreicht. Quierschied stand nach der Saison hinter dem SV Saar 05 Saarbrücken und dem SV Hasborn auf dem 3. Platz. Nach zehn Jahren stieg die Mannschaft jedoch 1992 erneut ab, zwei Jahre später erfolgte der Absturz in die Sechstklassigkeit. Zwischenzeitlich nur in der Kreisklasse antretend stieg die Mannschaft ab 2012 wieder von der Bezirks- über die Landesliga (2014) und Verbandsliga (2016) bis in die sechstklassige Saarlandliga auf.

Der Wiederaufstieg in die höchste saarländische Spielklasse gelang dabei in einem dramatischen Entscheidungsspiel. Als Vizemeister der Verbandsliga Südwest gewann man im letzten Spiel unter Erfolgstrainer Markus Woll und Spielführer Kai Berrang gegen den Nordost-Vertreter SG Ballweiler-Wecklingen-Wolfersheim mit 4:2 nach Verlängerung. Woll wechselte sich dabei selbst ein und erzielte vor der Verlängerung den wichtigen 2:2 Ausgleich. Außerdem traf er vor über 1.000 Zuschauern in Furpach zum zwischenzeitlichen 3:2. Darum ging das Spiel später als "Wunder von Furpach" in die Vereinsgeschichte ein.

Nur dank des Rückzugs der DJK Bildstock gelang Quierschied darauf als Drittletzter der Saarlandliga der Klassenerhalt. In der Spielzeit 2017/2018 wurde Quierschied Tabellensechster, in der Saison 2018/19 Tabellenzehnter.

SaarlandpokalBearbeiten

Seit der Saison 1974/75 gibt es den Saarlandpokal in seiner derzeitigen Form. Hier und da gab es immer einmal Reformen – wie etwa die 2. Mannschaften aus dem Wettbewerb auszuschließen, der Zeitpunkt, ab wann die klassenhöchsten Vereine in den Wettbewerb einsteigen oder aber Sponsoren-Namen des Pokals – doch seither wird der Wettbewerb Jahr für Jahr vom Saarländischen Fußballverband ausgetragen.

Schaut man noch weiter in die Vergangenheit zurück, so erkennt man in der Vereinschronik der Spvgg Quierschied (nachzulesen auf der Vereins-Homepage), dass auch 1953 ein Pokal-Wettbewerb ausgetragen wurde. Hier schaffte es der damalige FV Quierschied (in den 50ern wurde der Verein wieder als Sportvereinigung fortgeführt) bis in das Halbfinale, gegen die damalige Zweitliga-Mannschaft des 1. FC Saarbrücken. Erstmals in Erscheinung trat die Spvgg im Jahr 1979, als man in der landesweiten 1. Hauptrunde den SC Wemmatia Wemmetsweiler mit 4:2 bezwingen konnte und im anschließenden Südsaar-Duell auf den FC Neuweiler traf. Dort war allerdings auch schon Endstation, der FCN gewann mit 2:1 und zog in das Achtelfinale ein. So weit kamen die Wambe dann erst wieder 1982, doch auch hier war in der 2. Hauptrunde Schluss, als man mit 1:3 in Furschweiler unterlag. Auch in den Jahren danach scheiterte Quierschied immer früh – und das, obwohl die 1. Mannschaft nach dem Aufstieg unter Trainer Walter Spohr 1982 in die Verbandsliga Saar, in der höchsten saarländischen Spielklasse angesiedelt war. In der Saison 1989/90, in der die Sportvereinigung hinter dem SV Saar 05 Saarbrücken und dem SV Hasborn Dritter der Verbandsliga Saar wurde, schafften es die Schwarz-Weißen bis in das Achtelfinale des Pokals. Nach einem 3:1 Sieg gegen Hellas Marpingen traf man in der nächsten Runde auf den Oberligisten FSG Schiffweiler. Und die Quierschieder Mannschaft schaffte mit einem 3:1-Sieg die Überraschung. Damit war der erstmalige Einzug in das Achtelfinale perfekt. Dort erwischte man allerdings mit dem Auswärtsspiel in Mettlach ein wirklich undankbares Los, mit einer 0:7 Niederlage ist Quierschied ausgeschieden. Nachdem danach zweimal kurz vor dem Achtelfinale, nämlich in der 2. Hauptrunde die Segel gestrichen wurden, folgten 10 Jahre ohne nennenswerte Pokal-Erlebnisse. Quierschied scheiterte immer in der Südsaar-Qualifikation, wurde im landesweiten Saarlandpokal nicht mehr wahrgenommen.

In der Saison 2002/03 schaffte man es in die 1. Hauptrunde, gegen Thalexweiler war dann aber bereits wieder Schluss. Auch danach kam Quierschied nie über die Kreisebene hinaus. Erst in der Saison 2010/11 schaffte es die Sportvereinigung wieder kurz vor das Achtelfinale. Mittlerweile in der Kreisliga spielend sorgte man dabei für einen A-Ligisten für Aufsehen. So wurde u. a. der 4 Klassen höher spielende Saarlandligist SC Gresaubach in Quierschied mit 3:0 geschlagen. In der Runde danach kam es zu einem weiteren Duell gegen einen Saarlandligisten. Im Derby gegen den SC Friedrichsthal flog man dann aber mit einer 0:3 Niederlage aus dem Pokal. Friedrichsthal sorgte in dem Jahr danach bereits in der Qualifikation für das Ausscheiden der Quierschieder, diesmal mit einem 2:0-Erfolg. Nach 23 Jahren stand die Sportvereinigung 2012/13 wieder einmal unter den letzten 16. Nach Siegen u. a. über die höherklassigen Mannschaften aus Bous und Herrensohr bekam man es mit dem Verbandsliga-Spitzenreiter FV Siersburg zu tun. Hier war die Truppe von Trainer Markus Woll mit einem 0:4 chancenlos, der Gegner schaffte es später bis in das Halbfinale. Zu einem echten Highlight kam es in der Spielzeit 2013/14. Quierschied warf mit Noswendel/Wadern (5:0) und Hemmersdorf (7:1) zwei höherklassige Mannschaften spektakulär aus dem Wettbewerb. Zur Belohnung traf man im Sechzehntelfinale auf den Drittligisten 1. FC Saarbrücken unter der Leitung von Milan Sasic. Dabei verlor die Mannschaft vor 1100 Zuschauern auf dem Kunstrasen am Franzenhaus nur knapp mit 0:2 und erhielt dafür Lob aus der saarländischen Medienlandschaft. Nach einem peinlichen Aus 2014/15 beim SV Höchen war auch im Jahr danach beim SV Thalexweiler frühzeitig Feierabend. Ein Jahr später revanchierten sich die Wambe mit einem Sieg in Thalexweiler und schafften es erneut in das Achtelfinale. Gegen den Regionalligisten FC Homburg schoss Florian Weber den mittlerweile in der Saarlandliga spielenden Club zur 1:0 Führung ein, doch am Ende setzte sich die Gästeelf von Jens Kiefer vor fast 500 Zuschauern mit 5:1 durch. In der Saison 2017/18 scheiterte Quierschied in der 1. Hauptrunde am SV Habach und in der Saison 2018/19 zum gleichen Zeitpunkt an Borussia Neunkirchen, die es danach bis ins Halbfinale gegen den SV Elversberg schafften. In der Saison 2019/20 erreichte Quierschied das Achtelfinale. Wie im Vorjahr war aber gegen Borussia Neunkirchen das letzte Spiel (0:1).[1]

HallenmastersBearbeiten

Zweimal schaffte Quierschied die Qualifikation für das vom Saarländischen Fußballverband ausgetragene Hallenmastersfinale:

  • 1993 2. Platz in Homburg-Erbach vor 1500 Zuschauern
Teilnehmer nach Abschluss der Qualifikationsturniere
  • SpVgg Quierschied 57,00 Punkte
  • FV Eppelborn 50,30 Punkte
  • VfB Theley 31,75 Punkte
  • 1. FC Schmelz 29,50 Punkte
  • 1. FC Saarbrücken II 26,50 Punkte
  • SV Mettlach (Bester Verbandsligist) gesetzt
  • Borussia Neunkirchen (Bester Oberligist) (gesetzt)
  • FC Homburg (Ausrichter) (gesetzt)
Finale: FV Eppelborn – SpVgg Quierschied 3:0
  • 2017 2. Platz in der Saarlandhalle Saarbrücken vor 3200 Zuschauern
Teilnehmer nach Abschluss der Qualifikationsturniere
  • FV Diefflen 118,30 (Titelverteidiger) 
  • SV Saar 05 Jugend 201,15 
  • FC Hertha Wiesbach 121,35 
  • SG Lebach 117,75 
  • SF Köllerbach 103,80 
  • VfB Dillingen 90,85 
  • Röchling Völklingen 89,60 
  • SpVgg Quierschied 85,50
Der Spielplan
Vorrunde 
13.00 FC Hertha Wiesbach SG Lebach/Landsweiler 3:2 
13.19 SV Röchling Völklingen SV Saar 05 Jugend Saarbrücken 2:5 
13.38 VfB Dillingen SF Köllerbach 3:3 
13.57 Spvgg Quierschied FV 07 Diefflen 5:5 
14.16 FC Hertha Wiesbach SV Röchling Völklingen 1:1 
14.35 SG Lebach/Landsweiler SV Saar 05 Jugend Saarbrücken 3:6 
14.54 VfB Dillingen Spvgg Quierschied 3:4 15.13 SF Köllerbach FV 07 Diefflen 2:3 
15.32 SG Lebach/Landsweiler SV Röchling Völklingen 5:4 
15.51 SV Saar 05 Jugend Saarbrücken FC Hertha Wiesbach 1:5 
16.10 SF Köllerbach Spvgg Quierschied 4:4 
16.29 FV 07 Diefflen VfB Dillingen 3:6
Halbfinale
16.58 FC Hertha Wiesbach VfB Dillingen 6:1 
17.17 SpVgg Quierschied SV Saar 05 Jugend Saarbrücken 5:2
Finale 
17.41 VfB Dillingen SV Saar 05 Jugend Saarbrücken 9:7 n. V. 
18.00 FC Hertha Wiesbach SpVgg Quierschied 4:2

Quelle:[2]

TrainerhistorieBearbeiten

Eine chronologische Übersicht über alle Trainer des Vereins seit 1927.[3]

Amtszeit Trainer
ca. 1927 Peter Mager
1931 Hans „Fubbes“ Jochem
1938 Alois Weich
1940 Josef Biehl
1948 Benno Stenull
1952–1954 „Icke“ Merl
1955 Alois Thomas und Kurt Schröder
1956–1957 Kurt Schröder
1958 Hermann Poth
1959–1961 Seppl Erb
1962 Pitt Krüger
Amtszeit Trainer
1963–1966 Seppl Erb
1967–1970 „Gallo“ Schneider
1971 Heinz Morgenstern
1972–1973 Karl Wilhelm
1974–1975 Winfried Rein
1976–1977 Winfried Habermann
1977–1981 Josef Martin
1982–1991 Walter Spohr
1991 Rudolf Klaus
1991–1992 Dieter Woll
1992–1993 Dieter Woll, Axel Schwarz
1993–1994 Axel Schwarz
1994–1996 Wolfgang Weyrich
1996–1997 Michael Winkel
1997 Josef Martin
1998–1999 Berthold Konrad
Amtszeit Trainer
1999–2001 Alexander Ruffing
2001–2003 Hans Eiler
2003–2004 Wenanty Fuhl
2004–2005 Olaf Franz
2005–2006 Hans Eiler
2006–2007 Hans Eiler, Frank Bastian
2007–2009 Werner Gerber
2009–2010 Armin Quinten
2010 Sighard Groß
2010–2016 Markus Woll
2016 Manuel Allard, Mike Brückerhoff
2016–2017 Lothar Pesch
2017–2019 Pascal Bauer
Seit 2019 Robin Vogtland

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Saarlandpokal.de: Seite des Saarlandpokals
  2. Volksbankenmasters.de Seite vom Hallenmasters des Saarländischen Fußballverbandes
  3. SpVgg-Quierschied.de: Chronik der SpVgg Quierschied